"In der Vergangenheit haben wir ohne Not viele Kunden den Sparkassen und Volksbanken überlassen", zitiert das "Handelsblatt" (Montausgabe) Vorstandskreise: "Das ist nun vorbei." Die Bank werde nicht ausgeschöpfte Mittel für Kreditlinien im zweistelligen Milliardenbereich "für die Verbreiterung des Mittelstandsgeschäfts nutzen."
Im zweiten Quartal hatten alle Banken, die in Deutschland aktiv sind, laut der Beratungsgesellschaft Capmarcon 416 Milliarden Euro allein an Krediten für Kleinstunternehmer, Kaufleute und Selbstständige in ihren Büchern. Allerdings vereinen Sparkassen und Genossenschaftsbanken zusammen fast zwei Drittel dieses Marktes auf sich. Nun will die Deutsche Bank dem Bericht zufolge ihre Zielgruppe nach unten ausweiten.
Während früher vor allem große Mittelständler wie Maschinenbauer und Autozulieferer mit Milliardenumsätzen im Fokus standen, will sich Deutschlands größte Bank demnächst auch um kleine Firmen mit einstelligen Millionenerlösen kümmern. Künftig werde "jeder mitgenommen, der den Kontakt zur Deutschen Bank sucht", zitiert die Zeitung einen Insider.
Dieser Strategieschwenk wird dem Bericht zufolge von zwei Faktoren begünstigt. Die Europäische Zentralbank versorgt Banken derzeit nahezu unbegrenzt und zu historisch niedrigem Zinssatz mit Liquidität. Zudem erschweren neue Eigenkapitalvorschriften riskantere Geschäfte und begünstigen traditionelle Kundenkontakte mit der Realwirtschaft./fn/stb/fbr DÜSSELDORF (dpa-AFX)