01.02.2013 12:41
Bewerten
 (1)

Niederlande verstaatlichen viertgrößte Bank des Landes

Investor-Gespräche geplatzt
Der niederländische Staat hat bei dem kurz vor dem Kollaps stehenden Finanzkonzern SNS Reaal die Reißleine gezogen.
Nachdem Gespräche mit privaten Investoren über eine Kapitalspritze geplatzt sind, übernimmt der Staat die viertgrößte Bank des Landes nun selbst.

   Die Regierung wird dem Unternehmen eine Finanzspritze von 3,7 Milliarden Euro und weitere 6,1 Milliarden Euro an Krediten und Garantien gewähren, wie Finanzminister Jeroen Dijsselbloem auf einer Pressekonferenz ankündigte.

   Die Verstaatlichung sei unausweichlich geworden, nachdem SNS Reaal in den vergangenen Tagen massive Kapitalabflüsse zu verkraften hatte, sagte er. "Ohne eine Lösung wäre SNS Reaal bankrott gegangen und hätte das Finanzsystem in Gefahr gebracht", so der Politiker.

   Der niederländische Finanzsektor leidet immer noch unter der Finanzkrise, die 2008 ihren Höhepunkt erreicht hatte. Viele der nationalen "Champions" waren damals auf Rettung durch den Staat angewiesen, beispielsweise auch die ING Groep.

   Um die Rechnung für den Steuerzahler gering zu halten, müssen die übrigen Banken des Landes ihren Beitrag zur Rettung der SNS Reaal leisten. Sie werden 2014 insgesamt 1 Milliarde Euro berappen müssen. Die größte Bank ING lobte die Verstaatlichung trotz der auf sie zukommenden Kosten von voraussichtlich 300 bis 350 Millionen Euro als richtigen Schritt zur Sicherung des Finanzsystems.

   Die Verstaatlichung ist dennoch ein herber Schlag für den niederländischen Haushalt. Dijsselbloem sagte, das Haushaltsdefizit werde sich im Rahmen der Verstaatlichung um 0,6 Prozentpunkt ausweiten. Es seien möglicherweise Ausgabenkürzungen notwendig, damit die Verschuldungsgrenze der EU von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eingehalten werden kann.

   SNS Reaal hat mit verheerenden Verlusten aus Immobilienkrediten zu kämpfen. Das hat die Finanzposition des Instituts geschwächt. Die vom Staat 2008 erhaltenen Rettungsgelder in Höhe von 750 Millionen Euro kann SNS Reaal nicht zurückzahlen.

Dow Jones Newswires,  Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 05 29 AM EST 02-01-13

Bildquellen: jan kranendonk / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu ING Group NV (spons. ADRs)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
Keine Analysen gefunden.
mehr
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Meistgelesene ING Group NV (spons ADRs) News

Keine Nachrichten gefunden.
Weitere ING Group NV (spons ADRs) News



Die 5 beliebtesten Top-Rankings






mehr Top Rankings
Die Bundesregierung hat ein "starkes Signal" von Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland angekündigt: Was halten Sie von dieser Haltung?
Abstimmen
Direkt zu den Ergebnissen