10.01.2013 13:17
Bewerten
 (2)

Juncker drängt auf direkte Bankenrettung durch ESM

   Von Frances Robinson

   BRÜSSEL--Der europäische Rettungsfonds ESM muss nach den Worten des scheidenden Eurogruppenchefs Jean-Claude Juncker in der Lage sein, Banken direkt zu rekapitalisieren. "Beim ESM laufen die Dinge in die richtige Richtung. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass der ESM alle Aufgaben erfüllen kann, die wir angedacht haben. Das schließt auch die direkte Rekapitalisierung von Banken ein", sagte Juncker vor Abgeordneten des EU-Parlaments. Der Eurogruppenchef zeigte sich vor den Parlamentariern aber zugleich besorgt, dass das Projekt der Bankenrettung durch den Rettungsschirm noch nicht in trockenen Tüchern ist. "Es ist wahr, hier bleibt ein großes Fragezeichen."

   Es liegt, so Juncker, an den Staats- und Regierungschefs zu entscheiden, ob der ESM nur Banken helfen wird, die in Zukunft in Schwierigkeiten geraten oder ob auch Geldhäuser unterstützt werden, die bereits in die Bredouille geraten sind. "Ich habe hier die persönliche Ansicht, dass es auch eine Art rückwärtige Betrachtung geben muss, sonst würde das Ganze viel von seinem Sinn verlieren."

   Bei dieser sensiblen Frage verwies Juncker darauf, dass alle Beschlüsse zum ESM im Konsens gefällt werden müssen. Der Luxemburger hofft aber, dass ein Ergebnis noch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres erzielt werden kann. Vor allem Spanien setzt darauf, die jetzt eingesetzten Milliarden zur Sanierung der maroden Banken des Landes später auf den ESM umwidmen zu können. Dadurch würde der Schuldenstand des Landes deutlich kleiner, was die Refinanzierung an den Finanzmärkten leichter machen würde.

   Der ESM wurde im vergangenen Jahr aufgesetzt und löst als dauerhafte Brandmauer den temporären Rettungsschrim EFSF ab. Er hat ein Volumen von 700 Milliarden Euro.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/DJN/chg/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   January 10, 2013 06:47 ET (11:47 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 47 AM EST 01-10-13

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt freundlich -- Dow dreht ins Minus -- Banken-Stresstest: Elf Institute durchgefallen? -- Boeing mit starken Zahlen -- Daimler verkauft Tesla-Anteil -- Yahoo, IBM, Siemens im Fokus

EZB - Banken erhalten Prüfergebnisse ab Donnerstag. Presseverlage erteilen Google überraschend Recht zur Gratisnutzung. Dreamliner-Kosten vermiesen Boeing-Aktionären die Stimmung. Aareal-Bank könnte Jahresprognose erneut anheben. FMC kauft US-Spezialisten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der EU bahnt sich neuer Haushaltsstreit an. Gabriel wehrt sich in USA gegen Ruf nach Konjunkturpaket.
Die zehn teuersten Aktien der Welt

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Wo tankt man am teuersten?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Verkehrsminister Dobrindt erwägt scheinbar, die Pkw-Maut vorerst nur auf Autobahnen einzuführen. Was halten Sie von diesem Rückzieher?