25.01.2013 15:27
Bewerten
 (3)

Commerzbank: Betriebsrat läuft Sturm gegen Sparpläne

Jobabbau beschlossen
Der Betriebsrat der Commerzbank läuft gegen die Pläne der Konzernführung Sturm, 4.000 bis 6.000 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2016 zu streichen.
Betriebsrat und Gewerkschaft laufen Sturm gegen die Pläne der Commerzbank zum Abbau von bis zu 6.000 Stellen. "Die Pläne sind für uns nicht einmal verhandelbar, da muss sich der Arbeitgeber erst einmal bewegen", sagte Uwe Tschäge, Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsratsvize des teilverstaatlichten Konzerns, der Zeitung "Die Welt" (Freitag).

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch sagte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt: "Die Bank will mit weniger Leuten, die man schlechter bezahlt, die aber bei längeren Öffnungszeiten eine höhere Schlagzahl liefern, das Privatkundengeschäft nach vorne entwickeln. Ich weiß nicht, wie sich das Management das vorstellt."

Die Gewerkschaft hatte bereits am Donnerstag "entschiedenen Widerstand" gegen den "Kahlschlag" angekündigt. Mensch bekräftigte: "Wir halten dieses Gesamtkonzept für kontraproduktiv und nicht zukunftsweisend. Die Antwort auf Probleme im Privatkundengeschäft kann nicht Arbeitsverdichtung und niedrigere Bezahlung sein."

Die Commerzbank-Führung hatte den Gesamtbetriebsrat am Mittwoch über seine Pläne informiert, einen Tag später wurden die konkreten Zahlen öffentlich. 4.000 bis 6.000 Vollzeitstellen sollen bis zum Jahr 2016 gestrichen werden, nach Angaben der Gewerkschaft Verdi stehen allein in Deutschland bis zu 4.600 Stellen auf der Kippe. Erwogen wird zudem eine Verlagerung von Arbeit an kostengünstigere Standorte.

Einen Teil der verbleibenden Mitarbeiter will die deutsche Nummer zwei dem "Welt"-Bericht zufolge in niedrigere Tarifgruppen einstufen. Das hätte monatliche Gehaltseinbußen von mehreren hundert Euro pro Kopf zur Folge. "Gegen diese Pläne wird es von uns erheblichen Widerstand geben, aus unserer Sicht ist das ein klarer Tarifbruch", betonte Tschäge.

Nach Angaben von Gewerkschafterin Mensch ist geplant, für Standardprodukte sogenannte Beratungsassistenten einzusetzen, die dann schlechter bezahlt werden als die normalen Berater. "Es ist der Versuch, Tätigkeiten durch Standardisierung zu entwerten und dadurch billiger zu machen. Das führt zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Beratern. Das tragen wir nicht mit", betonte Mensch.

Das Management hat vor allem das zuletzt sehr schwache Privatkundengeschäft im Visier. Dort gebe es "gemessen an unseren Aktivitäten und Erträgen deutliche Überkapazitäten", erklärte Personalvorstand Ulrich Sieber in einer internen Mitteilung.

Die Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite sollen im Februar beginnen. Dabei geht es auch um flexiblere Öffnungszeiten der Filialen und das Thema Samstagsöffnung. Mensch zeigte sich in diesem Punkt kompromisslos: "Wir halten Samstagsarbeit nicht für erforderlich und sinnvoll. Das zeigen die bisherigen Erfahrungen deutlich."

Privatkundenchef Martin Zielke hatte die Erwartung geäußert, bis spätestens Mitte des Jahres Klarheit über einen flexibleren Einsatz von Mitarbeitern zu haben. Zielke hatte auch angedeutet, der Stellenabbau könnte geringer ausfallen, wenn die Arbeitnehmer der Bank entgegenkämen - etwa beim Thema Öffnungszeiten der Filialen: "Je besser unser Angebot ist, je zufriedener unsere Kunden sind, umso stärker sind wir damit auf der Ertragsseite und umso weniger Personal müssen wir abbauen."

Tschäge sagte der "Welt": "Wir fühlen uns durch das Vorgehen brüskiert. Bereits über die Medien Druck aufzubauen, noch ehe man mit den zuständigen Gremien gesprochen hat, das gehört sich nicht."/ben/DP/stb

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Julia Schwager/Commerzbank AG
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant1
  • Alle1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13.04.2015Commerzbank buySociété Générale Group S.A. (SG)
01.04.2015Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
01.04.2015Commerzbank overweightMorgan Stanley
31.03.2015Commerzbank NeutralCitigroup Corp.
27.03.2015Commerzbank buyHSBC
13.04.2015Commerzbank buySociété Générale Group S.A. (SG)
01.04.2015Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
01.04.2015Commerzbank overweightMorgan Stanley
27.03.2015Commerzbank buyHSBC
24.03.2015Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
31.03.2015Commerzbank NeutralCitigroup Corp.
19.03.2015Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
13.03.2015Commerzbank NeutralBNP PARIBAS
13.03.2015Commerzbank Holdequinet AG
13.03.2015Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
16.03.2015Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH
13.03.2015Commerzbank ReduceKepler Cheuvreux
13.03.2015Commerzbank SellUBS AG
06.03.2015Commerzbank ReduceKepler Cheuvreux
12.02.2015Commerzbank VerkaufenDZ-Bank AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Commerzbank Analysen

Heute im Fokus

DAX geht mit kräftigem Abschlag ins Wochenende -- Wall Street im Minus -- Winterkorn bleibt VW-Chef -- Balkanstaaten stellen Griechen-Banken unter Quarantäne -- Deutsche Bank, GE im Fokus

Obama lobt Kongress-Pläne zu Handelsabkommen TTIP. G20 kritisieren USA wegen IWF-Stimmrechtsblockade. Nächster Paukenschlag in Pharmaindustrie möglich: Teva erwägt Mylan-Kauf. Fresenius verhandelt über Zukauf in Israel. G20-Finanzminister optimistischer über Weltwirtschaft. Merkel sieht perspektivisch Freihandelszone mit Russland. Obama ermahnt Griechenland zu Reformen. US-Autobauer Ford investiert Milliarden in Mexiko. Auswärtiges Amt bringt Deutsche aus Jemen in Sicherheit.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die besten Flughäfen der Welt

Welche Startups werden von Investoren am höchsten bewertet?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

Die wundersame Welt von Google

mehr Top Rankings

Umfrage

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2014 das dritte Jahr in Folge gesunken. Sollte Deutschland diese Entwicklung 2015 mitmachen?