von €uro-Redakteur Matthias Fischer
Von seinem New Yorker Büro aus hat der US-Investor Carl Icahn schon viele lukrative Geschäfte eingefädelt. Sein jüngster Coup: Mitte Mai 2010 kaufte er sich mit 8,5 Prozent bei Lawson Software ein. Das Unternehmen aus St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota programmiert Unternehmenssoftware und zählt zu den Top Ten weltweit im Enterprise Resource Planning (ERP). Das sind Programme, die versuchen, die vorhandenen Ressourcen eines Unternehmens möglichst effizient einzusetzen.
Marktführer in diesem Bereich sind der Walldorfer Softwareriese SAP und sein hartnäckiger US-Konkurrent Oracle. Aber auch Microsoft spielt in diesem Segment eine bedeutende Rolle.

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Der Milliardär, der einen Hedgefonds mit einem Volumen von 6,5 Milliarden Dollar steuert, könnte darauf spekulieren, Lawson an einen der drei Giganten loszuschlagen – mit einem entsprechenden Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs von 8,20 Dollar. „Seien wir ehrlich“, sagt Mark Schappel, Analyst beim US-Vermögensverwalter The Benchmark Company, „er setzt auf den Verkauf des Unternehmens.“ Eines hat der 74-Jährige schon jetzt erreicht: Der ganze ERP-Markt träumt von Konsolidierungen. Neben Lawson wären etwa Epicor Software oder die britische Sage Group mögliche Übernahmekandidaten.
Icahn gilt als aggressiver und aktiver Investor, der Anteile erwirbt, um den Profit für die Aktionäre der jeweiligen Gesellschaft zu maximieren. Andererseits hat der Milliardär dabei nicht immer eine glückliche Hand gehabt, wie sein Abenteuer beim Internetportal Yahoo belegt. Ob’s ihn schert? Scheitert seine Spekulation, bleibt Icahn immer noch die beruhigende Perspektive aus seinem Bürofenster in den Central Park.