"Wir brauchen paneuropäische Banken. Andernfalls werden uns China, Indien, Brasilien oder auch Russland wirtschaftlich abhängen", sagte er der Börsen-Zeitung und fügte hinzu: "Dort entstehen Finanzinstitute, die dank ihres großen einheitlichen Marktes viel produktiver sind als wir und mit sehr günstigen Kostenstrukturen hochprofitabel arbeiten."
Nicht zuletzt die Kostensituation zwinge dazu, über neue Strukturen nachzudenken. "Wir können steigende Personal- und IT-Kosten nur noch auffangen, indem wir größere, europäische Plattformen bauen und mit anderen teilen - am liebsten bei uns zu Hause." Fitschen hat der Deutschen Bank zusammen mit dem zweiten Co-Chef, Anshu Jain, Kostensenkungen von mehreren Milliarden Euro verordnet.
Die heutige Bankenstruktur in Deutschland könne man sich auf Dauer nicht leisten. "Es sei denn, die Kunden wären bereit, für Dienstleistungen hoher Qualität adäquate Entgelte zu zahlen", fügte der Banker hinzu. Jede Bank sei heute auf der Suche nach dem für sie nachhaltig erfolgreichen Geschäftsmodell. Die Rechnung gehe aber für viele nicht mehr.
Zum Verkauf der BHF-Bank und auf die Frage, ob es der Deutschen Bank gelinge, die BHF-Bank wie geplant bis Ende März aus ihren Büchern zu bekommen, sagte Fitschen: "Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass dieser Prozess ohne großen Verzug erfolgreich zu Ende gebracht wird. Wir haben geliefert, und meines Wissens verfügt die BaFin über vollständige Unterlagen. Es hat auch ein Dialog stattgefunden."
Käufer der BHF-Bank ist ein Konsortium unter Führung des Beteiligungsunternehmens RHJI. Schon im Mai, als der vom Investmentbanker Lenny Fischer geführte Finanzinvestor erstmalig informell bei der BaFin angeklopft hatte, war die Reaktion ablehnend. Fischers Konzept - er will die BHF-Bank und die Bank Kleinwort Benson unter einem Dach führen - überzeugte die Kontrolleure damals nicht. Zuletzt hieß es, dass die BaFin auch beim neuen Verkaufsversuch blockiert, da weitere Dokumente fehlten.
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