25.01.2013 14:47
Bewerten
 (0)

Banken lösen sich allmählich vom Tropf der EZB

Krisenhilfe
Ein Jahr nach den Milliardenspritzen haben Institute angegündigt, eine Summe von 137,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen zu wollen.
Die europäischen Geldhäuser lösen sich langsam wieder vom Tropf der Europäischen Zentralbank (EZB). Ein Jahr nach den Milliardenspritzen haben die Institute erstmals die Gelegenheit, Gelder aus den Dreijahrestendern (LTRO) vorzeitig an die EZB zurückzuzahlen. 278 Institute kündigten an, eine Summe von 137,2 Milliarden Euro zurückzahlen zu wollen. Schätzungen von Ökonomen für den Rückfluss hatten von 50 bis 100 Milliarden Euro gereicht.

   Da die Banken nun jede Woche die Möglichkeit haben, Gelder aus den Dreijahrestendern an die EZB zurückzugeben, sollte der erste Termin nicht überbewertet werden. Mit zwei Zentralbankgeschäften, im Fachjargon Tender genannt, hatten die Banken Ende 2011 und Anfang 2012 insgesamt rund 1.000 Milliarden Euro aufgenommen. Um die angespannte Finanzlage der Banken zu verbessern, hatte die EZB das Geld für die ungewöhnlich lange Laufzeit von drei Jahren angeboten.

   Je höher die zurückgezahlten Beträge, desto entspannter sehen die Banken die Lage an den Kapitalmärkten. Nach Einschätzung von Beobachtern werden aber vor allem Banken aus Nordeuropa, insbesondere aus Deutschland und Frankreich, überschüssige Gelder zurückgeben, weil sie über genügend andere Finanzquellen verfügen. Die Banken aus Südeuropa halten dagegen vorerst an den Mitteln aus den Langfristtendern fest, weil es für sie schwierig ist, an Gelder aus privaten Quellen zu kommen.

   An den Finanzmärkten reagierten die Aktientitel von Banken geringfügig positiv auf die Meldung. Auch der Euro zog gegenüber dem US-Dollar leicht an.

   Der früheste Termin für eine vorzeitige Rückzahlung ist für den ersten Dreijahrestender der 30. Januar und für den zweiten Dreijahrestender der 27. Februar. Die Banken müssen ihre Rückzahlungsabsicht der EZB bereits im Vorfeld mitteilen. Die EZB ist die erste der drei großen Notenbanken, die ihre in der Krise in die Märkte geschleuste Liquidität wieder einsammelt. Die Federal Reserve und die Bank of Japan (BoJ) setzen ihre extrem lockere Politik noch fort.

   Die EZB lieferte keinerlei Aufschlüsselung nach Ländern oder einzelnen Banken. Jedoch hatten verschiedene Geldhäuser bereits vor einiger Zeit ihre Pläne für die Rückzahlung offen gelegt, so etwa die Commerzbank, die im November angekündigt hatte, die in Anspruch genommenen Mittel in Höhe von 10 Milliarden Euro im ersten Quartal dieses Jahres zurückzahlen zu wollen.

   Der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hatte gesagt, dass die Bank am ersten Langfristtender nicht teilgenommen hat. Zuletzt hatte der belgische Finanzkonzern KBC mitgeteilt, dass ein Großteil ihrer Gelder im ersten Quartal zurückfließen sollen. Bis März werde der Bank- und Versicherungskonzern 8,3 Milliarden Euro an die Zentralbank zurücküberweisen. Insgesamt hatte sich KBC 8,9 Milliarden Euro besorgt.

   Kontakt zum Autor: andreas.plecko@dowjones.com   DJG/apo/chg Dow Jones Newswires - Von Andreas Plecko FRANKFURT

Bildquellen: Petronilo G. Dangoy Jr. / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant1
  • Alle2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
ABS-KäufeEZB sucht Hilfe der Deutschen BankDie EZB hat einem Pressebericht zufolge die Deutsche Bank als einen von vier Vermögensverwaltern ausgewählt, um sich beim geplanten Kauf von Asset Backet Securities (ABS) beraten zu lassen.
04:32 Uhr
Deutsche Bank unterstützt EZB bei ABS-Käufen (The Wall Street Journal Deutschland)
30.10.14
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
30.10.2014Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
30.10.2014Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
30.10.2014Deutsche Bank NeutralNomura
30.10.2014Deutsche Bank NeutralUBS AG
29.10.2014Deutsche Bank buyS&P Capital IQ
30.10.2014Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
30.10.2014Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
29.10.2014Deutsche Bank buyS&P Capital IQ
29.10.2014Deutsche Bank kaufenDZ-Bank AG
29.10.2014Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
30.10.2014Deutsche Bank NeutralNomura
30.10.2014Deutsche Bank NeutralUBS AG
29.10.2014Deutsche Bank HoldWarburg Research
29.10.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
29.10.2014Deutsche Bank Holdequinet AG
14.10.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
12.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
11.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
21.07.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
18.06.2014Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow schließt deutlich stärker -- Starbucks erzielt mehr Umsatz -- Fed beendet Anleihekäufe -- Apple-Chef Tim Cook outet sich als schwul -- Lufthansa, VW, Bayer, Linde im Fokus

Groupon übertrifft Erwartungen. LinkedIn mit Gewinnanstieg. EZB kauft ab November ABS. Kellogg's verkauft weniger Lebensmittel. Deutschland: Inflation weiter auf tiefstem Stand seit über vier Jahren. Mastercard profitiert weiter vom Konsumaufschwung. US-Wirtschaft wächst um 3,5 Prozent. Russland sieht Chance für Gas-Einigung.
In welchen europäischen Ländern ist das Preisniveau besonders hoch?

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat den Sparkurs der Bundesregierung infrage gestellt. Denken Sie auch, dass der Staat mehr investieren sollte?