29.12.2012 06:00
Bewerten
 (4)

Verzerrte Ansichten im Gebührenstreit

Kabelfernsehen
ARD und ZDF zahlen ab Januar nicht mehr an Kabel Deutschland. Die Landesmedienanstalten befürchten „Nachteile für Zuschauer“.
€uro am Sonntag

von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Unmittelbar vor Auslaufen der Verträge zwischen dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) und den öffentlich-rechtlichen Sendern zum 31. Dezember zeichnet sich kein Ende des Streits um die sogenannten Einspeisegebühren ab. ARD und ZDF wollen diese Gebühren für die Einspeisung ihrer Programme ab 1. Januar nicht mehr an KDG zahlen.

„Entgeltpflicht besteht“
In den Streit hat sich jetzt die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) zu Wort gemeldet. „Grundsätzlich gehen die Medienanstalten von der Entgeltpflichtigkeit der Einspeisung aus“, sagte DLM-Vorsitzender Thomas Fuchs zu €uro am Sonntag. „Deshalb fordern wir die Beteiligten auf, sich zu einigen. Wir bedauern die Entwicklung, weil Nachteile für die Zuschauer nicht auszuschließen sind, falls sich öffentlich-rechtliche Sender und ­Kabelnetzbetreiber nicht grundsätzlich einigen.“ Die 14 Landesmedienanstalten sind die Aufsichts- und Zulassungsbehörden für die privaten Radio- und Fernsehprogramme in Deutschland sowie zuständig für die Plattformregulierung und damit für die Belegung von Kabelnetzen.

Eine KDG-Sprecherin bekräftigte am Freitag, dass der größte deutsche Kabelnetzbetreiber bei Ausbleiben der Zahlungen „das Leistungsspek­trum überprüfen“ wolle — im Klartext, dass einzelne Programme der Sender nicht mehr ins KDG-Kabelnetz eingespeist werden könnten. Branchenkreise gehen davon aus, dass sich das insbesondere auf dritte ARD-Programme bezieht, die in anderen Bundesländern gesendet werden, also etwa das Programm des BR in Nordrhein-Westfalen.

Unklar ist, auf welcher rechtlichen Grundlage die Geschäftsbeziehung zwischen den Kontrahenten ab dem 1. Januar überhaupt weiterlaufen soll. Die DLM weist darauf hin, dass laut Rundfunkstaatsvertrag neue Verträge geschlossen werden müssen. „Wenn eine Einigung nicht zustande kommt und die Kabelunternehmen die Einspeisepraxis ändern, sehen sich die Medienanstalten in ­einer Schlichterrolle“, sagte Fuchs. ARD und ZDF hatten die Verträge bereits im Sommer zum 31. Dezember gekündigt. Konkret geht es um Zahlungen von 60 Millionen Euro jährlich an die Kabelnetzbetreiber, davon 27 Millionen an die KDG. Die ­Öffentlich-Rechtlichen sind der Ansicht, die Gebühren seien ein Relikt aus der Aufbauzeit der Kabelnetze. KDG wiederum sieht in der Bereitstellung des Kabelnetzes eine bezahlpflichtige Dienstleistung.

Richter: „Keine Bezahlpflicht“
KDG hat ARD und ZDF deshalb mit einer regelrechten Klagewelle überzogen. In einer ersten Anhörung gegen den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Berliner Landgericht bezweifelte der Richter, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig für die Verbreitung ihrer Programme zahlen müssen. Der Richter war der Ansicht, dass KDG mit der Verbreitung des Signals einer Verpflichtung nachkomme, dass aber keine Bezahlpflicht bestehe.

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Kabel Deutschland Holding AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Kabel Deutschland Holding AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
12.08.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
25.07.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
27.06.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
28.05.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
05.02.2014Kabel Deutschland verkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
28.06.2013Kabel Deutschland kaufenDeutsche Bank AG
25.06.2013Kabel Deutschland kaufenCommerzbank AG
18.06.2013Kabel Deutschland kaufenCommerzbank AG
17.06.2013Kabel Deutschland kaufenExane-BNP Paribas SA
13.06.2013Kabel Deutschland kaufenBarclays Capital
05.02.2014Kabel Deutschland haltenWarburg Research
30.01.2014Kabel Deutschland haltenBankhaus Lampe KG
23.01.2014Kabel Deutschland haltenBarclays Capital
16.01.2014Kabel Deutschland haltenCitigroup Corp.
14.11.2013Kabel Deutschland haltenExane-BNP Paribas SA
12.08.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
25.07.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
27.06.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
28.05.2014Kabel Deutschland VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
05.02.2014Kabel Deutschland verkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Kabel Deutschland Holding AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX gibt ab -- Dow stabil -- EZB startet Wertpapierkäufe zur Konjunkturbelebung -- HOCHTIEF-Aktie steigt -- Rocket Internet-Aktie startet mit Fehlzündung -- Pimco, Lufthansa im Fokus

Starinvestor Warren Buffett wird Autohändler. Allianz macht Oliver Bäte zum neuen Vorstandschef. adidas führt Liste der umsatzstärksten Textilfirmen in der EU. General Motors will 2016 in Europa endlich wieder Gewinne einfahren. Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann bekräftigt Unschuld im Fall Kirch. Oberklasse spürt harten Wettbewerb in Europa.
Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

Die Fluglinien mit den zufriedensten Passagieren

mehr Top Rankings

Umfrage

Beim Kauf eines Finanzproduktes vertraue ich in erster Linie auf Informationen: