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28.11.2011 11:35

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KORREKTUR: UPDATE: MAN und IPIC legen Streit um Ferrostaal bei

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(In der um 10.00 Uhr gesendeten Meldung "MAN und IPIC legen Streit um Ferrostaal bei" muss der Ferrostaal-Käufer im 2. Satz des 1. Absatzes korrekt "MPC Gruppe" heißen und nicht "MPC Capital". Es folgt die korrigierte Fassung. Die Korrektur bezieht sich auch auf die um 8.01 Uhr und um 9.30 Uhr gesendeten Meldungen) UPDATE: MAN und IPIC legen Streit um Ferrostaal bei --MAN einigt sich mit IPIC in der Causa Ferrostaal

   --MAN kauft Ferrostaal zurück und gibt Industriedienstleister an MPC weiter

   --Einigung befeuert Spekulationen über Lkw-Allianz mit Scania

(Durchgehend neu)

Von Nico Schmidt Dow Jones NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Der monatelange Streit um Ferrostaal hat ein Ende: MAN und der arabische Staatsfonds IPIC einigten sich am Montag nach zähem Ringen auf eine Lösung für das zuletzt arg von der Unsicherheit über die Zukunft gebeutelte Unternehmen. MAN wird Ferrostaal zurückkaufen und an die Beteiliungsgesellschaft MPC Gruppe weiterverkaufen. Mit dieser Einigung könnte auch die Lkw-Allianz von MAN und Scania unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns einen Schritt näher gerückt sein.

   Der Münchener DAX-Konzern MAN wird IPICs Ferrostaal-Anteil für 350 Mio EUR übernehmen. Mit dem am Montag unterzeichneten Vergleich sind alle wechselseitigen Ansprüche abgegolten. MAN-Finanzvorstand Frank Lutz begrüßte die nun gefundene Einigung: "Wir freuen uns sehr, dass wir die Gespräche mit IPIC in versöhnlicher Weise beenden konnten mit einem Ergebnis, das für alle Beteiligten akzeptabel ist. Wir haben den Weg für einen erfolgreichen Neustart der Ferrostaal bereitet."

   IPIC (International Petroleum Investment Company) hatte 2009 einen 70-prozentigen Ferrostaal-Anteil von MAN gekauft und wurde unmittelbar nach der Mehrheitsübernahme von Korruptionsvorwürfen gegen den Industriedienstleister auf dem falschen Fuß erwischt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, mit der Zahlung von Schmiergeldern Aufträge im Ausland an Land gezogen zu haben. Vor allem bei U-Boot-Verkäufen an Griechenland waren fragwürdige Praktiken entdeckt worden. Die Araber lehnten daher die eigentlich vereinbarte Übernahme des Rests von Ferrostaal ab. Seither stritten sich beide Parteien, wer für die Kosten und die zukünftigen Risiken der Vergehen aufkommen muss.

   MAN wird Ferrostaal jedoch nicht behalten, sondern den Industriedienstleister unmittelbar nach dem Abschluss des Rückkaufs für bis zu 160 Mio EUR an den Hamburger Finanzinvestor MPC verkaufen. MPC hält Beteiligungen in den Bereichen Financial Services, Schiffe und Schiffsbau sowie Rohstoff- und Maschinenhandel und will mit Ferrostaal den Geschäftsbereich Industrial Services stärken.

   Die Beteiligungsfirma will das Unternehmen, das in diesem Jahr wohl den ersten Verlust der Geschichte schreiben wird, zügig auf die Erfolgsspur zurückführen. "Ferrostaal hat einige Baustellen, aber der Wert ist unvermindert da", sagte der geschäftsführende Gesellschafter, Axel Schroeder, dem Handelsblatt (Montagausgabe). "Ich bin mir sicher, dass wir das Verlorene wieder aufholen können". Wichtig sei insbesondere, das Vertrauen der Banken zurückzugewinnen. Einschnitte sind zunächst nicht zu erwarten: "Wir haben derzeit keine Pläne für einen Umbau", so Schroeder. Der Konzernsitz für das Unternehmen mit 4.500 Mitarbeitern soll in Essen bleiben. "Einen Verkauf von Teilen planen wir nicht."

   Auch das wegen der Korruptionsvorwürfe anhängige Gerichtsverfahren gegen Ferrostaal soll schon bald Geschichte sein. Mitte Oktober kündigte Ferrostaal an, durch die Zahlung von knapp 150 Mio EUR einen Vergleich mit der Staatsanwaltschaft schließen zu wollen. Die Fortschritte an allen Fronten nähren am Markt Spekulationen, VW könnte bei der geplanten Lkw-Troika unter dem eigenen Konzerndach nun Nägel mit Köpfen machen.

   Europas größter Autobauer strebt seit Jahren eine Nutzfahrzeug-Troika mit MAN und Scania an, die es mit den Branchenschwergewichten Daimler und Volvo aufnehmen können soll. Die Mehrheit an Scania hält VW bereits seit Jahren, die an MAN seit Anfang des Monats. Einer wie auch immer gearteten Integration standen bisher die Streitigkeiten um Ferrostaal und der Schmiergeldskandal im Weg. Das hatten VW-Chef Martin Winterkorn und der einflussreiche Aufsichtsratsvorsitzende von VW und MAN, Ferdinand Piëch, in den vergangenen Monaten gebetsmühlenartig betont.

   Da diese Themen nun aber bald Geschichte sein könnten, könnte auch die Lkw-Allianz vorankommen. "Das nimmt Unsicherheit aus dem Markt", meint ein Händler. Die MAN-Aktie gewinnt am Morgen entsprechend stark hinzu: Mit einem Plus von knapp 6% auf 59,30 EUR ist das Papier stärkster Wert im DAX.

-Von Nico Schmidt; Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/mgo/jhe (END) Dow Jones Newswires

   November 28, 2011 05:04 ET (10:04 GMT)

   Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.- - 05 04 AM EST 11-28-11

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