AUGSBURG (dpa-AFX) - Die Großaktionäre des Anlagen- und Roboterherstellers KUKA <KU2.ETR> sind nach Angaben aus Kreisen unzufrieden mit der Arbeit des Managements. "Der Umbau geht nicht schnell genug voran", verlautete am Donnerstag gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus dem Aufsichtsrat. Vorstandschef Horst Kayser und Finanzchef Matthias Rapp betrieben den Ausbau des Geschäfts abseits der Autoindustrie zu zögerlich, hieß es. Auch Aufsichtsratschef Rolf Bartke steht in der Kritik. Damit wurde im Kern ein Bericht des "Handelsblatts" bestätigt.
KUKA liefert den mit Abstand größten Teil seiner Produkte an die Autohersteller und -zulieferer. Seit die Branche jedoch unter der Absatzflaute leidet, geht es auch KUKA schlecht. Dabei hatte der frühere Vorstand das Problem des zu dominanten Autogeschäfts bereits erkannt und einen Schwenk in Richtung Luftfahrt, Medizin- und Solartechnik eingeleitet. Seit Oktober beziehungsweise Juli 2008 sind nun Kayser und Rapp im Amt. "In zwölf Monaten stand das Thema Medizintechnik nicht einmal auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats", hieß es gegenüber dpa-AFX aus dem Gremium.
GROSSAKTIONÄRE VERBÜNDEN SICH
Laut "Handelsblatt" haben sich der Hauptaktionär Grenzebach und die Nummer zwei, der US-Investor Wyser-Pratte, verbündet, um den Umbau von KUKA mit Nachdruck einzufordern. Zusammen verfügen die beiden über knapp 40 Prozent der Anteile. Eine Grenzebach-Sprecherin wollte das Thema nicht kommentieren. Ein KUKA-Sprecher sagte: "Der Vorwurf, der Einstieg in neue Geschäftsfelder verlaufe zu langsam, ist aus der Luft gegriffen." Der Vorstand sei erst seit knapp neun Monaten komplett im Amt. "Selbstverständlich ist der Ausbau des Geschäfts mit der General Industry nach wie vor oberste Priorität des Managements."
Zwischen dem erst vor wenigen Monaten eingestiegenen Mittelständler Grenzebach und der KUKA-Führung war es zwischenzeitlich bereits zu einem Eklat gekommen, weil Grenzebach mehr Einfluss gefordert hatte. Nach außen hin hat sich die Lage wieder entspannt. Wyser-Pratte wiederum hatte das Management des damals noch unter IWKA firmierenden MDAX-Unternehmens <MDAX.ETR> vor Jahren vor sich her getrieben und letztlich den Verkauf der Verpackungstechnik durchgesetzt. Akut gefährdet sind die derzeitigen KUKA-Lenker jedoch nach Angaben aus dem Aufsichtsrat nicht: "Der Vorstand soll nochmal eine Chance bekommen."/das/dct/fn