„Wir haben vor wenigen Tagen eine weitere Person verhaftet“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München auf Anfrage. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung €uro am Sonntag soll es sich um den Mitarbeiter eines unabhängigen Researchhauses aus München handeln, das auch einen eigenen Börsenbrief herausgibt.
Die Staatsanwaltschaft München I verdächtigt den Analysten, zu einem Netzwerk aus rund 30 Personen zu gehören, das jahrelang die Kurse zahlreicher Aktien manipuliert haben soll. Nach einer früheren Auswertung von €uro am Sonntag hat das Münchner Researchhaus mindestens acht der insgesamt 22 wegen auffälliger Kursverläufe untersuchten Werte in Reports oder in einem wöchentlich erscheinenden Börsenbrief als Kaufgelegenheiten eingestuft.

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Zu den in den Einschätzungen teils euphorisch beurteilten Werten gehören unter anderem Splendid Medien, Dolphin Capital sowie Petrohunter beziehungsweise dessen Vorgängerunternehmen Digital Ecosystems. Die jüngste Festnahme steht im Zusammenhang mit dem bundesweit bislang größten Verfahren um Kursmauscheleien.
Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat ein Netzwerk um den früheren Chef der Münchner Vermögensverwaltung TFB Capital, Tobias Bosler, und den Ex-Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, Anleger um insgesamt mindestens 17,6 Millionen Euro geprellt. Die beiden mutmaßlichen Drahtzieher sitzen nach Informationen weiter in U-Haft. Aus informierten Kreisen heißt es, mit einer möglichen Anklageerhebung sei im Herbst zu rechnen. (utz)
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