Kräftige Korrektur: DAX und Dow rot ins Wochenende -- Ackermanns Aussagen zur Schuldenrückzahlung Griechenlands belasten -- Euro: 1,24-er Marke fällt -- JCPenney, EADS; Nvidia, SMA Solar im Fokus
- D: Außenhandel mit China März
- D: Umsatz im Gastgewerbe
- USA: Industrieproduktion April
- USA: Verbrauchervertrauen Uni Michigan Mai (vorläufig)
- USA: Lagerbestände März
- XING: Quartalszahlen
- 3U: Quartalszahlen
- D+S Europe: Quartalszahlen
- EADS: Quartalszahlen
- HOMAG: Quartalszahlen
- Roth & Rau: Quartalszahlen
- SMA Solar: Quartalszahlen
- SMT Scharf: Quartalszahlen
- VBH: Quartalszahlen
Kursrutsch im späten Handel: Tiefroter Handelsausklang in FrankfurtDie deutschen Börsen konnten ihre positive Entwicklung der vergangenen Tage nicht fortsetzen und gaben am Freitag nach. Was zunächst nach Gewinnmitnahmen aussah und nur ein moderates Minus verursachte, gewann im Handelsverlauf deutlich an Dynamik - am späten Nachmittag setzte ein regelrechter Kursrutsch ein. Die angekündigten Sparpläne von Spanien und Portugal, die an den Parketts zunächst gut aufgenommen werden, schürten auch Zweifel: Das europäische Wirtschaftswachstum gerät dadurch in Gefahr. Das belastete auch die Europäische Gemeinschaftswährung Euro, die ein neues Jahrestief markierte. Darüber hinaus sorgten Aussagen von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann für Verunsicherung, der sich skeptisch bezüglich einer Rückzahlung der Schulden durch Griechenland gezeigt hatte. Daten von US-Konjunkturseite verstärkten den Abwärtstrend am Nachmittag noch. Zwar stiegen die US-Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion, das US-Verbrauchervertrauen zog aber etwas weniger als als erwartet. Deutliche Verluste an der Wall Street taten am Ende ihr Übriges.
Am Freitag blieb das Handelsvolumen dennoch verhältnismäßig dünn, da viele Anleger angesichts des gestrigen Feiertages bereits im verlängerten Wochenende sind waren. Im Fokus steht der Europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, der am Morgen seine Erstquartalsbilanz vorgelegt hatte. Zwar vermeldete das Unternehmen einen Gewinnrückgang, trotzdem konnten die Markterwartungen geschlagen werden. Besonders das Umsatzplus kam an den Märkten gut an. Darüber hinaus berichteten auch Roth & Rau sowie SMA Solar über ihre Geschäftsentwicklung.
Der DAX verlor zum Handelsstart am Freitag 0,35 Prozent auf 6.226,49 Punkte. Im Verlauf wurden die Verluste ausgebaut, zunächst fiel am Mittag die 6.200er Marke, die 6.100-Punkte-Grenze konnte ebenfalls nicht mehr verteidigt werden. Kurz vor 6.000 Zählern stoppte der Leitindex seine Talfahrt und ging mit einem Abschlag von 3,12 Prozent bei 6.056,71 Punkten aus dem Handel. Die Deutsche Bank-Aktie gehörte nach Aussagen des Konzernchefs über Griechenland zu den größten Verlierern, auch andere Finanztitel gaben nach und lasteten auf dem Gesamtmarkt.
Der TecDAX gab zum Start daneben 0,4 Prozent auf 789 Zähler nach und blieb im weiteren Verlauf im Minus. Auch unter den Techwerten wurden die Verluste massiv ausgebaut, am Ende verabschiedete sich das Börsenbarometer mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 772 Zählern ins Wochenende.
22:30 Uhr: Kräftige Korrektur an der Wall StreetAuch an den US-Börsen gewann die Unsicherheit über die Schuldenkrise in Südeuropa am Freitag wieder die Oberhand. Nach schwachem Start baute die Wall Street ihre Verluste im Verlauf deutlich aus. Auch leichte Stabilisierungstendenzen im späten Handel halfen den Börsen am Ende nicht mehr auf die Beine.
