(Berichtigung: Im zweiten Satz wird klargestellt, dass es sich bei der Umsatzgröße lediglich um eine Erwartung handelt.)
DETTINGEN/ERMS (dpa-AFX) - Der Automobilzulieferer ElringKlinger ist mit einem blauen Auge durch die Wirtschaftskrise gekommen. Für das vergangene Jahr werde ein Umsatz zwischen 570 und 580 Millionen Euro erwartet, sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Donnerstag im Tübinger Presseclub. Das wäre ein Minus von 12 bis 13 Prozent. Die Ebit-Marge habe voraussichtlich bei 9 bis 10 Prozent gelegen, das wäre ein Gewinn vor Zinsen und Steuern zwischen 51 und 58 Millionen Euro nach 71,5 Millionen im Jahr 2008. Damit liegen die Zahlen des Dichtungsspezialisten aus Dettingen/Erms südöstlich von Stuttgart am oberen Ende der eigenen Prognosen. Genaue Zahlen will die im MDAX gelistete Gesellschaft am 30. März vorlegen.
Im vierten Quartal hätten die Geschäfte sehr stark angezogen, sagte Wolf. "Unsere Auftragsbestände sehen gut aus." Seit dem 1. Februar gebe es keine Kurzarbeit mehr in der Gruppe und auch Neueinstellungen seien in den kommenden Monaten geplant. Um Kosten zu sparen, hatte ElringKlinger im vergangenen Jahr mehr als 200 Arbeitsplätze abgebaut. Zum Jahreswechsel waren noch knapp 4000 Menschen beschäftigt, davon rund 1.200 in Dettingen/Erms.
Er sei zuversichtlich, dass die Gruppe von diesem Jahr an wieder deutlich schneller wachsen werde als der Markt, sagte Wolf. Fünf bis sieben Prozent Wachstum beim Umsatz und noch etwas mehr beim Ergebnis seien das Ziel. Vor allem das Asien-Geschäft, das zuletzt 11,2 Prozent zu den Erlösen beitrug, werde deutlich ausgeweitet. In China soll der Umsatz von 20 Millionen im vergangenen Jahr auf 80 Millionen im kommenden steigen.
Gleichzeitig bereite man sich auf neue Antriebstechniken bei Fahrzeugen vor. 90 Prozent aller Teile des Spezialisten für Zylinderkopfdichtungen und Abschirmteile werden in Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren eingebaut. Neben Entwicklungen für Brennstoffzellen beginne das Unternehmen derzeit mit der Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus.
Trotzdem sei er überzeugt, dass es die klassischen Verbrennungsmotoren noch lange geben werde, sagte Wolf. In fünf bis sieben Jahren könnten selbst große Autos durch verbesserte Motoren mit drei bis fünf Litern Diesel auf 100 Kilometern auskommen. Weil die Motoren dafür noch deutlich kleiner werden müssten, biete vor allem der Markt für Abschirmteile dem Unternehmen große Chancen - denn in kleinen Motoren werde es immer wichtiger, die empfindliche Elektronik vor Hitze zu schützen./mhe/DP/stb