Die Umsätze stiegen zwischen Mai und Ende Juli zwar um 4,5 Prozent auf 114,3 Milliarden US-Dollar, wie das mit Korruptionsvorwürfen konfrontierte Unternehmen am Donnerstag in Bentonville (Bundesstaat Arkansas) mitteilte. Analysten hatten mit mehr gerechnet. Der Gewinn stieg um gut 5,5 Prozent auf 4,02 Milliarden Dollar.
Vorstandschef Mike Duke versuchte zuletzt, Kunden angesichts der nach wie vor schwächelnden US-Wirtschaft mit vielen Sonderangeboten zu locken. Die Umsätze auf vergleichbarer Fläche in den USA - also Läden, die es bereits seit mehr als einem Jahr gibt - stiegen nur noch um 2,2 Prozent nach 2,6 Prozent im ersten Quartal. Die Prognose für den Gewinn im laufenden Jahr präzisierte Wal-Mart. Pro Aktie sollen unter dem Strich nun zwischen 4,83 bis 4,93 Dollar verdient werden - zuvor lag die Spanne bei 4,72 bis 4,92 Dollar.
Derweil zieht der Korruptionsskandal bei dem Konzern Kreise. Nach Angaben von Kongressabgeordneten werden neben Mexiko nun auch die Geschäfte in fünf weiteren Ländern untersucht. Es gebe den Verdacht auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche, heißt es in einem Brief der demokratischen Abgeordneten Elijah Cummings und Herny Waxman. Sie forderten den Konzern aus, sich zu den Fälle zu äußern und Informationen herauszugeben.
Die Chefs der mexikanischen Tochter stehen seit längerem unter dem Verdacht, Beamte und Lokalpolitiker bestochen zu haben, um schneller an Baugenehmigungen für neue Läden heranzukommen. Mexiko ist einer der wichtigsten Märkte für Wal-Mart. Das größte Problem ist aber, dass die US-Konzernchefs davon gewusst und nichts getan haben sollen. In den USA drohen für Korruption milliardenschwere Strafen, das gilt auch fürs Ausland.
BENTONVILLE (dpa-AFX) - /enl/fbr