HAMBURG (dpa-AFX) - Der krisengeschüttelte Solarzellenhersteller
Q-Cells will seine Refinanzierung absichern. Im Februar 2012 muss die im
TecDax (
TecDAX) notierte Gesellschaft eigenen Angaben zufolge eine Anleihe über 201,7 Millionen Euro bedienen. Um die Summe im Februar zurückzahlen zu können, will Unternehmenschef Nedim Cen die Barmittel bis zum Jahresende von derzeit knapp 170 Millionen auf 300 bis 350 Millionen Euro aufstocken, wie er der "Financial Times Deutschland" (FTD/Donnerstag) sagte. Kapitalmaßnahmen seien bisher nicht geplant. Auch führe Q-Cells derzeit keine konkreten Gespräche mit einem Großinvestor.
Die Firma hat die Investmentbank Houlihan Lokey beauftragt, die Möglichkeiten mittelfristiger Finanzierung zu prüfen. Die Anleihe, die im Februar fällig wird, wird derzeit mit knapp 60 Prozent des Nominalbetrags gehandelt. Zwei weitere, die 2014 und 2015 fällig sind, liegen unter 50 Prozent. "Es gibt so gut wie keine Nachfrage, auch wenn wir wissen, dass Finanzinvestoren sich das anschauen", sagte Cen. Nach FTD-Informationen prüfen sie einen Deal mit der Bitterfelder Wandelanleihe nach dem Vorbild des Q-Cells-Rivalen Conergy, bei dem Hedge-Fonds über den Kauf von Schulden eingestiegen sind.
Q-Cells steckt wegen des Preisverfalls und der zuletzt schwachen Nachfrage in der Bredouille. Nach millionenschweren Abschreibungen schrieb der Konzern im zweiten Quartal tiefrote Zahlen. Um die Kunden zu beruhigen, liebäugelt das chronisch defizitäre Unternehmen nun mit einer Versicherung für Garantieansprüche bei Pleiten - einer Art Lebensversicherung. "Ich bin fest überzeugt, dass wir die Garantiezeiten, die wir geben, auch überleben werden", sagte Cen.
Stärker als bei den Käufern sei der Vertrauensverlust bei Banken, sagte Cen. "Während chinesische Firmen von ihren Banken gefördert werden und fast unbegrenzt Zugang zu Krediten bekommen, ist das bei uns gegenläufig." Bei Großprojekten würden deutsche Banken chinesische Hersteller bevorzugen, weil sie fünf bis acht Prozent billiger sind./ep/jha/