Kursabsturz an der Wall Street - Fehltrade bei der Citigroup verantwortlich? -- Tiefroter Handelsausklang an allen Aktienmärkten -- Massive Panikverkäufe am Devisenmarkt
Termine vom 06.05.10:
- D: Auftragseingang Industrie März
- EU: EZB Zinsentscheidung
- GB: Bank of England Zinsentscheidung
- USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Woche
- USA: Arbeitsproduktivität 1. Quartal
- Adecco: Quartalszahlen
- adidas: Hauptversammlung
- Alcatel-Lucent: Quartalszahlen
- ALTANA: Quartalszahlen
- AXA: Quartalszahlen
- Balda: Quartalszahlen
- Basler: Quartalszahlen
- BayWa: Quartalszahlen
- Beiersdorf: Quartalszahlen
- BNP Paribas: Quartalszahlen
- Cogent Communications: Quartalszahlen
- Commerzbank: Quartalszahlen
- E.ON: Hauptversammlung
- GEA Group: Quartalszahlen
- HeidelbergCement: Quartalszahlen
- Kraft Foods: Quartalszahlen
- Nintendo: Jahresabschluss
- ProSiebenSat.1 Media: Quartalszahlen
- Rofin-Sinar: Quartalszahlen
- Swiss Re: Quartalszahlen
- SÜSS MicroTec: Quartalszahlen
- Telecom Italia: Quartalszahlen
- Zurich Financial Services: Quartalszahlen
DAX-Anleger trennen sich vermehrt von Investments
Die deutschen Börsen knüpften zum Handelsstart am Donnerstag zunächst an ihre schwache Entwicklung der vergangenen Tage an. Dabei belastete - neben den schwachen Vorgaben - auch die anhaltende Talfahrt der Europäischen Gemeinschaftswährung Euro, die auf den tiefsten Stand seit März 2009 gefallen war. Zudem wurden am Morgen Spekulationen laut, nach denen der deutsche Anteil am Hilfspaket für Griechenland höher ausfallen könnte, als bislang gedacht. Wirtschaftsminister Brüderle dementierte dies und betonte, die Höhe der Hilfen sei gedeckelt. Der Markt fasste im Verlauf wieder Mut, im Anschluss zeigten sich die DAX-Anleger jedoch unentschlossen. Positive Meldungen kamen dabei von Konjunkturseite: Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat im März einen unerwartet deutlichen Schub verzeichnet. Störfeuer kamen indes vom Arbeitskreis Steuerschätzung aus Berlin: Bund, Länder und Gemeinden müssen bis 2013 mit 47 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als bisher erwartet, was weniger Spielraum für Entlastungen gebe. Zudem sieht die Ratingagentur Moody’s eine Ausweitung der Schuldenkrise. Des Weiteren ist die gemeinsame Bundestagsresolution zu Finanzmärkten gescheitert - was den Leitindex letztlich in Summe seine zwischenzeitlichen Gewinne komplett abgeben und tiefer ins Minus rutschen ließ.
Auf Wirtschaftsseite stand die heutige Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank EZB im Fokus. Dass diese am historisch niedrigen Zinssatz festhält, war am Markt bereits ausgemachte Sache. Mit Spannung wurden aber die Kommentare der Währungshüter zur aktuellen Wirtschaftseinschätzung erwartet, wobei ein anhaltend niedriger Tagesgeldsatz signalisiert wurde. Zudem wurde weder über Ankäufe von Staatsanleihen diskutiert, noch Änderungen beim Ausstieg aus den Maßnahmen zur erhöhten Kreditversorgung von Banken ins Auge gefasst.
Auf Unternehmensseite ging die Berichtssaison weiter: Neben der Commerzbank und HeidelbergCement hatte auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf seine Bilanz offen gelegt.
Der DAX startete mit einem Abschlag von 0,49 Prozent bei 5.919,94 Punkten in den Handel. Die Verluste wurden im frühen Handel minimiert, der Standardwerteindex drehte gar ins Plus, wo er zunächst weiter notierte. Zwischenzeitlich konnte sogar die 6.000er-Marke wieder übersprungen, aber nicht dauerhaft verteidigt werden. Im Anschluss präsentierten sich die Investoren unentschlossen. Letztlich wurden jedoch die Rotstifte gezückt - die 5.900er-Hürde fiel zeitweise, es ging mit dem DAX um 0,8 Prozent auf 5.908 Zähler abwärts.
