DAX & Dow unter Schock: Tiefrot ins Wochenende -- Köhler unterzeichnet Griechenland-Gesetz - Verfassungsbeschwerde -- Deutsche Banken: 8 Mrd. für Athen -- AIG, Daimler, Tognum, HRE, RBS im Fokus
- D: Handel mit europäischen Ländern 2009
- USA: Arbeitslosenquote April
- USA: Beschäftigte ex Agrar April
- USA: Verbraucherkredite März
- Andritz: Quartalszahlen
- Aurubis: Quartalszahlen
- Belgacom: Quartalszahlen
- Hansen Natural: Quartalszahlen
- Klöckner-Werke: Quartalszahlen
- MediGene: Quartalszahlen
- Mitsubishi: Quartalszahlen
- Munich Re: Quartalszahlen
- OMV: Quartalszahlen
- Panasonic: Quartalszahlen
- Pfleiderer: Quartalszahlen
- PSI Group: Quartalszahlen
- Rheinmetall: Quartalszahlen
- Tognum: Quartalszahlen
- Toshiba: Jahresabschluss
DAX erneut deutlich unter VerkaufsdruckDie deutschen Anleger ließen sich von der Stimmung der US-Kollegen anstecken - der hiesige Aktienmarkt gab nach dem gestrigen Kurseinbruch an der Wall Street ebenfalls nach. Dabei war der Kursrutsch in New York nur teilweise fundamental zu erklären und wohl eher auf menschliches Versagen zurückzuführen, er zeigte allerdings, wie nervös die Marktteilnehmer angesichts der akuellen Schuldenkrise in Südeuropa reagieren. Die Verluste in Frankfurt waren zunächst überschaubar, am Nachmittag setzte mit deutlich schwachen Tendenzen in New York erneut eine massive Verkaufswelle ein.
Die Situation rund um Griechenland blieb auch am Freitag bestimmendes Thema an den Parketts. Bundestag und Bundesrat entschieden heute über den deutschen Anteil am milliardenschweren Nothilfepaket für das Land, das französische Parlament hatte die Zahlungen Frankreichs zuvor ebenfalls durchgewunken. Unterdessen gehen die Proteste in Griechenland selbst weiter, nachdem das drastische Sparprogramm, das Voraussetzung für den Erhalt von Hilfen durch IWF und EU ist, abgesegnet wurde. Händlern zufolge wird in den USA zudem darüber spekuliert, dass Amerika in Europa einspringen muss, wenn neben Griechenland auch weiteren Ländern wie etwa Portugal und Spanien die Pleite droht.
Daneben standen am Freitag erneut einige Quartalsbilanzen auf der Agenda, die für Bewegung sorgten: Die Munich Re hat ihre Umsatzprognose angehoben und ein neues Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Pfleiderer hat unterdessen rote Zahlen geschrieben, während sich bei Tognum Stabilisierungstendenzen abzeichneten. Überraschend gut fiel die Bilanz von Rheinmetall aus, die Anleger ließen sich davon aber nicht zu Käufen animieren. Auch Aurubis hat einen Blick in seine Geschäftsentwicklung erlaubt.
Am Nachmittag lag das Hauptaugenmerk der Anleger dann auf dem großen US-Arbeitsmarktbericht: Die US-Arbeitslosenquote fiel jedoch mit einem Anstieg von zuvor 9,7 Prozent auf nun 9,9 Prozent höher aus als erwartet. Dem entgegen wurden mehr Jobs geschaffen als erwartet, was nahezu unbeachtet blieb.
Der DAX verlor zum Handelsauftakt am Freitag 2,08 Prozent auf 5.790,67 Indexpunkte. Am Mittag besserte sich die Stimmung zunächst, am Nachmittag rutschten die Kurse wieder deutlicher ab - der DAX durchbrach zeitweise die 5.700er-Marke nach unten. Der Leitindex ging mit einem Abschlag von 3,3 Prozent bei 5.715 Punkten ins Wochenende.
Der TecDAX startete 2,6 Prozent schwächer bei 750 Zählern und verblieb weiter im Minus. Am Schluss stand ein Kursverlust von 3,0 Prozent auf 747 Zähler zu Buche.
22:33 Uhr: Apple nennt deutsche iPad-PreiseDer Technologiekonzern Apple hat die mit Spannung erwarteten Preise für das deutsche iPad-Modell verkündet. Demnach soll das kleinste Modell, das iPad WiFi, mit 514 Euro deutlich teurer sein als sein Pendant in den USA. Dort ist das Modell bereits für 499 Dollar zu haben.
