12.11.2012 19:03
Bewerten
 (0)

Koalition will alten Kraftwerken "goldenes Ende" bescheren - Zeitung

   Die Politik will der Energiebranche beim geplanten Stilllegungsverbot für systemrelevante Kraftwerke entgegen kommen. Das geht aus dem jüngsten Änderungsantrag der schwarz-gelben Koalition für die geplante Novelle des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) hervor, der dem Handelsverbot vorliegt.

   Dem Änderungsantrag zufolge dürfen die Betreiber die Kraftwerke, die sie am Netz halten sollen, nun doch zusätzlich am Spotmarkt teilnehmen lassen. Bislang sollten sie die Kraftwerke als reine Reserve bereithalten. Bei der Vergütung will die Koalition mehr Flexibilität: Bislang sollten die Unternehmen für den Weiterbetrieb eine Vergütung "in Form der notwendigen Ausgaben" erhalten.

   Im Änderungsantrag ist jetzt von einer "angemessenen Vergütung" die Rede. Die Höhe dieser Vergütung soll in einer Verordnung festgelegt werden. Außerdem soll das von der Branche kritisierte Stilllegungsverbot bis 2017 befristet werden. Bisher sollte die Regelung bis 2019 gelten. Unverändert bleibt die Pflicht der Betreiber, geplante Stilllegungen mit zwölf Monaten Vorlauf zu melden.

   Hintergrund des Stilllegungsverbots sind Pläne einiger Kraftwerksbetreiber, eine Reihe von Kraftwerken endgültig außer Betrieb zu nehmen, weil sie sich nicht mehr rentabel betreiben lassen. Die Politik will dies verhindern, weil sie sich um die Netzstabilität und die Versorgungssicherheit sorgt. Eine von der Branche vorgeschlagene Selbstverpflichtung reichte der Politik nicht aus.

   Kritik entzündet sich an dem Plan, die Höhe der Vergütung separat per Verordnung zu regeln. Es sei zu befürchten, "dass in Hinterzimmern zusammen mit der Energiewirtschaft Deals verhandelt werden, die letztendlich zu Lasten der Stromkunden gehen", sagte Oliver Krischer, energiewirtschaftlicher Sprecher der Grünen im Bundestag, dem Handelsblatt. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter, Robert Busch, sagte dem Handelsblatt, die Verordnungsermächtigung sei gefährlich. Das Modell beschere lediglich einigen alten Kraftwerken "ein goldenes Ende auf Kosten der Verbraucher".

   DJG/chg

   (END) Dow Jones Newswires

   November 12, 2012 12:32 ET (17:32 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 32 PM EST 11-12-12

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt unter 9.000 Punkten -- 25 Banken sollen Stresstest nicht bestanden haben -- US-Börsen leicht im Plus -- Ford, BASF, Amazon, Microsoft im Fokus

Apple will Beats-Musik-App in iTunes aufgehen lassen. Deutsche Bank leidet unter Rückstellungen. S&P hebt Bonitätsnote von Zypern an. Ryanair-Chef unterschreibt für fünf weitere Jahre. FMC besorgt sich 900 Millionen US-Dollar am Bondmarkt. Chiquita lässt Fyffes-Fusion platzen. Cameron: Werden Milliarden-Rechnung aus Brüssel nicht bezahlen.
Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

So platzieren sich die Deutschen

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Verkehrsminister Dobrindt erwägt scheinbar, die Pkw-Maut vorerst nur auf Autobahnen einzuführen. Was halten Sie von diesem Rückzieher?