DAX6.050-3,4%  Dow12.119-2,2%  Euro1,24320,6% 
ESt502.069-2,4%  Nas2.748-2,8%  Öl98,82-2,8% 
TDax730,9-2,7%  Nikkei8.440-1,2%  Gold1.6264,2% 

12.04.2010 06:00

Senden
KOPF DER WOCHE

Konjunkturforscher: „Prognosen haben Unsicherheitsfaktoren“


Seite 2 von 2:
Werden Ihre Prognosen denn von den Anlegern seit der Finanzkrise stärker beach­tet und analysiert als vor dem Lehman-Crash?
Es ist immer so, dass in turbulenten Zeiten eine einzelne Nachricht höher bewertet wird als in ruhigen Zeiten. Wenn niemand so rich­tig weiß, wo es hingeht, wird jede konjunkturelle Aussage stark ge­wichtet. Das ist in den Zeiten der Fi­nanzkrise aber nicht anders als in anderen konjunkturellen Ab­schwungphasen.

Auch Ihre Zunft hat bei den Vorhersagen des Absturzes danebengelegen. Woran lag’s?
Prognosen haben immer einen großen Unsicherheits­bereich. Unsere Annahmen gehen derzeit etwa davon aus, dass wir keine neue Bankenkrise mehr erleben und auch nicht, dass ein großes Land in eine Staatspleite gerät. Wenn sich diese Annahmen ändern, müssen die Voraussagen erheblich angepasst werden. Das war auch zu Beginn der Finanzkrise der Fall.

Worauf basieren Ihre Prognosen?
Zuallererst auf der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Das sind Daten der Vergangenheit. Dann nehmen wir kurzfristige Indikatoren auf wie Stimmungsbarometer, Umfragewerte und regelmäßig veröffentlichte Daten wie Exporte und Industrieproduktion. Das da­raus gewonnene Bild muss in die Welt­wirtschaft passen. Deshalb verglei­chen wir die Daten mit denen aus anderen Regionen der Welt und leiten daraus unsere Konjunkturprognose etwa für Deutschland ab.

Was unter­scheidet eine gute von einer schlech­ten Prognose?
Das ist manchmal auch ei­­ne Frage der Perspektive. Man kann etwa bei der Zahl des Bruttoin­landsprodukts (BIP) danebenliegen, aber bei den Einzelindikatoren wie der Industrieproduktion, Nachfra­ge­entwicklung, Staatsverbrauch in der Tendenz völlig richtig gelegen haben. Eine andere Prognose hat vielleicht einen Konsumanstieg und einen ­Produktionsrückgang erwartet. Am Ende kam es genau anders herum, aber die BIP-Vorhersage stimmte. Wer nur auf diese eine Zahl blickt, für den wäre diese Vorhersage dann die passende. Für alle, die tiefer blicken wollen, sicher nicht.

Wie können sich Anleger vor falschen Prognosen schützen?
Sie sollten sich Prog­nosen unterschiedlicher Institute ansehen und miteinander verglei­chen. Jeder Marktteilnehmer muss sich ein eigenes Bild davon machen, was er plausibel findet. Da hat auch der Anlegertyp großen Einfluss: ob konservativ und damit eher der Gesamtmeinung zuneigend oder risikofreudig und sich an der Extremposition orientierend.

Vita Michael Bräuninger
Prof. Dr. Michael Bräuninger leitet seit 2006 die Konjunkturforschung beim Hamburger Weltwirtschafts-Archiv (HWWA). Seit 2009 unterrichtet der diplomierte Volkswirt zudem an der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität.

Seite:  12

Kommentare zu diesem Artikel

Cleveland schrieb:
12.04.2010 22:24:37

Richtig, Dexx. Wer liest einen Text mit so einer Überschrift. Peinlich.

khaproperty schrieb:
12.04.2010 17:38:46

Daten aus staatlicher Hand sind meist objektiv falsch, weil zuviele Interessierte daran mitarbeiten, so etwa besonders in China, aber auch sonst. Weiter Zugeliefertes ergibt damit zusammen kaum eine zuverlässige Prognose. Selber denken bleibt unentbehrlich.

Dexx schrieb:
12.04.2010 10:52:07

Selten so eine dumme Überschrift gelesen. Unsicherheit ist einer Prognose immanent!

 Kommentar hinzufügen 

ANZEIGE

ANZEIGE

Was halten Sie von nutzergenerierten Chartanalysen auf finanzen.net?
Ich würde liebend gerne mein Wissen über Chartanalyse dem Publikum von finanzen.net zur Verfügung stellen.
Ich kenne mich bei Chartanalyse nicht so gut aus, halte nutzergenerierte Chartanalysen aber für einen echten Mehrwert.
Ich halte nichts von den Methoden der Chartanalyse und habe deshalb auch kein Interesse an nutzergenerierten Analysen.
 Abstimmen