22.06.2011 12:00
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Cancom: In fünf Jahren eine Milliarde Umsatz

Interview
Das drittgrößte IT-Systemhaus in Deutschland befindet sich auf einem strammen Wachstumskurs. Dennoch kam der Kurs unter Druck. Finanzen.net fragte Firmengründer Klaus Weinmann zu den Aussichten seiner Firma.
Die Analysten sehen bei Cancom durchweg ein Umsatzziel im laufenden Jahr von 600 Millionen Euro. Der April soll nach unternehmensnahen Kreisen der beste April in der Unternehmensgeschichte von CANCOM gewesen sein. Grund genug für Finanzen.net mit dem Unternehmenslenker Klaus Weinmann über die Perspektiven von CANCOM zu sprechen.

Herr Weinmann, CANCOM steht bei den IT-Systemhäusern in Deutschland unangefochten auf dem dritten Platz. Ist diese Positionierung das Ergebnis Ihrer konsequenten Akquisitionsstrategie der letzten Jahre oder wie beurteilen Sie Ihre Stellung selbst?
Klaus Weinmann: Wir sind in den letzten Jahren sowohl durch Akquisitionen als auch organisch gewachsen. Insbesondere im ersten Quartal 2011 kam unser Wachstum von über 23 Prozent fast ausschließlich aus dem laufenden Geschäft. Wir wachsen also auch stark organisch.

Im Durchschnitt der letzten 5 Jahre konnte CANCOM den Rohertrag um 29 Prozent pro Jahr steigern. Haben Sie hier noch Reserven, wenn Sie den Bereich Outsourcing und Managed Services noch weiter steigern können?
Im Vergleich zu unseren Wettbewerbern stehen wir bei dieser Kennzahl mit 29 Prozent auch jetzt schon sehr gut da. Unsere Managed Services werden auch weiterhin stark wachsen und vor allem unseren Gewinn überproportional zum Umsatz und zum Markt steigen lassen.

Sie haben von mehreren Herstellern höchste Zertifizierungen erhalten - unter anderem ist CANCOM in Deutschland exklusiver Systemintegrator bei Apple, Platinum Partner bei CITRIX und Symantec, Gold Partner bei Microsoft und SAP. Helfen Ihnen diese Zertifizierungen im Verkauf?
Natürlich tun sie das, schließlich handelt es sich hierbei um Zertifizierungen von führenden Herstellern, die unsere Kompetenzen als zuverlässiger und erfahrener IT-Partner unterstreichen. Oft sind diese Zertifizierungen sogar „kriegsentscheidend“ bei der Vergabe von Projekten.


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CANCOM pflegt Partnerschaften zu mehr als 300 Herstellern weltweit. Können Ihre Kundenbetreuer da noch die Übersicht behalten?
Als herstellerunabhängiges Systemhaus bieten wir unseren Kunden eine große Auswahl an individuell auf ihre Anforderungen und Bedürfnisse ausgerichtete Produkte und Dienstleistungen. Unsere Kundenbetreuer wissen, welches Produkt für welche Lösungssituation geeignet ist und unsere Kunden wissen unsere Kompetenz zu schätzen.

Eines Ihrer Wachstumsthemen ist Cloud Computing. Im ersten Quartal meldeten sie neue Projekte. Welches Volumen muss man sich darunter aktuell vorstellen und was ist Ihr Ziel für die nächsten drei Jahre?
Es handelt sich dabei um 25 Cloud Projekte im Gesamtvolumen von circa sechs Millionen Euro und einem sehr hohen Dienstleistungsanteil sowie einer guten Marge. Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren sehr stark im Cloud-Umfeld zu wachsen. Wie Sie sehen kommen wir damit gut voran.

Eine Ihrer letzten Akquisitionen, die Übernahme von SAP Hosting und IT-Services von PLAUT, war von der Marge her sehr erfolgreich. In welchem Umfang können Sie dieses Tätigkeitsgebiet noch ausbauen?
Wir haben mit dem Rechenzentrum in Ismaning rund 70 bestehende SAP Kunden übernommen, denen wir nun mithilfe unserer Cloud Lösungen ganzheitlich die komplette IT als Cloud Service anbieten können. Wir sind in der Lage, für unsere Kunden auch den kompletten IT-Betrieb zu übernehmen. Dieses Managed Service Geschäft ist sehr attraktiv, weil es durch die hohe Skalierbarkeit eine Art „Gewinnhebel“ darstellt.

Die Analysten sehen in der Spitze faire Kursziele von 15 Euro je Aktie. Würden Sie bei Kursen über 13 Euro eine Kapitalerhöhung machen, obwohl Ihr Cashflow im vergangenen Jahr mit 17 Millionen Euro eine Rekordmarke erreicht hat?
Im Moment ist eine Kapitalerhöhung tatsächlich nicht notwendig. Allerdings möchte ich sie auch nicht ausschließen, wenn sich für uns ein passendes Akquisitionstarget auftut. Das daraus entstehende Wachstumspotential für CANCOM kommt dann letztendlich auch unseren Aktionären zugute.

Im ersten Quartal 2011 ist der Bruttogewinn (Ebitda) des Konzerns um 100 Prozent gewachsen. Wie sind die Erwartungen für das komplette laufende Jahr?
Wir sind für 2011 nach wie vor optimistisch. Die Analysten gehen im Durchschnitt für das Gesamtjahr von einem Ebitda von 23 Millionen Euro aus. Wir arbeiten hart daran, dass wir die Erwartungen nicht enttäuschen werden.

Ihr Vorstandsvertrag wurde gerade um fünf Jahre verlängert. Was wollen Sie in diesen fünf Jahren erreichen?
Wie wollen das Wachstum weiter vorantreiben und CANCOM mittelfristig zur Umsatzmilliarde führen. Mit unserer guten Positionierung im Cloud Umfeld sind wir heute und auch in Zukunft gut aufgestellt. Wichtig ist uns dabei ein profitables Wachstum, erklärtes Ziel ist die Erreichung von fünf Prozent Ebitda-Rendite.

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