24.12.2012 08:45

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KONJUNKTUR IM BLICK/Erst nach dem Jahreswechsel wird es spannend


   Von Hans Bentzien

   Wer jetzt in den Urlaub geht, verpasst konjunkturell gesehen nicht viel: Der Datenkalender für die letzte Dezember-Woche enthält als einzige nennenswerte Termine den Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA, die am Case-Shiller-Index gemessenen US-Hauspreise und den privaten Verbrauch in Frankreich.

   Interessant wird es dann erst wieder im nächsten Jahr. Am 2. Januar veröffentlicht das Statistische Bundesamt vorläufige Verbraucherpreisdaten für Dezember. Diese Veröffentlichung ist die letzte, bei der der Index auf Basis des Jahres 2005 gerechnet wird. Das Basisjahr der Februar-Daten ist dann 2010. Aus diesem Grund werden die statistischen Landesämter Ende Januar voraussichtlich keine eigenen Januar-Berechnungen veröffentlichen.

   Am 3. Januar stehen der Geldmengenausweis der Europäischen Zentralbank (EZB) für November und der deutsche Arbeitsmarktbericht für Dezember im Mittelpunkt des Interesses. Das Wachstum der breiten Geldmenge M3 hat sich im Oktober unerwartet deutlich verstärkt. Es signalisiert aber immer noch keinen mittelfristig erhöhten Inflationsdruck und ist zudem stark von unsicherheitsbedingten Liquiditätserwägungen der Anleger beeinflusst.

   Auch die Kreditvergabe ist im Oktober schwach gewesen, was die EZB aber größtenteils auf die maue Kreditnachfrage der Unternehmen zurückführt, an der sie wenig ändern kann. Desweiteren werden die Geldmengendaten Aufschluss über die Einlagenentwicklung bei den Banken des Euroraums geben. In den vergangenen beiden Monaten waren die Bankeinlagen in einigen Peripherieländern gestiegen, was als ein Ende der Kapitalflucht aus Südeuropa gedeutet worden war.

   Die Arbeitslosigkeit in Deutschland, über die die Bundesagentur für Arbeit am gleichen Tag berichtet, dürfte auch im Dezember niedrig gewesen sein. Zwar dürfte die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl wie in den Vormonaten leicht gestiegen sein, doch ist mit einer nach wie vor sehr niedrigen Arbeitslosenquote von um die 6,9 Prozent zu rechnen.

   Der Arbeitsmarktbericht aus den USA, der am Freitag auf dem Programm steht, könnte weniger positiv ausfallen. Beobachter befürchten, dass die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen unter der Unfähigkeit der Politik gelitten haben könnte, sich auf einen Kompromiss zu Steuern und Ausgaben zu einigen. In einer Eintrübung der Frühindikatoren hat sich diese Entwicklung bereits angedeutet.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/chg

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   December 24, 2012 02:15 ET (07:15 GMT)

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