12.12.2012 16:14
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Impreglon-Chef: „Unser Ziel sind 120 Millionen Euro in 2013“

Interview
Der Unternehmensgründer und Großaktionär von Impreglon, Henning J. Claassen, zur weiteren Strategie des Unternehmens und den Zielen für 2013.
Henning J. Claassen hat Wort gehalten. Im August 2012 hatte der Gründer und Konzernlenker des Lüneburger Oberflächenspezialisten Impreglon weitere Akquisitionen für 2012 angekündigt. Nach Zukäufen in der Schweiz und in den USA hat Claassen nun mit einer Übernahme im Ruhrgebiet die dritte Akquisition im Schlussquartal unter Dach und Fach gebracht.

Herr Claassen, mit der Übernahme des Rohr-Beschichtungsbereichs der Julius Mieden GmbH bleiben Sie Ihrer Buy&Build-Strategie treu. Welche Bedeutung hat diese Übernahme für die Impreglon-Gruppe?
Henning J. Claassen: Mit dieser Übernahme holen wir uns nicht nur den 27. Standort in die Impreglon-Gruppe, zugleich erschließen wir uns mit Korrosionsschutzbeschichtungen für Großrohre ein neues, lukratives Geschäftsfeld und schließen damit eine Angebotslücke. Zudem etablieren wir mit dem Werk in Bottrop einen weiteren Standort im Herzen des Ruhrgebiets. Entscheidend bei dieser Akquisition war aber auch, dass wir durch den Know-how-Transfer in andere Standorte zusätzliche Synergieeffekte nutzen und damit unseren Wettbewerbsvorsprung weiter ausbauen können.

Welche Umsatz- und Ergebnisbeiträge erwarten Sie von der jüngsten Akquisition?
Im Geschäftsjahr 2013 wird dieser Standort voraussichtlich mit 2 - 3 Millionen Euro zum Konzernumsatz beitragen – bei einem operativen Ergebnis von 0,2 Mio. Euro. Die Nachfrage nach Korrosionsschutzanwendungen im Bereich von Industrieanlagen ist groß und wird uns in den kommenden Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten in diesem Bereich bescheren.

Über den Kaufpreis haben Sie Stillschweigen vereinbart. Verfügen Sie nach dieser Akquisition über genügend Finanzkraft für weitere Zukäufe?
Auch nach der aktuellen Übernahme verfügen wir über ein Liquiditätspolster im zweistelligen Millionenbereich. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien im Volumen von mehr als 12 Millionen Euro, mit der wir uns im Bedarfsfall zu sehr günstigen Konditionen weitere Finanzmittel beschaffen könnten.

Bedeutet dies, dass Sie Ihre Buy-and-Build-Strategie auch 2013 fortsetzen werden?
Wir befinden uns aktuell in konkreten Gesprächen, die in der Übernahme zweier weiterer Werke zum Stichtag 01.01.2013 münden könnten. Generell steht das Jahr 2013 für uns jedoch im Zeichen der Konsolidierung. Wir haben in den letzten Monaten ein sehr hohes Akquisitionstempo an den Tag gelegt und sind inzwischen mit 27 Standorten in 13 Ländern auf 4 Kontinenten vertreten. Mittelfristig werden wir unsere erfolgreiche Buy-and-Build-Strategie jedoch konsequent fortsetzen. Es ist nach wie vor unser Ziel, den Konzernumsatz von 75 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 150 Millionen Euro in 2015 zu verdoppeln.

Die jüngste Konjunkturschwäche hat sich auch im Zahlenwerk von Impreglon bemerkbar gemacht. Wie bewerten Sie das Marktumfeld aktuell? Sind Sie mit dem Verlauf des vierten Quartals zufrieden?
Ja, wir liegen im vierten Quartal im Plan. Nach einem guten ersten Quartal war die Entwicklung im zweiten und dritten Quartal in der Tat etwas verhaltener, als wir uns das gewünscht hätten. Der Verlauf der Monate Oktober und November lassen uns nun jedoch auf ein gutes viertes Quartal hoffen, das vielleicht sogar das entsprechende Vorjahresquartal übertreffen wird. Nach aktuellem Stand bin ich zuversichtlich, dass wir das Geschäftsjahr 2012 mit einem Umsatz von 90 Millionen Euro und einer EBIT-Marge von 8 Prozent abschließen können.

Welche Fortschritte machen die neuen Großprojekte, deren Anlauf sich 2012 verzögert hat?


Impreglon-Unternehmensgründer und Großaktionär, Henning J. Claassen
Von diesen Großprojekten erwarten wir im kommenden Geschäftsjahr 2013 einen zusätzlichen Umsatzbeitrag von rund 3 Mio. Euro. Bei der Serienproduktion für einen großen Lkw-Hersteller profitieren wir von der Umstellung der Motoren auf die Euro-6-Norm, die 2013 massiv vorangetrieben werden soll. Bei der Serienproduktion für einen großen deutschen Pkw-Hersteller wird im kommenden Jahr nach dem erfolgreichen Start in 2012 eine weitere Baureihe hinzukommen. Insofern bin ich zuversichtlich, dass wir nach den Verzögerungen in der Startphase 2013 unsere Ziele mit diesen Großprojekten erreichen werden.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie insgesamt ins Geschäftsjahr 2013? Ist das Erreichen der 100-Mio.-Euro-Umsatzmarke im kommenden Jahr realistisch?
Dank der angesprochenen Großprojekte und der jüngsten Akquisitionen ist es sehr wahrscheinlich, dass wir 2013 erstmals in unserer Firmengeschichte die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro übertreffen werden. Nach aktueller Planung gehe ich sogar davon aus, dass wir einen Gruppenumsatz von 120 Millionen Euro erreichen können – bei einer höheren Profitabilität. Dies entspräche einer Steigerung von rund 500 Prozent seit dem Börsengang im Geschäftsjahr 2006, in dem wir 20,3 Mio. Euro umgesetzt haben.

Welche Margenentwicklung erwarten Sie konkret?
Wie bereits erwähnt, werden wir das laufende Geschäftsjahr voraussichtlich mit einer EBIT-Marge von rund acht Prozent abschließen. Unsere Zielsetzung ist es, die operative Rendite im kommenden Jahr auf neun Prozent zu steigern. Das klingt im ersten Moment nicht spektakulär, aufgrund des erwarteten Umsatzwachstums entspricht dies in absoluten Zahlen jedoch einem Anstieg um 50 Prozent von 7,2 Mio. Euro auf 10,8 Mio. Euro.

Analyst Malte Schaumann von Warburg Research sieht den fairen Wert der Impreglon-Aktie bei 12,70 Euro. Wann erkennt die Börse das Potenzial der Impreglon-Aktie?
Impreglon steht besser da denn je – nicht zuletzt dank den Synergieeffekten aus den jüngsten Akquisitionen sowie dem Einsatz neuer Technologien. Wenn die Anleger bei den nächsten Quartalsergebnissen erkennen, dass wir Wort halten und 2013 deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis erzielen, wird sich dies auch positiv auf den Aktienkurs auswirken. Die jüngsten Investorengespräche bestärken mich in dieser Meinung.

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das aktuelle Interview dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Meinungen und Aussagen der Interviewpartner spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder, sondern ausschließlich diejenige des Interviewpartners. Das Interview ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.

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