05.02.2013 17:40
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KORREKTUR: Deutsche und New Yorker Börse müssen Gürtel enger schnallen

   (In dem um 16.45 Uhr gesendeten Artikel muss das neue Kostenziel der Deutschen Börse im dritten Satz des dritten Absatzes richtig 860 Millionen (UND NICHT 850 Millionen) Euro lauten. Es folgt eine korrigierte Fassung der Meldung:)

   Deutsche und New Yorker Börse müssen Gürtel enger schnallen

   --Gewinnrückgang bei beiden Börsenbetreibern

   --Deutsche Börse und NYSE müssen sparen

   --NYSE ist mit ICE-Fusion schon einen Schritt weiter

   (NEU: Durchgehend neu)

   Von Alexandra Edinger

   Für die Börsen dieser Welt ist das Umfeld derzeit alles andere als freundlich. Institutionelle Investoren halten sich - trotz teils stark gestiegener Aktienkurse - noch mit ihrem Engagement an den Börsen zurück. Gerade große Kunden wie Banken haben den Handel, insbesondere mit riskanten Anlagen, heruntergefahren, um das Eigenkapital zu entlasten. Und private Anleger sind wegen der weiter schwelenden Finanzkrise ebenfalls nicht in Stimmung für einen regen Aktienhandel. Das Resultat sind sinkende Umsätze an den Börsen, denen damit das klassische Geschäft wegbricht. Sowohl Deutsche Börse als auch die New Yorker Börse NYSE begegnen dem Problem nun mit einer weiteren Sparrunde.

   Die Deutsche Börse musste am Dienstag überraschend eingestehen, dass der Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent auf 660 Millionen Euro geschrumpft ist. Als Gegenmittel will der Frankfurter Konzern zusätzliche 70 Millionen Euro sowohl bei den jährlichen Personal- als auch den Sachkosten kürzen. 200 Mitarbeitern und 50 Führungskräften bietet die Deutsche Börse ein "Freiwilligenprogramm" an, ähnlich wie es das schon einmal gegeben hat. Damals wurde den Mitarbeitern etwa eine Frühverrentung angeboten oder die Reduzierung der Arbeitszeit. Die Details werden noch mit dem Betriebsrat verhandelt. Die Personalkosten sollen so um 30 Millionen Euro sinken.

   Das ursprüngliche Ziel, zum Jahresende 2012 die Betriebskosten unter 930 Millionen Euro zu drücken, hat das Unternehmen schon erreicht. Jetzt sollen davon nochmal 70 Millionen weg. Das neue Ziel für die Betriebskosten lautet auf 860 Millionen Euro ab 2016. Auf Grund verstärkter Investitionen erwartet das Unternehmen ab 2013 dennoch einen "moderaten Anstieg der operativen Kosten" über die nächsten Jahre. Um die Effizienzverbesserungen überhaupt anschieben zu können, entstehen erstmal Kosten zwischen 90 und 120 Millionen Euro. Der größte Teil davon soll bereits 2013 ergebniswirksam als Rückstellung anfallen.

   Bei den Sparmaßnahmen befindet sich das Unternehmen in guter Gesellschaft: Auch der US-Börsenbetreiber NYSE muss sparen, weil der Gewinn eingebrochen ist. Im vierten Quartal ging der Nettogewinn sogar um drei Viertel auf 28 Millionen US-Dollar zurück. Selbst wenn man Sondereffekte wie Abschreibungen und die Abwicklung der Umweltbörse Blunext herausrechnet, befand sich der Gewinn mit 105 Millionen Dollar im Rückwärtsgang. Hinzu kommen Belastungen aus dem geplanten Zusammenschluss mit dem Wettbewerber ICE.

   Der New Yorker Börsenbetreiber hat seine Kosten 2012 um 115 Millionen Dollar reduziert. Die Maßnahme ist Bestandteil eines Zwei-Jahres-Plans, dessen Ziel eine Kostenreduktion um 250 Millionen Dollar ist. Die Reduktion wurde durch den Ausstieg aus verschiedenen Projekten und Geschäftszweigen erreicht.

   Ursprünglich hätten NYSE und Deutsche Börse gerne fusioniert, um sich gemeinsam ein größeres Stück der schrumpfenden Handelsvolumina zu sichern und gleichzeitig die Kosten zu drücken. Aber die EU-Kommission schob den Plänen im Frühjahr 2012 einen Riegel vor. Der Deutsche Börse bleibt daher vorerst nur das Wachstum aus eigener Kraft und das Sparen. Kosten senken ist aber kein nachhaltiges Unternehmenskonzept.

   Für die Börsenbetreiber weltweit heißt das, eine Strategie muss her, um sich neue Geschäftsfelder zu erschließen und damit die schwindenden Handelsumsätze aufzufangen. Die meisten setzen weiterhin auf das Prinzip Hoffnung, dass die Märkte irgendwann wieder anspringen werden und man bis dahin richtig positioniert ist, um Chancen zu nutzen.

   Die NYSE hat schon Nägel mit Köpfen gemacht. Sie lässt sich von dem Betreiber der boomenden Rohstoffbörse ICE kaufen. Für den deutschen Börsenbetreiber ist die Lage schon schwieriger. Nach dem Fiasko mit der gescheiterten NYSE-Fusion strecken die Frankfurter ihre Fühler nach Asien aus und hoffen, dort neue Geschäftschancen erschließen zu können. Angaben darüber, wie oder mit welchem Partner das gelingen kann, ist die Deutsche Börse bislang aber schuldig geblieben.

   Kontakt zur Autorin: alexandra.edinger@wsj.com

   DJG/aed/jhe/brb

   (END) Dow Jones Newswires

   February 05, 2013 11:10 ET (16:10 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 10 AM EST 02-05-13

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