13.03.2013 11:01
Bewerten
 (0)

E.ON will durch Verkäufe weitere zwei Milliarden Euro einnehmen

Keine Prognose für 2014
Der größte deutsche Energiekonzern E.ON stellt sich auf weitere magere Zeiten ein. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen einen kräftigen Gewinnrückgang.
Wie es danach weitergeht, ließ E.ON am Mittwoch angesichts der großen Unsicherheiten wegen der Energiewende offen. Den von Analysten erhofften Ausblick für 2014 blieb der Vorstand bei der Bilanz-Vorlage für 2012 zunächst schuldig. Seinen Umbau treibt E.ON voran. Der Konzern kündigte nun an, sich nach milliardenschweren Verkäufen in den vergangenen Jahren auch von der Uranfirma Urenco trennen zu wollen.

Im laufenden Jahr rechnet der Konzern mit einem um Bewertungseffekte bereinigten Überschuss von 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro, das wären schlimmstenfalls zwei Milliarden weniger als 2012. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll um mindestens eine Milliarde auf 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro sinken.

GASKRAFTWERKE LOHNEN SICH NICHT

Im vergangenen Jahr hatte E.ON das EBITDA unter anderem dank Sondereffekten wie neu verhandelter Bezugspreise für Gas und nicht noch einmal angefallener Sonderbelastungen aus dem Atomausstieg um 16 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro gesteigert. Der bereinigte Überschuss legte sogar um zwei Drittel auf knapp 4,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich - also inklusive aller Bewertungseffekte bei Absicherungsgeschäften - blieben 2,2 Milliarden Euro übrig nach einem Fehlbetrag in gleicher Höhe 2011. Die Dividende soll wie bereits bekannt um 10 Cent auf 1,10 Euro je Aktie steigen.

Die Folgen der Energiewende treffen E.ON derzeit härter als den Konkurrenten RWE, der in diesem Jahr nur einen leichten Gewinnrückgang erwartet. Ein Grund dafür sind die auch wegen des Booms der erneuerbaren Energien und der schwachen Wirtschaftslage in vielen europäischen Ländern deutlich gesunkenen Kosten für C02-Verschmutzungsrechte. Davon profitiert RWE mit seinem großen Bestand an Braunkohlekraftwerken, die viel CO2 freisetzen. Dagegen lohnt sich der Betrieb von Gaskraftwerken - von denen E.ON viele besitzt - derzeit kaum noch. Zudem sind die Düsseldorfer stärker in den Euro-Krisenländern in Südeuropa aktiv.

HILFE VON DER POLITIK GEFORDERT

"Wir haben keinen Anlass, die Hände in den Schoss zu legen, denn vor allem in der konventionellen Stromerzeugung bleiben Absatz und Ergebnis unter Druck", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. "Besonders unsere modernen, klimaschonenden Gaskraftwerke sind derzeit kaum rentabel, obwohl sie für die Systemstabilität dringend gebraucht werden." Er forderte schnelle Hilfe der Politik, ansonsten müsse E.ON Anlagen stilllegen.

Trotz der schwierigen Zeiten steht der Aufsichtsrat voll zu Teyssen. Das Kontrollgremium verlängerte am Vortag dessen Vertrag bis Ende 2018. Dagegen verlassen Personalchefin Regine Stachelhaus und Technologiechef Klaus-Dieter Maubach das Unternehmen. Für sie rücken der bisherige Ökostromchef Mike Windel und der bisherige RWE-Vorstand Leonhard Birnbaum nach.

VERKÄUFE SOLLEN WEITERE 2 MILLIARDEN EINBRINGEN

Nachdem das Unternehmen inzwischen bereits rund 17 Milliarden Euro durch den Verkauf von Geschäftsteilen eingenommen hat, kündigte der Vorstand weitere Schritte an. So sollen bis spätestens 2014 die Regionalversorger E.ON Westfalen Weser und E.ON Mitte einen neuen Eigentümer haben. Zudem will E.ON ebenso wie Konkurrent RWE seine Anteile am britischen Urananreicherungsunternehmen Urenco verkaufen. Die drei Verkäufe sollen den Düsseldorfern weitere zwei Milliarden Euro in die Kassen spülen.

