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05.12.2012 13:25

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LG Electronics: Konzern und weitere Bildröhrenhersteller werden von EU-Kommission bestraft

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Seoul (www.aktiencheck.de) - Die Europäische Kommission hat gegen sieben internationale Konzerne Geldbußen von insgesamt rund 1,47 Mrd. Euro wegen der Beteiligung an einem bzw. an zwei unterschiedlichen Kartellen im Sektor Kathodenstrahlröhren (Cathode Ray Tubes - CRT) verhängt.

Wie die Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union am Mittwoch in einer Pressemitteilung erklärte, trafen diese Unternehmen fast zehn Jahre lang (von 1996 bis 2006) Preisabsprachen, teilten Märkte und Kunden untereinander auf und beschränkten ihre Produktion. Ein Kartell agierte im Sektor Bildröhren für Fernsehgeräte und ein weiteres im Sektor Bildröhren für Computerbildschirme. Beide Kartelle operierten weltweit. Die Kommission stellte deshalb Zuwiderhandlungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) fest. Die Unternehmen Chunghwa Telecom Co. Ltd. , LG Electronics Inc. , Philips Electronics N.V. und Samsung SDI - Teil der Samsung Electronics Co. Ltd. - waren an beiden Kartellen beteiligt, während sich die Panasonic Corp. , die Toshiba Corp. , MTPD (zurzeit eine Tochter von Panasonic) und Technicolor (vormals Thomson) nur an dem Fernsehbildröhrenkartell beteiligten. Chunghwa wurde für beide Kartelle ein vollständiger Geldbußenerlass nach der Kronzeugenregelung von 2006 gewährt, weil das Unternehmen die Kommission als erstes über die Existenz der Kartelle informiert hat. Anderen Unternehmen wurden die Geldbußen teilweise erlassen, weil sie nach der Kronzeugenregelung im Rahmen der Untersuchung mit der Kommission kooperierten.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission Joaquín Almunia erklärte: "Diese Bildröhrenkartelle sind Kartelle wie aus dem Lehrbuch: Hier wurde das Wettbewerbsrecht durch Verhaltensweisen, die in Europa tätigen Unternehmen strengstens verbotenen sind, in gravierender Weise verletzt. Kathodenstrahlröhren waren wesentliche Komponenten in der Herstellung von Fernseh- und Computerbildschirmen und machten 50 bis 70 Prozent des Preises eines Bildschirms aus. Dies lässt erahnen, wie schwerwiegend sich dieses rechtswidrige Verhalten auf Fernseh- und Computerbildschirmhersteller im EWR ausgewirkt hat und wie sehr es letztlich über die Jahre auch den Verbrauchern geschadet hat." Den Angaben zufolge gehören die beiden CRT-Kartelle zu den am besten organisierten Kartellen, die die Kommission bisher untersucht hat. Fast zehn Jahre lang verhielten sich die Kartellmitglieder in äußerstem Maße wettbewerbsschädigend: Zu ihren Praktiken gehörten Preisabsprachen, Marktaufteilung, u.a. nach Kunden, Abstimmung von Kapazitäten und Produktionsmengen sowie der Austausch von sensiblen Geschäftsdaten. Die Kartellisten überwachten zudem die Umsetzung der Kartellabsprachen, indem sie wie z.B. im Falle des PC-Kathodenstrahlerkartells die Einhaltung der Kapazitätsbeschränkungen bei Betriebsstättenbegehungen überprüften.

Bei den verhängten Geldbußen erhielt Philips mit 313,4 Mio. Euro die höchste Strafe, gefolgt von LG Electronics (295,6 Mio. Euro).

Die Aktie von LG Electronics notierte zuletzt bei 75.100 Koreanischen Won (-0,92 Prozent). (05.12.2012/ac/n/a)

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