Nun ist es auch wieder gelungen, für neue Produkte eine europäische Zulassung zu erhalten - die amerikanische soll im Jahr 2012 folgen, um dann ein komplettes Paket von Medizinprodukten auslizenzieren zu können. Dadurch soll sich im kommenden Jahr nicht nur der Umsatz bei
Curasan nennenswert erhöhen, sondern auch die Ertragslage entsprechend verbessern. Das Pünktchen auf dem „i“ könnte jedoch eine Entschädigungszahlung wegen des Vertragsbruches der Stryker S.A. sein.
Finanzen.net: Herr Rössler, mit der Meldung über die europäische Zulassung von Cerasorb(R) Foam in zwei verschiedenen Produktversionen haben Sie in diesem Jahr in Europa schon mehrere Zulassungen erreicht. Sind Sie mit dem Fortschritt zufrieden und liegen Sie auch in dem von Ihnen selbst vorgegebenen Plan?
Hans Dieter Rössler: Insbesondere mit der soeben erhaltenen Zulassung für zwei Cerasorb® Ortho Foam Produkte sind wir einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Wir haben damit die Basistechnologie für unsere Hybridproduktlinie, bestehend aus Knochenregenerationsmaterial, eingebettet in Kollagen, erstmalig zugelassen bekommen. Weitere Foamprodukte auf Ceracell®-, Osseolive®- und Osbone®-Basis werden folgen.
Wir liegen damit in dem nach dem Vertragsbruch durch Stryker S.A. modifizierten Plan.
Die wievielte Zulassung ist dies in Europa in diesem Jahr und wann ist Ihrer Meinung nach das „Paket so rund“, damit Sie es auslizenzieren können?

Curasan-Großaktionär und CEO Hans Dieter Rössler
Es handelt sich bereits um die dritte Zulassung. Unser wichtigstes Ziel ist es, diese nun auch schnellstmöglich in USA zugelassen zu bekommen, da dort der weltweit größte Markt besteht und die potentiellen Vertriebspartner für den orthopädischen Markt hieran ein besonderes Interesse haben. Damit wäre dann das Paket so rund, dass wir es zu guten Bedingungen an einen vertriebsstarken und global agierenden Partner auslizenzieren können.
Wir hoffen, dass wir die Verhandlungen hierüber nächstes Jahr führen.
Welches voraussichtliche Marktpotential hat der Vertrag mit Zimmer Dental Inc, Carlsbad, CA, den Sie Ende Juli 2011 bekanntgegeben haben. Wurden Mindestabnahmemengen oder Milestones vereinbart?
Laut verschiedener Marktforschungsberichte beträgt das bestehende Marktvolumen für Knochenregenerationsmaterial mehr als 250 Millionen Euro und soll in den nächsten Jahren auf 400 Millionen anwachsen. Da die Zimmer Dental Inc. in diesem Markt eine führende Rolle einnehmen will, werden wir an dieser Entwicklung kräftig partizipieren. Die vereinbarten Mindestabnahmemengen sichern dabei unsere Interessen nach unten ab.
Warburg Research hat vor wenigen Tagen die Studie zu Curasan aktualisiert und sieht für das kommende Jahr eine Umsatzverdopplung von 4,1 Millionen auf 8,3 Millionen Euro. Wie realistisch ist Ihrer Meinung nach diese Einschätzung?
Eine Umsatzverdoppelung ist dann möglich, wenn wir in 2012 mit einem orthopädischen Vertriebspartner starten können. Eine sehr deutliche Umsatzsteigerung darf für 2012 in jedem Falle erwartet werden. Selbst wenn wir eine Verdoppelung nicht erreichen, werden wir vermutlich das ausgewiesene Ergebnis abbilden können.
Aber dennoch trauen Ihnen die Hamburger Analysten im kommenden Jahr noch kein positives Ergebnis zu, sondern prognostizieren einen Verlust von 11 Cent je Aktie. Wenn Sie einen größeren Vertriebserfolg einfahren, kann diese Einschätzung doch über Nacht Makulatur sein. Sehen Sie das auch so?
Das kann und sollte man nicht ausschließen. Zudem könnten uns ja auch Downpayments aus den Vertriebslizenzvergaben zufließen. Im Fokus unserer Aktivitäten steht jedoch die rasche weitere Umsetzung unserer Offensivstrategie. Die kurzfristige Ergebnisoptimierung kommt erst an zweiter Stelle.
Wie weit sind die Entschädigungszahlungen gediehen, die aus dem Vertragsbruch mit Stryker S.A., Montreux, Schweiz, resultieren?
Die Vorstellungen über die Höhe des Schadens liegen zwischen den Parteien ziemlich weit auseinander. Wir haben deshalb die Klageschrift vorbereitet und werden diese in den nächsten Wochen einreichen. Vielleicht steigt danach die Kompromissbereitschaft.
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