Mit den Erlösen will sich E.ON Luft für seine Neuausrichtung verschaffen. Vor allem in der Türkei, Russland und Brasilien will der Konzern kräftig investieren. Zudem sind hohe Ausgaben für erneuerbare Energien, die dezentrale Energieversorgung und die eigene Gasversorgung geplant.

INVESTITIONEN WERDEN GESENKT

Die Verkäufe sollen die Schuldenlast reduzieren. Insgesamt hatte sich E.ON Ende 2012 noch netto 14,7 Milliarden Euro bei Geldgebern geliehen. Das sind 3,3 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor. 2008 lag der Höchststand noch bei rund 30 Milliarden Euro. E.ON-Chef Teyssen baut den Konzern massiv um und will deswegen insbesondere kapitalintensives Geschäft reduzieren. Vor diesem Hintergrund senkt er die Investitionen. Waren es 2012 noch 7 Milliarden Euro, sollen in diesem Jahr nur noch 6 Milliarden Euro sein - 2015 will E.ON nur noch 4,5 Milliarden Euro investieren.

Kaum vorangekommen ist E.ON dagegen bei der gesamten Verschuldung. Die wirtschaftlichen Nettoverbindlichkeiten, zu denen neben den Bankschulden auch künftige Zahlungsverpflichtungen wie Pensionen zählen, lagen mit 35,9 Milliarden Euro nur geringfügig unter dem Vorjahreswert. Das lag auch am niedrigeren Zinsniveau. Rücklagen für Pensionsverpflichtungen bringen E.ON wie allen anderen Anlegern derzeit kaum Erträge.

Auch die Beschäftigten bekommen die schwierige Lage von E.ON zu spüren. Bis 2015 streicht das Unternehmen rund 11.000 Stellen, davon 6.000 in Deutschland. Dies ist schon länger bekannt, ein Sozialplan wurde bereits vereinbart. Einen Tarifkonflikt konnte E.ON Anfang Februar in letzten Minute mit deutlichen Zugeständnissen an die Beschäftigten abwenden.

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - /enl/fbr

Bildquellen: E.ON AG

Aktuelle Zertifikate von

(Anzeige)

Nachrichten zu E.ON SE

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu E.ON SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
24.06.2016EON SE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
24.06.2016EON SE OutperformBernstein Research
23.06.2016EON SE overweightBarclays Capital
21.06.2016EON SE overweightJP Morgan Chase & Co.
15.06.2016EON SE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
24.06.2016EON SE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
24.06.2016EON SE OutperformBernstein Research
23.06.2016EON SE overweightBarclays Capital
21.06.2016EON SE overweightJP Morgan Chase & Co.
15.06.2016EON SE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
13.06.2016EON SE NeutralCredit Suisse Group
10.06.2016EON SE HaltenIndependent Research GmbH
09.06.2016EON SE HaltenDZ-Bank AG
02.06.2016EON SE HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
17.05.2016EON SE HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
14.06.2016EON SE SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
13.06.2016EON SE UnderperformBNP PARIBAS
03.06.2016EON SE ReduceKepler Cheuvreux
31.05.2016EON SE UnderperformBNP PARIBAS
12.05.2016EON SE UnderperformBNP PARIBAS
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für E.ON SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

Nach Brexit-Entscheid: DAX geht mit kräftigem Abschlag ins Wochenende -- US-Börsen massiv im Minus -- Briten stimmen für EU-Ausstieg -- Staatsanwaltschaft durchsucht Zentrale von thyssenkrupp

Erneut Warnstreiks bei Amazon in Leipzig. Lufthansa Cargo verlangt von Mitarbeitern Gehaltsverzicht. Deutsche Post verliert Finanzvorstand Rosen. Aktiencrash hat offenbar fünf Billionen Dollar vernichtet. Brexit Step-by-step: So geht's für die Briten jetzt weiter.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der World Wealth Report 2016
Hier ist Leben preiswert!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Am Donnerstag, den 23. Juni blicken die Anleger mit Spannung auf das EU-Referendum der Briten. Welchen Ausgang erwarten Sie?