Meldungen von Konjunkturseite fielen am Freitag durchwachsen aus: Auf Monatssicht sind die Umsatzerlöse im Einzelhandel in den USA im April um 0,4 Prozent gestiegen - Volkswirte hatten im Vorfeld nur einen Zuwachs um 0,2 Prozent prognostiziert. Die US-Industrieproduktion ist unterdessen im April mit beschleunigtem Tempo gestiegen. So lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger wie erwartet um 0,8 Prozent über seinem Vormonatsniveau. Enttäuschend fiel dagegen das US-Verbrauchervertrauen aus. Zwar hat sich die Stimmung der US-Verbraucher hat im Mai 2010 verbessert. Wie die Universität Michigan vom Freitag bekannt gab, erhöhte sich der Gesamtindex auf 73,3 Punkte. Volkswirte hatten allerdings einen deutlicheren Anstieg erwartet. Die Lagerbestände in den US-amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen wiesen im März 2010 einen Anstieg gegenüber dem Vormonat aus. Dies gab das US-Handelsministerium in Washington am Freitag bekannt. So lagen die Lagerbestände im Berichtsmonat um 0,4 Prozent über dem Vormonatsniveau. Volkswirte hatten zuvor ein Plus von 0,4 Prozent erwartet.
Auf Unternehmensseite rückte unter anderem der Grafikchipspezialist Nvidia in den Fokus, der auf eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung im ersten Quartal zurück blicken kann. Beim Umsatzausblick enttäuschte das Unternehmen aber. Nach der Bekanntgabe des US-Senats, die Kreditkartengebühren beschneiden zu wollen, gerieten Aktien von Kreditkartenunternehmen wie Mastercard unter Druck.
Der Dow Jones sackte am Ende 1,51 Prozent auf 10.620,16 Punkte ab. Die Technologiebörse Nasdaq Composite ging mit einem Abschlag von 1,98 Prozent bei 2.346,85 Zählern ins Wochenende.
18:45 Uhr: Renditen von griechischen Anleihen deutlich gestiegenZweifel an der Rückzahlung der Kredite durch Griechenland, ausgelöst durch Aussagen von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, haben zu einem deutlichen Anstieg der Renditen griechischer Staatsanleihen geführt. Erneute Proteste in Griechenland schürten die Ängste zusätzlich.
17:50 Uhr: Euro: 1,24-er Marke fälltDie Europäische Gemeinschaftswährung Euro setzte ihre Talfahrt auch im späten Freitagshandel ungebremst fort. Die Marke von 1,24 Dollar konnte nicht mehr verteidigt werden, das Tagestief wurde bei 1,2359 US-Dollar markiert. Auch aktuell verbleibt die Währung mit einem Abschlag von 1,12 Prozent unter der 1,24-er Marke. Die Devisenmärkte bleiben nervös, die Schuldenkrise in Südeuropa bleibt dominantes Thema in den Anlegerköpfen.
17:21 Uhr: BlackRock baut Deutsche Börse-Anteil ausDie US-Beteiligungsgesellschaft BlackRock hat ihre Beteiligung an Deutschlands größtem Börsenbetreiber Deutsche Börse ausgebaut. Wie am Freitag bekannt wurde, halten die US-Amerikaner nun 6,23 Prozent am Frankfurter Unternehmen. Damit steigt BlackRock zum größten Einzelaktionär des Börsenbetreibers auf.
16:15 Uhr: US-Lagerbestände steigen anDie Lagerbestände in den US-amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen wiesen im März 2010 einen Anstieg gegenüber dem Vormonat aus. Dies gab das US-Handelsministerium in Washington am Freitag bekannt. So lagen die Lagerbestände im Berichtsmonat um 0,4 Prozent über dem Vormonatsniveau. Volkswirte hatten zuvor ein Plus von 0,4 Prozent erwartet.



