28.11.2012 13:02
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ThyssenKrupp: Elf Milliarden Verlust durch Stahlwerke?

Keine Stellungnahme
Beim Industriekonzern ThyssenKrupp reißen die Spekulationen über neue Horrorzahlen der Stahlwerke in Übersee nicht ab. Offenbar rechnet das Management intern damit, beim geplanten Verkauf der Anlagen bis zu elf Milliarden Euro zu verlieren.
Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch. Die Konzernzentrale spiele verschiedene Szenarien durch, wonach der Verkauf Erlöse von ein, zwei drei oder vier Milliarden Euro bringt. Die beiden erst 2010 in Betrieb genommen Werke stehen noch mit sieben Milliarden Euro in den Büchern. Gekostet haben die Werke nach jüngsten Angaben rund zwölf Milliarden Euro.

    Ein Unternehmenssprecher wollte sich auf Anfrage zu den Gerüchten über die in knapp zwei Wochen anstehende Bilanz-Pressekonferenz. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz gaben Papiere von ThyssenKrupp leicht nach.

ZU UNTERSCHIEDLICHE PREISVORSTELLUNGEN

Seit Wochen zeichnet sich ab, dass die Preisvorstellungen der Kauf-Interessenten und die von ThyssenKrupp weit auseinander liegen. Inzwischen läuft die zweite Phase der Auswahl von Interessenten. Diese bekommen dabei die Möglichkeit, die Werke zu analysieren und verbindliche Kaufangebote abzugeben. Möglich ist der Verkauf beider Werke als Einheit sowie die separate Veräußerung an unterschiedliche Investoren.

  Die erst vor Kurzem fertig gestellten Anlagen haben sich für ThyssenKrupp wegen Planungsfehlern und veränderter Rahmenbedingungen wie der Aufwertung der brasilianischen Währung zu einem Milliardengrab entwickelt. Im operativen Geschäft erzielen sie hohe Verluste.

MILLIARDENSCHULDEN BEHINDERN KONZERNUMBAU

   Im Mai zog Vorstandschef Heinrich Hiesinger die Reißleine und stellte die Werke zum Verkauf. Der Manager will den Konzern stärker zu einem Technologieunternehmen umbauen. Dabei behindern ihn die fast sechs Milliarden Euro Schulden, die vor allem durch den Bau der Stahlwerke in Übersee entstanden sind.

    ESSEN/MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: ThyssenKrupp AG, istock/manuel velasco

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