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13.12.2012 11:04

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KORREKTUR/ROUNDUP: ThyssenKrupp räumt beim Führungspersonal auf

ThyssenKrupp zu myNews hinzufügen Was ist das?


    (Berichtigung der Meldung vom 6. Dezember, 9.11 Uhr: Damit wird im 5. Absatz klargestellt, dass Berlien erst seit dem Jahr 2009 für den Unternehmensbereich Aufzugstechnik zuständig ist. Im 7. Absatz wird klargestellt, dass die Essener Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Claassen im Zusammenhang mit sogenannten Luxusreisen eingestellt hat.)

 

    ESSEN (dpa-AFX) - Mit einem radikalen Schnitt beim Führungspersonal will ThyssenKrupp(ThyssenKrupp)-Chef Heinrich Hiesinger Ordnung schaffen in seinem kriselnden Industriekonzern. Drei der insgesamt sechs Vorstandsmitglieder müssen nach Korruptionsvorwürfen und hohen Verlusten in Amerika gehen. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat begrüßten die Pläne als "Signal für einen Neuanfang". Die Aktien von ThyssenKrupp notierten zum Handelsstart praktisch unverändert.

 

    Die Nachricht kam wie ein Donnerschlag: Mit Edwin Eichler, Olaf Berlien und Jürgen Claassen soll jedes zweite Vorstandsmitglied den Konzern zum Jahresende verlassen. Dies habe der Personalausschuss des Aufsichtsrats dem Gremium am Mittwoch empfohlen, teilte ThyssenKrupp mit. Damit zieht Deutschlands größter Stahlkonzern Konsequenzen aus dem Milliardendebakel beim Bau von Stahlwerken in Brasilien und den USA sowie der Aufdeckung einer Reihe von Korruptionsfällen.

 

    Der Schritt diene den "notwendigen Veränderungen des Führungssystems und der Führungskultur im Konzern" und sei ein "klares Signal nach außen und nach innen", heißt es in der Mitteilung. Endgültig soll der Aufsichtsrat an diesem Montag (10. Dezember) entscheiden. Eichler, Berlien und Claassen seien mit der einvernehmlichen Aufhebung ihrer Verträge einverstanden.

 

    Von der Arbeitnehmerseite hieß es, Transparenz und Ehrlichkeit im Umgang miteinander seien nicht mehr in jedem Fall selbstverständlich gewesen. "ThyssenKrupp steht vor großen Herausforderungen und braucht das Vertrauen der Kunden und der Beschäftigten. Das geht nur mit einem echten Neuanfang", sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Bertin Eichler einer Mitteilung zufolge.

 

    Auf ThyssenKrupp kommen nach der Aufdeckung eines Aufzugs- und Rolltreppenkartells gleich mehrere Schadenersatzklagen zu. Dem Berliner Landgericht liegen Schadenersatzklagen von Städten und der Bahn sowie von mehreren Bauunternehmen vor. Die EU-Kommission hatte bereits eine millionenschweren Geldbuße verhängt. Alle Vorwürfe hinsichtlich des Aufzugs-und Rolltreppenkartells betreffen ausschließlich den Zeitraum vor 2004. Berlien ist für den betroffenen Unternehmensbereich erst seit 2009 zuständig. Sein Vertrag sollte eigentlich erst am 31. März 2017 auslaufen.

 

    In der Vergangenheit war der Essener Konzern auch mit einem Schienenkartell in die Schlagzeilen geraten. Es war im vergangenen Jahr aufgeflogen. Das Bundeskartellamt hatte daraufhin im Juli dieses Jahres wegen Absprachen zulasten der Bahn ein Bußgeld von 103 Millionen Euro gegen ThyssenKrupp verhängt.

 

    Die Staatsanwaltschaft Essen hat am 6.12.2012 mitgeteilt, dass die Ermittlungen gegen Vorstand Jürgen Claassen in Hinblick auf sogenannte Luxusreisen in Begleitung von Journalisten eingestellt wurden. Es habe sich kein Anfangsverdacht für das Vorliegen von Straftaten ergeben. Die Essener Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Claassen wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit einer USA-Reise. Claassen hatte den Aufsichtsrat gebeten, ihn bis auf weiteres von seinen Vorstandsaufgaben zu entbinden. Der frühere Pressesprecher war im Vorstand für die Einhaltung rechtlicher Vorgaben zuständig, sein Vertrag sollte ursprünglich bis 20. Januar 2016 gehen.

 

    Edwin Eichler ist bisher im Vorstand für die Stahlsparte zuständig, sein Vertrag sollte am 30. September 2017 enden. Für seine Sparte Steel Americas mit den Werken in Brasilien und den USA sucht ThyssenKrupp Käufer. Die Anlagen haben sich als Milliardengrab erwiesen.

 

    Der Bau und Hochlauf beider Werke hat nach Angaben von Hiesinger aus dem Mai bislang rund zwölf Milliarden Euro verschlungen. Die Prüfung der Projekte habe ergeben, dass die Planungen des früheren Vorstands deutlich zu optimistisch gewesen seien oder sich im Nachhinein als falsch erwiesen hätten, teilte ThyssenKrupp jetzt mit./hff/kie/DP/stk

 

 

  

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