05.10.2012 03:00
Bewerten
 (0)

Rückversicherungen: Welche Aktien am meisten Potenzial haben

Keine Katastrophe: Rückversicherungen: Welche Aktien am meisten Potenzial haben | Nachricht | finanzen.net
Die Rückversicherungen mussten zuletzt nicht zu stark in die Tasche greifen
Keine Katastrophe

An der Börse werden die Versicherer der Versicherer gegenüber Allianz & Co bevorzugt. Warum das so ist und welche Titel am attraktivsten sind.

€uro am Sonntag

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Mitch Landrieu, der Bürgermeister von New Orleans, hatte am 29. August eine nächtliche Ausgangssperre angeordnet — für alle Fälle. Doch Hurrikan Isaac richtete zwar Schäden durch Regenfälle und Überschwemmungen an und entwurzelte Bäume, aber die Bewohner der Blues-Stadt am Mississippi kamen glimpflich davon. Der auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzte Schaden durch Isaac verblasst im Vergleich zur 125-Milliarden-Dollar-Katastrophe durch Katrina — auf den Tag genau vor sieben Jahren.

Isaac ist keine Ausnahme. Weltweit ist das Ausmaß der Schäden durch Naturkatastrophen in diesem Jahr äußerst gering. Bisher mussten Versicherer auf dem ganzen Globus zwölf Milliarden Dollar Schäden abdecken. Das ist ein Rückgang um 85 Prozent gegenüber dem Rekordkatastrophenjahr 2011.

Volle Kassen bei der Assekuranz
Die Kassen von Versicherungskonzernen und deren Versicherern, den Rückversicherern, sind deshalb prall gefüllt. Nach Schätzungen des britischen Maklers Aon Benfield stiegen die Reserven der Branche im ersten Halbjahr um 25 Milliarden auf 480 Milliarden Dollar — neuer Rekord. Entsprechend stark gefragt sind Aktien der Unternehmen bei Investoren. In der Favoritenrolle: Rückversicherer. Denn im Gegensatz zu den Erstversicherern wie der Allianz sind sie am schwierigen Lebensversicherungsgeschäft nur indirekt beteiligt.

Erstversicherer müssen für ihre Lebensversicherungskunden, denen sie eine bestimmte jährliche Verzinsung des Kapitals garantiert haben, in erheblichem Umfang zusätzliche Erträge erwirtschaften. Und das in einem Kapitalmarkt mit Dauerzinstief, in dem einst sichere Staatsanleihen jetzt als Risikopapiere eingestuft werden.

Die Nummer 1 der Rückversicherer, Munich Re, ist über die Tochter Ergo direkt im Lebensversicherungsgeschäft engagiert. Bei der Rally seit den Tiefs im September 2011 liegen die Aktien des Branchenprimus deshalb deutlich hinter der Nummer 2, Swiss Re, und der Nummer 3, Hannover Rück, zurück.

Das jährliche Treffen der Rückversicherer in Monte Carlo im September fiel dank gut gefüllter Kassen luxuriöser aus als sonst. So hatte Swiss Re in bester Lage einen Pavillon mit Meeresblick aufgebaut. Nur Ulrich Wallin, Chef der Hannover Rück, arrangierte sein Treffen mit Kunden abseits des Trubels und ohne prickelnden Champagner. Der Hanseate beschränkte seinen Vortrag auf die trockenen Fakten der Branche. Glanz verleiht Wallin seinem Konzern mit einer kontinuierlich hohen Profitabilität. Die Eigenkapitalrendite der Hannoveraner liegt seit 2007 im Schnitt bei 14,5 Prozent. Das ist deutlich besser als bei Munich Re mit 9,4 Prozent und Swiss Re mit 5,1 Prozent.

Für Hannover-Rück-Chef Wallin hat der Vorsprung bei der Rendite immer Vorrang. Das Geschäft werde nur in Märkten ausgebaut, „in denen die Preise stimmen“. Zudem achtet Wallin streng auf die Kosten. Aktuell liegt die Verwaltungskostenquote bei 2,6 Prozent, deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 7,4 Prozent.

Viel mehr Dividende in Aussicht
Aktuell plagt den gebürtigen Hamburger jedoch ein Luxusproblem: zu viel Kapital in der Bilanz. Wenn es weiter stark steige, habe man Probleme, die angestrebte Kapitalrendite zu verdienen, mahnt Wallin. Deshalb könnte es sein, dass für 2012 „mehr als die geplanten 40 Prozent“ des Nettogewinns als Dividende ausgeschüttet werden. Dabei erwarten Analysten 24 Prozent mehr Gewinn, insgesamt 749 Millionen Euro.

Gut möglich, dass die höhere Ausschüttung auch in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Börsengang (IPO) der Hannover-Rück-Mutter Talanx am Dienstag steht. Talanx hält 50,1 Prozent der Anteile und rechnet beim IPO nur mit 500 statt ursprünglich 700 Millionen Euro.

Seine Aktionäre großzügig belohnen will auch Swiss Re. Man sei auf gutem Weg, 2013 eine zusätzliche Milliarde Dollar auszuschütten, versicherten die Schweizer bei der Halbjahresbilanz im August. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner prognostiziert eine einmalige Verdopplung der Dividende auf umgerechnet knapp sechs Euro pro Aktie.