Der TecDAX gab daneben zum Start 0,8 Prozent auf 767 Zähler nach. Doch auch die Stimmung unter den Techwerteanlegern besserte sich zunächst, grüne Vorzeichen prägten das Bild. Am Ende fiel der TecDAX im Sog des Marktes ebenfalls in die Verlustzone zurück und verlor zuletzt 0,5 Prozent auf 770 Zähler.
22:24 Uhr: Tiefroter Handelsausklang in New York - Kurssturz nach Fehltrade?
Panikverkäufe prägten am Donnerstag den Handel an der Wall Street. Nach schwachem Start, bedingt durch anhaltende Sorgen um die Finanzlage der südeuropäischen Länder, kam es am frühen Abend zu einem regelrechten Kurssturz in New York. Am Markt wird als Auslöser über einen so genannten "Fehl"-Trade spekuliert - im Fernsehsender CNBC war die Rede davon, dass möglicherweise ein Marktteilnehmer bei der Citigroup einen Fehler bei der Eingabe eines Handels gemacht habe. emnach habe der Verantwortliche bei einer Verkaufsorder für die Aktie von Procter & Gamble statt eines "m" für Millionen Stück ein "b" für Milliarden Stück eingegeben. Das Institut prüfe den Vorfall jetzt.
Zwar konnten die Börsen ihre Tagestiefs hinter sich lassen, dennoch prägten mit Ertönen der Schlussglocke tiefrote Vorzeichen das Bild. Belastend wirkten sich dabei erneut Aussagen einer Ratingagentur aus: Moody’s hat sich abermals zu Wort gemeldet und eine Ausweitung der Schuldenkrise in Europa auf weitere Länder prophezeit. Auf der Liste nach Griechenland: Portugal, Spanien, Italien, Irland und Großbritannien. Gute Daten zur US-Produktivität fanden da kaum Beachtung an den Märkten. Auch die verbesserte Arbeitsmarktsituation trat weitgehend in den Hintergrund.
Durchwachsene Unternehmensnachrichten taten ihr Übriges. Während der US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac erneut finanzielle Unterstützung von Staatsseite in Höhe von 10,6 Milliarden Dollar benötigt, hat sich der amerikanische Sportartikelhersteller Nike für die kommenden Jahre ein deutliches Wachstum vorgenommen. Daneben hat der US-Einzelhändler Stage Stores seine Ergebnisprognose für das Auftaktquartal angehoben, der amerikanische Nahrungsmittelkonzern Sara Lee musste im dritten Geschäftsquartal einen deutlichen Verlust im dreistelligen Millionenbereich verbuchen.
Der Dow Jones schloss mit einem Abschlag von 3,2 Prozent bei 10.520 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq Composite gab um 3,44 Prozent auf 2.320 Zähler nach.
17:25 Uhr: Opposition unterstützt Griechenland-Hilfe nicht
Die Regierungskoalition und die SPD werden am Freitag keinen gemeinsamen Entschließungsantrag zur Kontrolle der Finanzmärkte verabschieden. Die Gespräche scheiterten, wie ein Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin erklärte. Demnach sei wahrscheinlich, dass sich die Sozialdemokraten am Freitag bei der Abstimmung über das Griechenland-Rettungspaket der Stimme enthalten werde.
16:38 Uhr: Ryanair steigert Passagierzahl
Die irische Billigfluglinie Ryanair konnte im April erneut mit einem deutlichen Passagierplus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr aufwarten. Insgesamt wurden 6,2 Millionen Passagiere befördert, der Sitzladefaktor stieg um einen Punkt auf 83 Prozent.
16:26 Uhr: British Airways zählt weniger Passagiere
Die Fluggesellschaft British Airways hat im April insgesamt 2,081 Millionen Passagiere befördert, was einem Minus von 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 76,6 Prozent. Die Fluglinie hatte ebenfalls unter der temporären Sperrung des Flugraums zu leiden.
16:06 Uhr: Rofin-Sinar-Geschäft wächst
Der amerikanische Laserspezialist Rofin-Sinar Technologies konnte im zweiten Geschäftsquartal einen Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis erzielen. Der Umsatz kletterte auf 95,9 Mio. Dollar. Das Nettoergebnis lag bei 4,7 Millionen Dollar.
