20.02.2013 17:16
Bewerten
 (0)

Bundesbank: Kapitel Lehman fast abgeschlossen

Lehman-Altlasten
Knapp viereinhalb Jahre nach der Lehman-Pleite hat die Bundesbank Altlasten der Insolvenz des US-Instituts fast abgearbeitet.
Die Restforderungen bezifferte die Notenbank am Mittwoch auf rund 1,2 Milliarden Euro. "Das Thema Lehman ist noch nicht ganz abgeschlossen für das Eurosystem, aber die größten Hürden sind genommen", sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel in Frankfurt.

  Zum Zeitpunkt der Pleite Mitte September 2008 hatte die Bundesbank als Agent des Eurosystems geldpolitische Forderungen gegenüber Lehman von 8,5 Milliarden Euro. Entgangene Zinszahlungen und Kosten ließen die Forderungen auf 9,3 Milliarden Euro anschwellen. Durch den Verkauf der überwiegend hochkomplexen Papiere wurden bislang 7,4 Milliarden Euro erlöst, dazu kamen 768 Millionen Euro aus den beiden Insolvenzverfahren gegen das Lehman-Mutterhaus in den USA und die deutsche Lehman-Tochter.

   "Am Ende wird das Eurosystem mit großer Wahrscheinlichkeit seine ursprüngliche Forderung von 8,5 Milliarden Euro komplett bedient bekommen", sagte Nagel. Es habe sich bewährt, die Papiere nicht gleich - mit hohen Abschlägen - loszuschlagen, sondern abzuwarten und erst über die Jahre an professionelle Investoren wie Hedgefonds und Private-Equity-Häuser zu verkaufen.

  Ursprünglich waren dem Eurosystem 2008 insgesamt 33 verpfändete Wertpapier-Pakete zugefallen, die Lehman als Sicherheit für Notenbankkredite hinterlegt hatte. Im vergangenen April hatte die Bundesbank das größte Paket aus hochkomplexen besicherten Anleihen (ABS) namens "Excalibur" mit einem ursprünglichen Nennwert von 2,16 Milliarden Euro an den Investor Lone Star verkauft worden.

   Die Rückstellungen des Eurosystems für ausgefallene Geschäftspartner, unter denen Lehman der wichtigste Posten ist, konnten von 5,6 Milliarden Euro Ende 2008 auf 0,3 Milliarden Euro Ende 2012 verringert werden. Für Verluste aus solchen Geschäften würde letztlich der Steuerzahler geradestehen./ben/DP/hbr

FRANKFURT (dpa-AFX)
Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX knackt 11.600-Punkte-Marke und schließt im Plus -- US-Arbeitsmarkt übertrifft Erwartungen -- US-Börsen deutlich im Minus -- Pleitegeier kreist über Athen -- SAP, Commerzbank im Fokus

Euro rutscht weiter ab. Deutsche Bank erwägt Holding-Struktur. Bank of America-Aktie steigt rund 5 Prozent. VW streicht wohl für sein Sparprogramm Polo-Zweitürer. Hopp will Impfstoffhersteller Curevac nach Gates-Einstieg an Börse bringen. Athen zahlt offenbar fristgemäß Schuldenrate an IWF.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Raten Sie mal wer auf Platz 1 ist

Das sind die wertvollsten Sportvereine 2014

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Zertifikats? Welcher der fünf folgenden Risikoklassen (RK) würden Sie sich persönlich zuordnen?