Investor-Info

Hannover Rück
Auf Rendite fokussiert
Hannover Rück hat seine Kapitalanlagen in fünf Jahren um mehr als 50 Prozent auf über 30 Milliarden Euro erhöht. Bei Investments werden Aktien gemieden. Der Anteil von Anleihen aus hoch verschuldeten Euroländern, einschließlich Italien, liegt bei nur vier Prozent. JP Morgan erwartet eine einmalige Verdopplung der Dividende auf 4,50 Euro pro Aktie.

Swiss Re
Mehr Wachstum, mehr Risiko
Wie Hannover Rück erwartet auch Swiss Re — anders als Branchenprimus Munich Re — bei den branchenweiten Verhandlungen im Januar höhere Prämien, trotz der bisher geringen Schäden durch Naturkata­strophen. Das im Vergleich zu Hannover Rück höhere Wachstum birgt mehr Risiko. Für 2013 ist eine zweistellige Dividendenrendite wahrscheinlich. Kaufen.

Talanx
Günstige Gelegenheit
Das Hin und Her vor dem Börsengang des drittgrößten deutschen Versicherers sorgt für günstige Einstiegspreise. Bis Montag, 12 Uhr, können die Papiere (ISIN: DE000TLX1005) in einer Spanne von 17,30 bis 20,30 Euro gezeichnet werden. Bis zu 29 Millionen Papiere sollen platziert werden. Es werden immer weniger, je näher der Preis am oberen Ende der Spanne liegt. Bis zu zwölf Prozent der Anteile sollen an die Börse. Das ist zwar zu wenig für den MDAX, Talanx ist damit aber auf der Watchlist vieler institutioneller Investoren. Es dürfte sich lohnen, die Aktie zu zeichnen. Talanx hält 50,1 Prozent an Hannover Rück, ein zusätzliches Kaufargument.

Rückversicherer
Die globalen Top Ten
Nur Warren Buffetts Rückversicherer Berkshire Hathaway schaffte es im Rekordkatastrophenjahr 2011, profitabel zu bleiben. Bei einer Schaden-Kosten-Quote unter 100 Prozent sind die Prämien­einnahmen höher als die Schadenszahlungen. 

Munich Re
Swiss Re
Hannover Rück
Berkshire Hathaway
Lloyd’s
Scor
Reinsurance Group o. A.
China Re
Partner Re
Korean Re

Nachrichten zu Hannover Rueck

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Hannover Rueck

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
08.02.2017Hannover Rueck VerkaufenIndependent Research GmbH
08.02.2017Hannover Rueck buyHSBC
08.02.2017Hannover Rueck HoldDeutsche Bank AG
08.02.2017Hannover Rueck NeutralGoldman Sachs Group Inc.
07.02.2017Hannover Rueck SellBaader Bank
08.02.2017Hannover Rueck buyHSBC
02.02.2017Hannover Rueck buyKepler Cheuvreux
13.01.2017Hannover Rueck KaufenSRC Research GmbH
13.01.2017Hannover Rueck buyHSBC
12.12.2016Hannover Rueck buyHSBC
08.02.2017Hannover Rueck HoldDeutsche Bank AG
08.02.2017Hannover Rueck NeutralGoldman Sachs Group Inc.
03.02.2017Hannover Rueck NeutralOddo Seydler Bank AG
03.02.2017Hannover Rueck Equal weightBarclays Capital
03.02.2017Hannover Rueck HoldDeutsche Bank AG
08.02.2017Hannover Rueck VerkaufenIndependent Research GmbH
07.02.2017Hannover Rueck SellBaader Bank
07.02.2017Hannover Rueck ReduceCommerzbank AG
03.02.2017Hannover Rueck VerkaufenIndependent Research GmbH
03.02.2017Hannover Rueck UnderweightJP Morgan Chase & Co.
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Hannover Rueck nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht tief im Minus ins Wochenende -- Dow Jones leicht im Plus -- BASF-Aktie fällt trotz höherem Quartalsergebnis -- Rocket Internet, NVIDIA, Nordex im Fokus

Griechischer Zentralbankchef Stournaras dringt auf Einigung mit Gläubigern. VW-Führungsspitze verdient künftig weniger. Risse in Triebwerken des Bundeswehr-Pannenfliegers A400M. Kongress-Rede Trumps birgt Sprengkraft für die Börsen. ProSiebenSat.1-Aktien fallen - Analyst will klarere Digitalstrategie. Bitcoin erreicht neues Rekordhoch. Warum die Deutschen einfach keine Lust auf Aktien haben. RBS verliert seit 2008 rund 58 Milliarden Pfund.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Positionen von Warren Buffett
Jetzt durchklicken
Jetzt durchklicken
Welche Airline schneidet am besten ab?
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Wertpapiere besitzen Sie?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Nordex AGA0D655
BASFBASF11
Daimler AG710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
BayerBAY001
Deutsche Telekom AG555750
BMW AG519000
TeslaA1CX3T
Allianz840400
E.ON SEENAG99
ProSiebenSat.1 Media SEPSM777
NVIDIA Corp.918422