TOULOUSE (dpa-AFX) - Der Flugzeugbauer Airbus muss möglicherweise jedes dritte Exemplar des doppelstöckigen Riesenfliegers A380 auf Risse an den Tragflächen untersuchen lassen. Eine entsprechende Anweisung werde die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA erlassen, erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag von einer mit der Sache vertrauten Person. Die EASA hat bisher nur grundsätzlich bestätigt, dass sie eine Untersuchung der Flieger anordnen werde.
Anfang Januar waren an mehreren Flugzeugen des Typs Risse in Tragflächen-Teilen entdeckt worden. Ursprünglich hatte die EADS-Tochter (EADS) Airbus angenommen, die Mängel bei den alle vier Jahre vorgesehenen Wartungsprüfungen reparieren zu können. Die Ursache der Risse sei material- und prozessbedingt, sagte Airbus-Chef Tom Enders. Im Fernsehsender CNN sagte der Manager, Airbus habe eine Reparaturlösung entwickelt.
Betroffen sind nach bisherigen Angaben die Fluggesellschaften Qantas und Singapore Airlines sowie drei Testflugzeuge. Die Lufthansa (Deutsche Lufthansa) hatte angegeben, bei ihren A380 keine Risse entdeckt zu haben. Auch die Fluggesellschaften Emirates, China Southern, Korean Air Lines und Air France-KLM haben die A380 im Einsatz. Insgesamt sind laut Airbus-Angaben derzeit weltweit 67 Exemplare des Flugzeugs im Einsatz.
Der erste Riss war an der A380 aufgefallen, die im November 2010 einen schweren Triebwerkschaden hatte. Zunächst war deswegen von einem Zusammenhang ausgegangen worden. Bei Qantas-Flug QF32 war kurz nach dem Start in Singapur in einem Triebwerk Öl ausgelaufen und in Brand geraten. Teile stürzten zu Boden. Die Piloten schafften eine Notlandung, die 469 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon./stw/fn/wiz