(Korrektur: Korrigiert wurde im zweiten Absatz, erster Satz die Aussage zum Umsatz in den Sparten. Die Umsätze in allen Sparten sanken rpt sanken.)
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Elektrokonzern Siemens hat nach einem überraschend starken zweiten Geschäftsquartal seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Analysten hatten fest mit einer Anhebung gerechnet. Siemens rechne nun für das laufende Geschäftsjahr mit einem Ergebnis der Sektoren über dem Vorjahreswert von 7,5 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Bislang hatten die Münchener einen operativen Gewinn in Höhe von 6 Milliarden bis 6,5 Milliarden Euro und ein Gewinnplus bei den fortgeführten Aktivitäten von rund 20 Prozent in Aussicht gestellt. Sollte Siemens die 7,5 Milliarden übertreffen, wäre es der bislang höchste operative Gewinn. An seiner Umsatzprognose rüttelt der Konzern nicht. Die Erlöse dürften um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zurückgehen, bekräftigte der Vorstand.
Im zweiten Quartal schlugen sich die drei Konzern-Sektoren trotz unterm Strich sinkender Umsätze erneut höchst unterschiedlich. In der Energiesparte verzögern sich weiterhin die Großaufträge für fossile Kraftwerke und auch in einigen Teilen des Infrastrukturgeschäfts im Industriesektor fehlen die größeren Order. Bei Industrielösungen sanken Auftragseingang und Umsatz. Insgesamt sieht Siemens im Industriegeschäft aber Anzeichen einer Stabilisierung. In der Lichtsparte Osram verdiente der Konzern weiter gutes Geld, ebenso wie in der Industrieautomatisierung. Hier halfen auch geringere Kapazitäten und Kosteneinsparungen. Bei den erst spät von einer Erholung profitierenden Geschäften wie der Antriebstechnik und Gebäudetechnik sei mittlerweile die Talsohle erreicht.
In der Gesundheitssparte sieht Siemens mit der Verabschiedung der US-Gesundheitsreform etwas weniger Unsicherheit im Markt. Das habe die Investitionszurückhaltung der Kunden reduziert. Der Auftragseingang lag auf dem Niveau des Vorjahres. Ihren Profit steigerte die Sparte von 355 Millionen auf 492 Millionen Euro. Hier profitierte Siemens wie in den anderen Sparten auch von einem bereits zuvor angekündigten Pensions-Ertrag.
In den Schwellenländern zogen die Umsätze abermals an, in der Region Asien und Australien war es ein plus von zehn Prozent. In Amerika, Europa, Afrika und im Mittleren Osten sanken die Erlöse.
Die Bestellungen bei Siemens gingen von Januar bis März von 20,864 Milliarden Euro auf 17,844 Milliarden zurück. Im Vorjahr hatten allerdings allein Aufträge für Komponenten für Hochgeschwindigkeitszüge in China und ein Kraftwerks-Auftrag aus dem Irak die Orderbücher mit rund zwei Milliarden Euro gefüllt. Der Umsatz sank von 18,955 Milliarden Euro auf 18,227 Milliarden. Das Sektorenergebnis, in dem sich das Ergebnis der drei Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie und Gesundheit widerspiegelt, stieg von 1,844 Milliarden Euro auf 2,138 Milliarden Euro. Unterm dem Strich stand ein Gewinn von 1,498 Milliarden Euro, rund die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Mit seinem Zahlenwerk übertraf Siemens mit Ausnahme des Auftragseingangs für den Sektor Energie durch die Bank die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten. Vorbörslich lag die Siemens-Aktie mit 1,02 Prozent im Plus.
Wichtige Siemens-Rivalen wie die niederländische Philips Electronics , die US amerikanische General Electric (GE) oder die Schweizer ABB haben bereits über das erste Quartal des Jahres 2010 berichtet. Siemens konnte im Vergleich weniger Aufträge als die Konkurrenten einsammeln, beim Umsatz schlugen sich die Münchener wie die meisten Konkurrenten. Nur Philips konnte mehr erlösen. Bei der EBIT-Marge erreichte der deutsche Konzern mit 11,4 Prozent das beste Ergebnis der vier./stb/wiz