LONDON (dpa-AFX) - Der Wasch- und Putzmittelhersteller Reckitt Benckiser spuckt Bayer in die Suppe: Am späten Donnerstagabend kündigten die Briten ein Gegenangebot für den US-Anbieter von Vitamien und Nahrungsergänzungsmitteln Schiff Nutrition an. Reckitt will 42 US-Dollar je
Aktie zahlen. Das Angebot der Leverkusener beläuft sich hingegen bisher nur auf 34 Dollar. Ein Bayer-Sprecher wollte auf Anfrage zunächst keinen Kommentar abgeben. Die Schiff-Titel sprangen im nachbörslichen Handel um knapp 30 Prozent auf 44
Dollar nach oben. Aktionäre scheinen sich also auf einen Bieterkrieg zwischen den Deutschen und den Briten einzurichten.
Bayer HealthCare hat bereits einen Fusionsvertrag mit Schiff geschlossen und rechnete bisher damit, dass die Übernahme bis Ende des Jahres über die Bühne geht. "Das Schiff-Geschäft stärkt unsere Präsenz und Stellung in den USA deutlich, wo mehr verschreibungsfreie Produkte und Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden als in jedem anderen Land der Welt", hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers gesagt. Zum Produktportfolio von Schiff gehören unter anderem die Kernmarken MegaRed, Move Free und Airborne. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende Mai) mit rund 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 259 Millionen Dollar und peilt für das laufende Jahr ein Umsatzplus von 43 bis 46 Prozent an.
RECKITT: KEIN FINANZIERUNGSVORBEHALT
Reckitt betonte, sein Angebot stehe nicht unter einem Finanzierungsvorbehalt. Man sei zuversichtlich, dass der Verwaltungsrat von Schiff den Vorschlag als "überlegen" ansehen werde. Der abzuschließende Vertrag werde dem zwischen Schiff und Bayer ähnlich sein./he