- D: Auftragseingang Industrie März
- EU: EZB Zinsentscheidung
- GB: Bank of England Zinsentscheidung
- USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Woche
- USA: Arbeitsproduktivität 1. Quartal
- Adecco: Quartalszahlen
- adidas: Hauptversammlung
- Alcatel-Lucent: Quartalszahlen
- ALTANA: Quartalszahlen
- AXA: Quartalszahlen
- Balda: Quartalszahlen
- Basler: Quartalszahlen
- BayWa: Quartalszahlen
- Beiersdorf: Quartalszahlen
- BNP Paribas: Quartalszahlen
- Cogent Communications: Quartalszahlen
- Commerzbank: Quartalszahlen
- E.ON: Hauptversammlung
- GEA Group: Quartalszahlen
- HeidelbergCement: Quartalszahlen
- Kraft Foods: Quartalszahlen
- Nintendo: Jahresabschluss
- ProSiebenSat.1 Media: Quartalszahlen
- Rofin-Sinar: Quartalszahlen
- Swiss Re: Quartalszahlen
- SÜSS MicroTec: Quartalszahlen
- Telecom Italia: Quartalszahlen
- Zurich Financial Services: Quartalszahlen
DAX-Anleger trennen sich vermehrt von InvestmentsDie deutschen Börsen knüpften zum Handelsstart am Donnerstag zunächst an ihre schwache Entwicklung der vergangenen Tage an. Dabei belastete - neben den schwachen Vorgaben - auch die anhaltende Talfahrt der Europäischen Gemeinschaftswährung Euro, die auf den tiefsten Stand seit März 2009 gefallen war. Zudem wurden am Morgen Spekulationen laut, nach denen der deutsche Anteil am Hilfspaket für Griechenland höher ausfallen könnte, als bislang gedacht. Wirtschaftsminister Brüderle dementierte dies und betonte, die Höhe der Hilfen sei gedeckelt. Der Markt fasste im Verlauf wieder Mut, im Anschluss zeigten sich die DAX-Anleger jedoch unentschlossen. Positive Meldungen kamen dabei von Konjunkturseite: Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat im März einen unerwartet deutlichen Schub verzeichnet. Störfeuer kamen indes vom Arbeitskreis Steuerschätzung aus Berlin: Bund, Länder und Gemeinden müssen bis 2013 mit 47 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als bisher erwartet, was weniger Spielraum für Entlastungen gebe. Zudem sieht die Ratingagentur Moody’s eine Ausweitung der Schuldenkrise. Des Weiteren ist die gemeinsame Bundestagsresolution zu Finanzmärkten gescheitert - was den Leitindex letztlich in Summe seine zwischenzeitlichen Gewinne komplett abgeben und tiefer ins Minus rutschen ließ.
Auf Wirtschaftsseite stand die heutige Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank EZB im Fokus. Dass diese am historisch niedrigen Zinssatz festhält, war am Markt bereits ausgemachte Sache. Mit Spannung wurden aber die Kommentare der Währungshüter zur aktuellen Wirtschaftseinschätzung erwartet, wobei ein anhaltend niedriger Tagesgeldsatz signalisiert wurde. Zudem wurde weder über Ankäufe von Staatsanleihen diskutiert, noch Änderungen beim Ausstieg aus den Maßnahmen zur erhöhten Kreditversorgung von Banken ins Auge gefasst.
Auf Unternehmensseite ging die Berichtssaison weiter: Neben der Commerzbank und HeidelbergCement hatte auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf seine Bilanz offen gelegt.
Der DAX startete mit einem Abschlag von 0,49 Prozent bei 5.919,94 Punkten in den Handel. Die Verluste wurden im frühen Handel minimiert, der Standardwerteindex drehte gar ins Plus, wo er zunächst weiter notierte. Zwischenzeitlich konnte sogar die 6.000er-Marke wieder übersprungen, aber nicht dauerhaft verteidigt werden. Im Anschluss präsentierten sich die Investoren unentschlossen. Letztlich wurden jedoch die Rotstifte gezückt - die 5.900er-Hürde fiel zeitweise, es ging mit dem DAX um 0,8 Prozent auf 5.908 Zähler abwärts.
