17.04.2013 17:18
Bewerten
(12)

IWF warnt vor 'chronischer' Finanzkrise

Langfristige Folgen: IWF warnt vor 'chronischer' Finanzkrise | Nachricht | finanzen.net
Langfristige Folgen
Der IWF warnt vor langfristigen Folgen einer lockeren Geldpolitik und sieht im schlimmsten Fall sogar eine "chronische" Finanzkrise auf die Eurozone zukommen.
Die Gesetzgeber der Währungsunion dürften nicht nachlassen, Reformen im Bankensektor voranzutreiben und die wirtschaftliche Erholung zu stützen, fordert die Institution in ihrem neuen Bericht zur globalen Finanzstabilität.

Sollte der Eifer bei der Reparatur des Finanzsystems nachlassen, könnten alte Risiken dauerhaft zurückkehren, sagte der Chef der IWF -Kapitalmarktabteilung, José Viñals, bei der Vorstellung des Berichts am Mittwoch in Washington. Schwache Banken müssten dringend restrukturiert, Kapitalanforderungen weiter verschärft werden.

Ein besonderes Risiko sei die Überschuldung des Firmensektors in den schwächeren Eurostaaten. Rund ein Fünftel der Kredite und Unternehmensanleihen dort seien "untragbar", könnten also nicht ohne Weiteres zurückbezahlt werden, erklärte Viñals. Das schade dem Vertrauen der Märkte und sei "eine Gefahr für ihre Volkswirtschaften und die Finanzstabilität".

Das globale Ausmaß von Krisen wie in Zypern "unterstreicht die Dringlichkeit, die Reformen in der Eurozone zu vollenden", so die Analyse, die der Weltwährungsfonds zwei Mal im Jahr erarbeitet. Er ruft darin auch ausdrücklich zu einer Rekapitalisierung von Banken, einer gemeinsamen Bankenaufsicht und einer vervollständigten Währungsunion auf. Diese Themen werden auch bei der Frühjahrstagung der 188 IWF-Mitgliedländer Ende der Woche in Washington auf der Tagesordnung stehen.

Zunehmend sorgenvoll zeigte sich Viñals auch über die extrem lockere Geldpolitik vieler Staaten. Die niedrigen Zinsen trieben etwa private Pensionsfonds dazu, ihr Geld in risikoreichere Anlagen zu investieren als sie sollten. Allerdings wäre eine zu schnelle Abkehr von Hilfsprogrammen der Zentralbanken schlecht für die andauernde Erholung. "Während der Patient behandelt wird, sollte man ihm nicht die Medizin wegnehmen. Aber man muss auf die Nebenwirkungen aufpassen."

Die globale Krisenfeuerwehr lobt in dem Bericht, wie vor allem die Banken in entwickelten Volkswirtschaften wesentliche Erfolge beim Umbau ihrer Bilanzen erzielt hätten. "Aber die Fortschritte waren ungleichmäßig, so sind die Systeme in unterschiedlichen Stufen ihrer Reparatur." In den USA sei der Prozess etwa weitgehend abgeschlossen, während das in der Eurozone nicht der Fall sei - vor allem nicht in den schwächeren Staaten.

Insgesamt fiel die IWF-Einschätzung der globalen Finanzstabilität aber wesentlich positiver aus als noch vor einem halben Jahr, als in dem Bericht von einem "sehr brüchigen" Vertrauen ins Weltfinanzsystem und "bösen Abwärtsspiralen" die Rede war. So heißt es nun, die globalen Finanz- und Marktbedingungen hätten sich "in den vergangenen sechs Monaten spürbar verbessert"./mcm/DP/jkr

WASHINGTON (dpa-AFX)
Bildquellen: Yiannis Kourtoglou / Shutterstock.com, istock/Stephen Strathdee
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones am Ende nahezu unverändert -- Deutsche Bank verdient mehr -- Bayer hebt Prognose an -- BASF mit Gewinnsprung -- RWE, AIXTRON, Wirecard im Fokus

Renault verkauft deutlich mehr Autos im ersten Quartal. EZB bleibt in Deckung. Samsung holt sich Spitzenplatz bei Smartphones von Apple zurück. Tesla-Aktie mit Gegenwind: Analyst erwartet Kurshalbierung. Neue 5-Euro-Münze "Tropische Zone" seit heute auf dem Markt. Angeblicher Abgas-Schwindel - Umwelthilfe klagt gegen Daimler.

Top-Rankings

KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
EU-Vergleich der Arbeitskosten 2016
So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
KW 16: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Munich Re SE (ex Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG)843002
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BASFBASF11
BayerBAY001
AURELIUSA0JK2A
AIXTRON SEA0WMPJ
Lufthansa AG823212
Allianz840400
Apple Inc.865985
BMW AG519000
Deutsche Telekom AG555750
Nordex AGA0D655