22:30 Uhr: Abermaliger Kurseinbruch in New YorkNach der massiven Talfahrt vom Vortag besserte sich die Handelsstimmung in New York am letzten Handelstag der Woche nur marginal. Die Sorgen um eine Ausweitung der Schuldenkrise auf andere Länder Südeuropas war auch am Freitag bestimmendes Thema an den Börsen in den USA. Zudem hatten die Märkte noch immer den ungeklärten Kurseinbruch vom Vortag zu verdauen, von dem noch immer nicht klar ist, wer oder was der Auslöser war.
Gute Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt hoben die Stimmung kaum: Laut Angaben des Arbeitsministeriums in Washington hat sich die US-Arbeitsmarktsituation im April weiter verbessert. So kletterte die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 290.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Stellenaufbau um 187.000 Beschäftigte erwartet. Jedoch stieg die Arbeitslosenquote auf 9,9 Prozent, nachdem sie im Vormonat lediglich bei 9,7 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten hingegen mit einem unveränderten Wert gerechnet.
Darüber hinaus gab die amerikanische Notenbank die US-Verbraucherkredit-Daten für den Monat März 2010 bekannt. Das Volumen der US-Verbraucherkredite stieg im März um 1,95 Mrd. Dollar. Volkswirte hatten einen Rückgang um 4,5 Mrd. Dollar erwartet.
Gut aufgenommen wurden Unternehmensnachrichten: Der zu 80 Prozent in staatlicher Hand liegende US-Versicherungskonzern AIG hat für eine Überraschung gesorgt. Im ersten Quartal konnte gegenüber dem Vorjahresverlust ein Gewinn erwirtschaftet werden, der deutlich über den Erwartungen am Markt gelegen hat. Der US-Lebensmittelriese Kraft Foods konnte daneben im Auftaktquartal von der Übernahme des Rivalen Cadbury profitieren und überproportional zugewinnen.
Der Dow Jones verlor am Ende 1,33 Prozent auf 10.380,06 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq Composite ging es bis auf 2.265,64 Punkte abwärts - das Börsenbarometer verlor damit 2,33 Prozent.
22:06 Uhr: US-Verbraucherkredite steigen Die amerikanische Notenbank gab am heutigen Freitag die US-Verbraucherkredit-Daten für den Monat März 2010 bekannt. Das Volumen der US-Verbraucherkredite stieg im März um 1,95 Mrd. Dollar. Volkswirte hatten einen Rückgang um 4,5 Mrd. Dollar erwartet. Das Gesamtvolumen der ausstehenden Verbraucherkredite stieg im März um 1,0 Prozent auf 2,451 Billionen Dollar.
19:15 Uhr: Deutsche Börse: Parketthandel ausgesetzt
Der Handel am Frankfurter Parkett wird unterbrochen. Zur Begründung nannte ein Sprecher technische Probleme. Es könnten derzeit keine Taxen in das System eingestellt werden, und folglich auch keine Kurse.
18:06 Uhr: Köhler unterzeichnet Griechenland-GesetzBundespräsident Horst Köhler hat das Gesetz für die Griechenland-Hilfen unterzeichnet. Zuvor hatten Bundestag und Bundesrat die Pläne im Eilverfahren durchgeboxt. Deutschland zahlt damit an das angeschlagene Griechenland 22,4 Milliarden Euro - 8,4 Millionen Euro fließen noch in diesem Jahr. Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler haben Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz eingereicht.
17:21 Uhr: Mailand nimmt Aktienhandel wieder auf
An der Mailänder Börse geht der Handel nach technischen Problemen weiter.
17:00 Uhr: Mailänder Börse setzt Handel aus
Aus technischen Gründen wurde der Handel am Aktienmarkt in Mailand gestoppt.
16:27 Uhr: Nokia verklagt AppleDer finnische Mobilfunkkonzern Nokia hat in Madison im US-Bundesstaat Wisconsin Klage gegen den US-Technikkonzern Apple eingereicht. Dabei wirft Nokia Apple Patentverletzungen bei Technologien vor, die in iPhone und iPad verwendet werden. Das Gericht sei dafür bekannt, in Patentrechtsstreitigkeiten schnell zu urteilen.