Der TecDAX gab daneben zum Start 0,8 Prozent auf 767 Zähler nach. Doch auch die Stimmung unter den Techwerteanlegern besserte sich zunächst, grüne Vorzeichen prägten das Bild. Am Ende fiel der TecDAX im Sog des Marktes ebenfalls in die Verlustzone zurück und verlor zuletzt 0,5 Prozent auf 770 Zähler.
22:24 Uhr: Tiefroter Handelsausklang in New York - Kurssturz nach Fehltrade?Panikverkäufe prägten am Donnerstag den Handel an der Wall Street. Nach schwachem Start, bedingt durch anhaltende Sorgen um die Finanzlage der südeuropäischen Länder, kam es am frühen Abend zu einem regelrechten Kurssturz in New York. Am Markt wird als Auslöser über einen so genannten "Fehl"-Trade spekuliert - im Fernsehsender CNBC war die Rede davon, dass möglicherweise ein Marktteilnehmer bei der Citigroup einen Fehler bei der Eingabe eines Handels gemacht habe. emnach habe der Verantwortliche bei einer Verkaufsorder für die Aktie von Procter & Gamble statt eines "m" für Millionen Stück ein "b" für Milliarden Stück eingegeben. Das Institut prüfe den Vorfall jetzt.
Zwar konnten die Börsen ihre Tagestiefs hinter sich lassen, dennoch prägten mit Ertönen der Schlussglocke tiefrote Vorzeichen das Bild. Belastend wirkten sich dabei erneut Aussagen einer Ratingagentur aus: Moody’s hat sich abermals zu Wort gemeldet und eine Ausweitung der Schuldenkrise in Europa auf weitere Länder prophezeit. Auf der Liste nach Griechenland: Portugal, Spanien, Italien, Irland und Großbritannien. Gute Daten zur US-Produktivität fanden da kaum Beachtung an den Märkten. Auch die verbesserte Arbeitsmarktsituation trat weitgehend in den Hintergrund.
Durchwachsene Unternehmensnachrichten taten ihr Übriges. Während der US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac erneut finanzielle Unterstützung von Staatsseite in Höhe von 10,6 Milliarden Dollar benötigt, hat sich der amerikanische Sportartikelhersteller Nike für die kommenden Jahre ein deutliches Wachstum vorgenommen. Daneben hat der US-Einzelhändler Stage Stores seine Ergebnisprognose für das Auftaktquartal angehoben, der amerikanische Nahrungsmittelkonzern Sara Lee musste im dritten Geschäftsquartal einen deutlichen Verlust im dreistelligen Millionenbereich verbuchen.
Der Dow Jones schloss mit einem Abschlag von 3,2 Prozent bei 10.520 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq Composite gab um 3,44 Prozent auf 2.320 Zähler nach.
17:25 Uhr: Opposition unterstützt Griechenland-Hilfe nichtDie Regierungskoalition und die SPD werden am Freitag keinen gemeinsamen Entschließungsantrag zur Kontrolle der Finanzmärkte verabschieden. Die Gespräche scheiterten, wie ein Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin erklärte. Demnach sei wahrscheinlich, dass sich die Sozialdemokraten am Freitag bei der Abstimmung über das Griechenland-Rettungspaket der Stimme enthalten werde.
16:38 Uhr: Ryanair steigert PassagierzahlDie irische Billigfluglinie Ryanair konnte im April erneut mit einem deutlichen Passagierplus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr aufwarten. Insgesamt wurden 6,2 Millionen Passagiere befördert, der Sitzladefaktor stieg um einen Punkt auf 83 Prozent.
16:26 Uhr: British Airways zählt weniger PassagiereDie Fluggesellschaft British Airways hat im April insgesamt 2,081 Millionen Passagiere befördert, was einem Minus von 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 76,6 Prozent. Die Fluglinie hatte ebenfalls unter der temporären Sperrung des Flugraums zu leiden.
16:06 Uhr: Rofin-Sinar-Geschäft wächstDer amerikanische Laserspezialist Rofin-Sinar Technologies konnte im zweiten Geschäftsquartal einen Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis erzielen. Der Umsatz kletterte auf 95,9 Mio. Dollar. Das Nettoergebnis lag bei 4,7 Millionen Dollar.



