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07.03.2011 15:59

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INTERVIEW

UBS-Finanzexperte: „Mit dem Warten steigt das Marktrisiko“



UBS-Finanzexperte Joachim von der Goltz rät den Kandidaten für Börsengänge zur Eile
Joachim von der Goltz, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts der UBS Bank in Deutschland und Österreich, rät den Kandidaten für Börsengänge zur Eile.

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Der Kapitalmarktexperte von der Goltz erwartet in Frankfurt drei bis fünf IPOs noch vor Ostern. Im Gesamtjahr sollen es in Frankfurt 15 bis 20 größere IPOs werden.

Euro am Sonntag: Herr von der Goltz, wie schätzen Sie die Stimmung für Börsengänge in Deutschland im Vergleich zu 2010 ein?
Joachim von der Goltz: Das Interesse der Investoren, deutsche Börsengänge zu zeichnen, ist nach den erfolgreichen Platzierungen im vergangenen Jahr und den Kursgewinnen deutlich gestiegen. Die erfolgreichen Kapitalerhöhungen der Commerzbank und des Immobilienkonzerns IVG in Deutschland zeigen, dass die Kapitalmärkte im Vergleich zum Vorjahr wesentlich stabiler sind. Die Volatilität ist relativ gering. Wir raten unseren Kunden, das IPO-Fenster jetzt zu nutzen. Mit dem Warten steigt das Marktrisiko. Vor Ostern erwarten wir deshalb drei bis fünf Börsengänge in Deutschland.

Wie viele Börsengänge werden 2011 beim Emissionsvolumen die Milliarden Euro Grenze knacken?
Zusammen mit dem Börsengang von Hapag Llyod erwarten wir in Deutschland zwei bis drei Börsengänge mit mehr als einer Milliarde Euro Emissionsvolumen. Für mehr als eine Milliarde Euro Emissionsvolumen sind Firmenwerte von üblicherweise mindestens drei bis vier Milliarden Euro notwendig. Diese Größenordnung ist in Deutschland, wo in der Regel kleinere und mittelgroße Unternehmen an die Börse gehen, jedoch selten. Im Durchschnitt wird bei großen Emissionen 25 bis 30 Prozent des Aktienkapitals platziert. Bei kleineren IPOs häufig auch 50 bis 60 Prozent.

Wie viele Börsengänge erwarten Sie 2011 in Frankfurt?
Insgesamt könnten es zwischen 15 und 20 IPOs werden, deren Emissionsvolumen zumeist zwischen 100 und 500 Millionen Euro liegen dürfte.


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Warum liegt der Finanzplatz London bei Börsengängen regelmäßig deutlich vor Frankfurt?
Die Stärke des britischen IPO-Markts machen vor allem Debüts von Unternehmen aus dem Ausland aus, und hier insbesondere aus dem Rohstoffsektor aus. Die Anzahl der IPOs von rein britischen Firmen im Heimatmarkt ist beschränkt.

Welches IPO-Volumen erwarten Sie für Deutschland im laufenden Jahr?
Für eine Aussage zum Gesamtemissionsvolumen des deutschen IPO Marktes für 2011 ist es zu noch früh. Deutschland könnte in Europa allerdings auf dem zweiten Platz nach Großbritannien landen.

Wie stark werden sich Versicherungskonzerne als Zeichner der IPOs in Deutschland engagieren?
Mit Blick auf strengere Kapitalvorschriften und eine geringe Aktienquote dürften sich deutsche Versicherungskonzerne bei der Zeichnung zurückhalten. Bei Versicherungskonzernen aus Großbritannien oder Frankreich sehen wir jedoch einen anderen Trend.

Wie stark ist ein erfolgreiches Börsendebüt in Frankfurt vom Zeichnungsinteresse ausländischer Investoren abhängig?
Im Durchschnitt werden etwa 45 bis 50 Prozent des Emissionsvolumens eines Börsengangs in Deutschland von internationalen Investoren aus England gezeichnet. Nur durchschnittlich 15 bis 20 Prozent des Kapitals stammt von deutschen Investoren.

Bildquellen: UBS

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