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14.12.2011 16:34

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INTERVIEW

Datagroup: Auf dem Weg zur Service-Factory

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Datagroup: Auf dem Weg zur Service-Factory
Datagroup hat Großes vor, denn DATAflat, das Cloud Service Produkt des Konzerns, soll eine EBIT-Marge von 20 Prozent erzielen. Hauptaktionär und CEO Max Schaber über seine neuen Zielen.

„Eigentlich passen wir gar nicht mehr richtig in die Peergroup der deutschen Systemhäuser.“ Mit dieser Äußerung überraschte der CEO von DATAGROUP Max Schaber den vollgefüllten Zuhörerraum von institutionellen Investoren, Analysten und Journalisten auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Die Begründung hatte er auch gleich zur Hand: Bei DATAGROUP liege das Enterprise-Value/EBITDA-Verhältnis bei 8, während es bei anderen deutschen Systemhäusern bei rund 5,3 liegen würde.

Und dieser Wert soll künftig noch gesteigert werden, unter anderem durch das neueste Produkt die IT-Dienstleisters- die DATAflat. Das Cloud Service Produkt soll eine EBIT-Marge von 20 Prozent erzielen. Hauptaktionär und CEO Max Schaber über die weiteren Zielen des Unternehmens.

Herr Schaber, sind Sie mit DATAflat in eine noch unbesetzte Marktnische vorstoßen?
Max Schaber: Nach unserem Kenntnisstand ja, denn die DATAflat beinhaltet alle Komponenten eines vollständigen IT-Arbeitsplatzes: Einen modernen PC bzw. Laptop, Drucker, mehrere Gigabyte Speicherplatz in unserem ISO- und BSI-zertifizierten Rechenzentrum, Office-Anwendungen, Server für weitere Software-Anwendungen, der Betrieb dieser Programme, eine 24-Stunden-Hotline für die Anwender, Schulungen etc. Und das zu einem fest kalkulierbaren, monatlichen Festpreis ohne langfristige Vertragsbindung.

Besteht nicht die Gefahr, daß DATAflat Ihr derzeitiges Geschäftsmodell „kannibalisieren“ könnte?
Im Gegenteil. Die DATAflat bündelt die Expertise unserer Geschäftsfelder in 1 Produkt und ermöglicht uns so, ein für uns neues Kundensegment anzusprechen – Unternehmen mit 5 bis 49 IT-Arbeitsplätzen. Bislang haben wir uns auf Unternehmen mit 50 bis 1.999 IT-Arbeitsplätzen sowie die Top 600 der deutschen Wirtschaft konzentriert. Insofern kann von Kannibalisierung keine Rede sein, vielmehr erschließen wir durch die DATAflat ein neues Marktsegment für uns.

Welche Vorteile bringt DATAflat für Unternehmen?


DATAGROUP-CEO Max Schaber
Die DATAflat ist ein Cloud Produkt, das sich an kleine und kleinste Unternehmen richtet. Für diese ist IT ein unabdingbares und hilfreiches Produktionsmittel – und eine Last zugleich. Denn der IT-Betrieb ist äußerst anspruchsvoll und zeitintensiv. Um die sich täglich stellenden Aufgaben der IT-Sicherheit, Datensicherung, Verfügbarkeit von Anwendungen und Servern, Anwenderprobleme, Hardwaredefekte, die Einhaltung von Datenschutz- und Compliance-Regeln etc. bewältigen zu können, sind IT-Spezialisten nötig, die heute rar sind und die sich ein kleines Unternehmen in der Regel nicht leisten kann. Hier setzt die DATAflat an: Sie garantiert unseren Kunden jederzeit funktionierende IT-Arbeitsplätze für nur 99 Euro im Monat. Der Kunde kann sich wieder um sein Business kümmern, wir managen seine IT.

DATAGROUP sucht 200 Franchisenehmer für DATAflat, mit denen der deutsche Markt vollständig bearbeitet kann. Wie werden Sie da vorgehen?
Ende November haben wir die Übernahme der PC-Feuerwehr Franchise & Interactive Media GmbH bekannt gegeben. Das Unternehmen betreibt das älteste IT-Franchisesystem Deutschlands für Vor-Ort-IT-Dienstleistungen. Dahinter stecken 30 Franchisenehmer an 40 Standorten bundesweit, vor allem kleine, lokale Systemhäuser. Diese betreuen kleine Unternehmen in ihrer jeweiligen Region – genau die Zielgruppe der DATAflat - und bringen so bereits erste Kunden mit, die ihnen vertrauen. In der Zusammenarbeit mit uns können sie ihren Kunden ein viel breiteres Leistungsangebot machen als zuvor und zugleich attraktive Margen sowie ein langfristig gesichertes Einkommen erzielen. Für uns ergibt sich ein beschleunigter Markteintritt der DATAflat in Deutschland. Wir planen die Zahl der Franchisenehmer kontinuierlich auszubauen. Ende 2012 könnten es bereits insgesamt 50 sein.

Wann soll das Produkt DATAflat den geplanten Jahresumsatz von ca. 47 Millionen Euro erzielen?
Wir haben folgende Marktbetrachtung angestellt: Es gibt in Deutschland rund 400.000 Unternehmen mit 5 bis 49 IT-Arbeitsplätzen. Unser Ziel ist es, 1% davon binnen 3 Jahren als Kunden zu gewinnen – also 4.000. Bei 10 durchschnittlichen IT-Arbeitsplätzen pro Unternehmen ergeben sich im genannten Zeitraum 40.000 IT-Arbeitsplätze mit DATAflat-Vertrag. Legt man einen durchschnittlichen monatlichen Preis von 99 Euro pro Arbeitsplatz zugrunde, ergibt sich nach drei Jahren ein jährlicher Umsatz von rund 47 Mio. Euro.

Was macht Sie so optimistisch, dass Sie in diesem Geschäftsbereich eine EBIT-Marge von 20 Prozent erzielen können?
Alle Startinvestitionen sind bereits getätigt: Wir haben ein etabliertes, nach dem höchsten Standard der IT zertifiziertes Rechenzentrum. Wir haben überdies einen Service Desk für alle IT-Fragen von Anwendern. Und wir haben eine ausgewiesene Expertise in den Serviceprozessen und im Betrieb von IT. Diese wird im Übrigen in Kürze nach ISO 20000 zertifiziert werden. Unsere Strukturen und Prozesse sind schlank und flink. Die DATAflat wird für eine noch bessere Auslastung sorgen und zugleich Kostendegressionseffekte ermöglichen.

Wird die Steigerung des Dienstleistungsanteils auf mittelfristig über 70 Prozent allein durch die DATAflat zustande kommen?
Die geplante Steigerung unseres Dienstleistungsanteils speist sich aus mehreren Quellen: Wir werden zum einen unsere Cloud Services stark ausbauen. Dazu wird auch die DATAflat beitragen. Zum anderen werden unsere anderen vertragsgebundenen Dienstleistungen, zum Beispiel unsere Service Management-Angebote, weiter wachsen. Hier haben wir in diesem Jahr im Bereich des Service Desks attraktive Kunden hinzu gewonnen.

Wo liegt Ihrer Meinung nach der faire Wert je Aktie?
Derlei Schätzungen überlassen wir den Analysten des Marktes. Warburg Research sieht den fairen Wert bei 8 Euro.

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das aktuelle Interview dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Meinungen und Aussagen der Interviewpartner spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder, sondern ausschließlich diejenige des Interviewpartners. Das Interview ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.

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