von Andreas Pilmes
Es ist noch nicht lange her, da galt Rick´s Cabaretals eines der besten kleinen US-Unternehmen an der Börse. Dabei ist das Business der an der US-Technologiebörse Nasdaq gelisteten Firma untypisch für diese Handelsplattform: Rick’s ist eine Kette von Oben-ohne-Bars mit Standorten im ganzen Land von San Antonio bis New York. Mit Stolz verweist der Konzern darauf, dass es viele seiner Tänzerinnen in die Oben-ohne-Magazine „Playboy“ und „Penthouse“ geschafft haben. „The economy got you down?“, lautet ein aktueller Werbespruch. Die Wirtschaft hat dich runtergebracht? Dazu sind eine spärlich bekleidete Blondine, ein opulentes Steak und diverse Sonderangebote zu sehen.
Allerdings hat die Wirtschaft vor allem Rick’s runtergebracht. So war auch das Börsenjahr 2010 für die Stripaktie ziemlich mies. Neben der schlechten Wirtschaftslage leidet das Unternehmen unter der digitalen Konkurrenz im Internet. Fundamental betrachtet ist die Aktie durchaus günstig bewertet. Sowohl das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) als auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegen bei 0,8. Das bedeutet, für einen Euro Umsatz oder einen Euro Buchwert zahlt die Börse gerade einmal 0,80 Euro. Wegen der bescheidenen Perspektiven sollten die Anleger aber trotzdem die Finger von der Aktie lassen.
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Rick’s ist kein Einzelfall: Männer respektive alles, womit sich in der männlichen Lebens- und Erlebniswelt Geld verdienen lässt, lohnen als Anlage kaum. Von wegen Sex sells – Sex ist an der Börse keine gewinnbringende Ware. Das haben auch die Geldvernichtungsbetriebe Beate Uhse, Condomi, Private Media (Pornofilme) oder Planet Platinum (Bordellbetreiber) gezeigt. In dieser Gesellschhaft gilt Rick’s sogar als positive Ausnahme.
Motorräder, Waffen, Fußball
Doch auch was sonst noch klischeehaft der Männerwelt zugerechnet wird, hat Probleme. Beispiel Harley-Davidson: Die Aktie des Kultmotorradherstellers ist von einstigen Höchstständen meilenweit entfernt. Der durchschnittliche Harley-Fahrer ist Ende vierzig und gemeinsam mit der Technik gealtert. Harley lebt vom Ersatzteilverkauf, das Management hat es versäumt, rechtzeitig neue Märkte zu erschließen. Zudem leidet Harley unter hohen Schulden. Die jüngsten Zahlen zum dritten Quartal 2010 waren aber ermutigend: Trotz sinkender Umsätze kletterte der Gewinn von 56,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 93,7 Millionen Dollar – vor allem dank der wieder erstarkten Finanzsparte.
Oder das Beispiel Smith & Wesson: Seit Sommer zielt der Kurs des Waffenherstellers mehr oder minder nach unten. Amerikas Waffennarren hatten aus Furcht vor einem harten Kurs der Obama-Administration bereits vor der Wahl aufgerüstet, und nun sind sowohl die privaten wie auch die militärischen Magazine offenbar ausreichend gefüllt.
Trotzdem empfehlen nach Angaben des Finanzinformationsdiensts Bloomberg von neun Analysten vier, die Aktie zu kaufen. Fünf raten, sie vorerst zu halten. Grund: Die Aktie ist günstig bewertet. Zudem erzielt das Unternehmen hohe Gewinnmargen: Die Rendite des eingesetzten Kapitals liegt bei 19 Prozent. Zwar unterliegt das Waffengeschäft kurzfristigen Zyklen, ist aber auf längere Sicht relativ stabil.
Und was ist mit dem Klassiker der Männerwelt, mit Fußball? Mit dem Siegeszug von Borussia Dortmund, dem Verein, der momentan souverän die Bundesliga anführt, hat sich der Kurs der BVB-Aktie in den vergangenen Wochen mehr als verdreifacht. Klingt gigantisch, aber da gibt es noch die Geschichte von Susi Hoeneß, der Frau des Präsidenten vom FC Bayern, Uli Hoeneß: Weil ihr Gatte zum einen im Fußballgeschäft und zum anderen auf dem Aktienmarkt erfolgreich ist, wollte sie es ihm gleichtun. Beim Börsengang von Borussia Dortmund kaufte Susi Hoeneß 5000 Aktien zum Stückpreis von elf Euro. Aktuell notiert das Papier bei 3,20 Euro. Die Aktie eignet sich nur für sehr spekulative Anleger, weil der Kurs stark von den sportlichen Erfolgen des Vereins abhängt.
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