29.11.2012 12:58

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ZWEIFEL AN KRISENLÄNDERN

ifo-Präsident Sinn: "Zweckbehauptungen, damit die Deutschen zahlen"


Hans-Werner Sinn, der Präsident des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, hat Zweifel daran geäußert, dass die Krisenländer in der Eurozone wettbewerbsfähiger werden.

"Ich kann nicht erkennen, dass die Wettbewerbsfähigkeit in den Krisenländern steigt. Das sind bisher reine Zweckbehauptungen, um dafür zu sorgen, dass die Deutschen beruhigt sind und bereitwillig ihre Portemonnaies aufmachen", sagte Sinn der Zeitung Die Welt.

   Die EU-Kommission hatte am Mittwoch erklärte, die Korrektur der makroökonomischen Ungleichgewichte verlaufe erfolgreich. Die Länder mit den größten außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten seien dabei ihre Leistungsbilanzdefizite zu reduzieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Ein Indikator dafür seien die sinkenden Lohnstückkosten.

   Sinn hält die Interpretation der EU-Kommission für verfehlt, das gelte beispielsweise für die sinkenden Lohnstückkosten. "Die Lohnstückkosten in den Krisenländern sinken, weil die Länder in der Rezession stecken", sagte Sinn. "Firmen mit hohen Lohnstückkosten gehen unter und Firmen mit günstigeren Lohnstückkosten und höherer Produktivität bleiben am Leben. Das führt zwar rechnerisch zu niedrigeren Lohnstückkosten der gesamten Volkswirtschaft, aber ich kann nicht erkennen, wie man das als Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit interpretieren kann."

   Auch der Abbau der Leistungsbilanzdefizite ist für Sinn kein Anzeichen für eine nachhaltige Verbesserung. "Die Leistungsbilanzdefizite sinken, weil die Volkswirtschaften der Krisenländer in der Rezession stecken, die Verbraucher geringere Einkommen haben und deshalb weniger Importe kaufen", sagte Sinn. "Aber sobald die Länder sich erholt haben, wird dieser Effekt wieder verschwinden."

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Bildquellen: Julian Mezger

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Kommentare zu diesem Artikel

lungomolch schrieb:
01.12.2012 23:49:49

Ohne Hr. Sinns Analysen würde das Target2-Problem bis heute unter den Tisch gekehrt werden. Er hat die Euro-Kritik wesentlich vorangetrieben. Daher: dickes Lob!

eddykus schrieb:
Wertung: 1/5

29.11.2012 20:33:06

einer unserer ganz weisen ökonomen der hinterher immer alles besser wissen will-das war schon 2008 so-hoffe er hat auch einen rat für die immens steigenden soziallasten und für die belastung der energiewende-griechenland wir werden folgen mit sicherheit-

khaproperty schrieb:
29.11.2012 15:57:02

Sinn hat Recht. Politiker mißbrauchen Zahlen für ihre Zwecke und betrügen nachhaltig die Wähler. Daß es so lange dauert, bis die schlafmützigen Deutschen endlich merken, wie sie verladen werden, ist unfassbar. Wenn sie es merken, kann es in Gewalt umschlagen - aber dann richtig.

bruehlsax schrieb:
29.11.2012 15:11:21

Das einzige das man ihm vorwerfen kann und muß, daß er nicht schon anfangs vehement gegen das Esperanto-Geld interveniert hat und gegen das drohende Elend gekämpft!

Na denn schrieb:
Wertung: 5/5

29.11.2012 14:25:02

Ich find den Sinn klasse

Seite: 123
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