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aktualisiert: 31.10.2011 09:13

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INTERVIEW

Fondsmanager Price vertraut auf China

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Nick Price, Fidelity
Investoren zweifeln an den Perspektiven der Volksrepublik. Doch Fondsmanager Nick Price ist überzeugt, dass Peking auf Wachstumskurs bleibt.

von Ralf Ferken, €uro am Sonntag

Wie investieren Anleger am besten in Schwellenländer? Indem sie deutsche Aktien wie BASF oder BMW kaufen, die in China hohe Umsätze erwirtschaften? Das wäre der indirekte Weg. Oder indem sie Titel wie China Mobile oder Petro­bras kaufen, also direkt in die Emerging Markets investieren. Für Nick Price ist der direkte Weg erfolgversprechender. „Denn auf lange Sicht treiben höhere Gewinne die Aktienkurse. Und je höher der Umsatz, desto eher steigen die Erträge“, erklärt der gebürtige Südafrikaner, der den Fidelity Emerging Markets Fund (ISIN: LU 004 857 542 6) managt.

Die Umsätze würden künftig aber nicht vorrangig in Deutschland oder den USA wachsen, sondern in Brasilien oder China. „Soll ich also in ein Unternehmen einsteigen, das 30 oder 100 Prozent seiner Umsätze in den Emerging Markets macht?“, fragt der Fidelity-Manager rhetorisch.

„Die Zukunft liegt in den Schwellenländern“, ist Price überzeugt, der bei Fidelity von 1998 bis 2004 auch europäische Aktien betreut hat, unter anderem als Co-Manager des Fi­delity European Growth. Die Gründe dafür kann er runterbeten: die niedrigeren Arbeitskosten, das höhere Konsumpotenzial, die jüngere Bevölkerung, die geringeren Schulden und die hohen Rohstoffvorkommen.

In den Kursen zeige sich dieser Trend ohnehin schon, betont er. „Kurzfristig fallen Emerging-Markets-Aktien immer wieder hinter den MSCI World zurück, aber über die vergangenen drei, fünf und zehn Jahre lagen sie vorn“, erläutert Price.

Großer Binnenmarkt als Vorteil
Was aber ist, wenn China ins Trudeln gerät? In der vergangenen Dekade ist Chinas Wirtschaft pro Jahr um neun bis zehn Prozent gewachsen. Sieben Prozent wären aber auch gesund, meint Price. „Ich habe großes Vertrauen in China“, sagt er. „Die Regierung hat den Willen und die Fähigkeit, in der Wirtschaftspolitik die Erwartungen zu erfüllen.“ Wer Chinas Zukunft erahnen wolle, solle sich die dynamische Entwicklung Japans und Südkoreas nach dem Zweiten Weltkrieg anschauen. „Der Unterschied ist, dass China einen deutlich größeren Binnenmarkt hat“, betont Price.

Auch an Russland zweifeln die Märkte, das signalisieren die günstigen Bewertungen. Zudem schrumpft dort die Bevölkerungszahl und soll innerhalb der nächsten 20 Jahre von 140 auf 125 Millionen Menschen zurückgehen. Price rechnet hier allerdings 100 Millionen Einwohner aus den ehemaligen Staaten der Sowjetunion hinzu, von denen die russischen Unternehmen, wie er meint, ebenfalls profitieren. „Das Land ist zudem reich an Öl und Gas“, sagt Price, „das wird auch künftig wichtig sein.“ Abgesehen davon steige auch in Russland der Konsum, weil die Bürger immer mehr Geld verdienten. „Aber wir kaufen nicht das BIP, sondern investieren in großartige Unternehmen“, betont Price. Als Beispiele dafür nennt er Baidu und Renren aus China, die Google respektive Facebook dort längst den Rang ab­gelaufen haben. Ebenso mag er die Brauereien Guinness Nigeria und AmBev in Brasilien.

Zur Person:

Nick Price: Der ­gebürtige Süd­afrikaner betreute bei Fidelity einst ­Europa-Aktien und setzt nun voll auf die Emerging ­Markets.

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