aktualisiert: 28.04.2012 22:54
Bewerten
(0)

Commerzbank-Chefvolkswirt: Mehltau auf den Kursen

Interview Exklusiv: Commerzbank-Chefvolkswirt: Mehltau auf den Kursen | Nachricht | finanzen.net
Interview Exklusiv
DRUCKEN
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, im Interview mit Euro am Sonntag. Der Experte begründet, warum er die Staatsschuldenkrise längst nicht für gelöst hält.
€uro am Sonntag
von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

€uro am Sonntag: Die Sparfront in Europa bröckelt. Wie groß ist die Gefahr, dass die Euro-Schuldenkrise wieder aufflammt und die Märkte in den nächsten Wochen unter Druck setzt?
Jörg Krämer: Der Sparwille erlahmt nicht nur in Frankreich. Auch in Italien, Griechenland und in den Niederlanden sinken die Haushaltsdefizite nicht wie versprochen. Hinzu kommt, daß sich der italienische Ministerpräsident Monti nicht mit der dringend notwendigen Reform des übertriebenen Kündigungsschutzes durchsetzen konnte. Die Arbeitsmarktreform Italiens ist gescheitert. Die Staatsschuldenkrise ist mehr denn je ungelöst.

EZB-Präsident Mario Draghi hat neben dem Fiskalpakt einen "Wachtumspakt" für die Euro-Zone vorgeschlagen. Stehen neue Konjunkturprogramme nicht im Widerspruch zum Sparkurs?
Draghi ist gründlich mißverstanden worden. Unter einem "Wachstumspakt" versteht er nicht Konjunkturprogramme, sondern strukturelle Reformen, die ein Land attraktiver machen für unternehmerische Tätigkeiten, also Reformen, wie sie die rot-grüne Regierung unter Kanzler Schröder im Rahmen der "Agenda 2010" umgesetzt hat. Aber davon wollen viele Regierungen nichts wissen. Sie scheuen kurzfristig schmerzhafte Reformen und Sparen. Aber ohne das läßt sich die Staatsschuldenkrise nicht lösen, die wie Mehltau auf den Aktienkursen liegt.

Haben die massiven Geldspritzen der EZB die Lage an den Finanzmärkten und insbesondere am Bankenmarkt inzwischen entspannt?
Die sicheren und günstigen EZB-Mittel haben vor allem Banken aus den Peripherieländern genutzt, um Anleihen ihrer eigenen Staaten zu kaufen - zumal die Finanzministerien sie dazu gedrängt haben. Damit hatte die EZB die Staatsschuldenkrise kurzfristig entspannt. Aber mit ihrer Geldspritze hat die EZB den Parlamentariern in Italien den Angstschweiß von der Stirn gewischt - mit dem Ergebnis, daß Montis Arbeitsmarktreform gescheitert ist. Zudem gewöhnen sich die Banken in den Peripherieländer inzwischen an das billige Geld der EZB.

Wie sollte die EZB reagieren?
Die EZB finanziert de facto mit der Notenpresse die Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite der Peripherieländer. Die Geschichte lehrt, daß das auf Dauer nicht gut geht. Die EZB sollte Maßnahmen ergeifen, damit sich die Notenpresse in den Peripherieländern langsamer dreht. Ohne Druck kommen die Peripherieländer nicht voran.

Im Inland haben sich die Konjunkturerwartungen zuletzt etwas aufgehellt, nach dem Durchhänger zum Jahreswechsel wird wieder mit einer Belebung in den nächsten Quartalen gerechnet. Ist die Gefahr einer Rezession gebannt?
Im vierten Quartal war die deutsche Wirtschaft geschrumpft, von nun an sollte es wieder bergauf gehen. Allerdings sind die Risiken viel größer als üblich. Das zeigt der deutsche Einkaufsmanagerindex, der zuletzt eingebrochen ist und anders als das Ifo-Geschäftsklima im Trend nach unten weist. Hauptrisiken sind nicht so sehr China oder hohe Ölpreise, sondern die nach wie vor ungelöste Staatschuldenkrise.

Bildquellen: Julia Schwager/Commerzbank AG
Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
WAVE Unlimited auf CommerzbankDS0B37

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant
    1
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
21.11.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
16.11.2017Commerzbank Equal-WeightMorgan Stanley
14.11.2017Commerzbank Equal-WeightMorgan Stanley
13.11.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
10.11.2017Commerzbank SellS&P Capital IQ
21.11.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
13.11.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
21.09.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
18.07.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
28.06.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
16.11.2017Commerzbank Equal-WeightMorgan Stanley
14.11.2017Commerzbank Equal-WeightMorgan Stanley
10.11.2017Commerzbank NeutralUBS AG
10.11.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
10.11.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
10.11.2017Commerzbank SellS&P Capital IQ
09.11.2017Commerzbank VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
09.11.2017Commerzbank VerkaufenDZ BANK
09.11.2017Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH
25.10.2017Commerzbank VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Melden Sie sich jetzt an!

Roboter, Geräte mit künstlicher Intelligenz und automatisierte Maschinen sind bereits Teil unseres Lebens. Wie Anleger mit ETFs in diese Megatrends investieren können, erläutert Patrick Doser von BlackRock im "Webinar for professionals" am 27. November.
Hier zum "Webinar for professionals" anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Payment-Trend: Der Vormarsch von digitalen Zahlungsabwicklern

Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, warum vor allem asiatische Unternehmen beim Mobile-Payment eine wichtige Rolle spielen und welche Aktien vom mobilen Bezahlen profitieren könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Dow im Feiertag -- thyssenkrupp übertrifft Erwartungen -- Investorenlegende Jim Rogers: "Bitcoin riecht nach Investment-Blase" -- MorphoSys, Software AG im Fokus

Commerzbank erwartet im DAX für 2017 eine Dividendensumme in Rekordhöhe. Rovio-Aktie bricht zweistellig ein: "Angry-Birds"-Erfinder enttäuscht mit Quartalsverlust. EZB verzichtete auf Enddatum für Anleihekäufe. CTS darf Konzertveranstalter Four Artists nicht übernehmen.

Top-Rankings

Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2017
Welches Geschenk liegt am häufigsten unter dem Baum?
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
KW 46: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Sind Sie in Bitcoins investiert?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
AIXTRON SEA0WMPJ
Daimler AG710000
BYD Co. Ltd.A0M4W9
BP plc (British Petrol)850517
EVOTEC AG566480
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
GeelyA0CACX
CommerzbankCBK100
Infineon AG623100
Siemens AG723610
thyssenkrupp AG750000