Von Charles Duxbury
Dow Jones NEWSWIRES
RIGA (Dow Jones)--Lettland lässt sich von der aktuellen Euro-Krise nicht vom Ziel abbringen, 2014 der Gemeinschaftswährung beizutreten. Die Regierung stehe definitiv zu diesem Plan, sagte Finanzminister Andris Vilks in einem Interview mit Dow Jones Newswires.
Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Eurozone die jetzigen Herausforderungen bis dahin in den Griff bekommen hat. "Die Eurozone, der wir dann beitreten wollen, wird viel besser darauf vorbereitet sein, mit Schocks wie den aktuellen fertig zu werden, als die jetzige Eurozone."
Der Minister räumte ein, dass viele Letten besorgt seien, dass das Land künftig zur finanziellen Unterstützung anderer Mitglieder des Euroraums herangezogen werden könnte. Andererseits gebe es Gruppen wie die Exporteure, die sich durch die Einführung des Euro neue Chancen erhofften. Ein weiterer Vorteil sei die bessere Vorhersehbarkeit der Entwicklung in dem baltischen Staat, wenn er sich den Regeln der Eurozone verpflichtet habe.
Für 2012 rechnet Vilks für sein Land mit anhaltendem Wirtschaftswachstum. Die Erholung nach der Finanzkrise dürfte sich mit einem Plus von 2,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt fortsetzen nach "mindestens" 5,5 Prozent Zuwachs im vergangenen Jahr.
Lettland war durch die Finanzkrise schwer getroffen worden. Das Land überstand das tiefe Konjunkturtal nur durch drastische Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben und einen 7,5-Milliarden-Euro-Kredit von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds.
Rund 70 Prozent der Exporte gehen in die EU. "Daher sehen wir die sich dort verschlechternden Konjunkturaussichten mit Sorge", sagte der Minister.
Er sprach von divergierenden Signalen in Europa. Auf der einen Seite legten Länder wie Italien und Spanien Sparpakete vor, was gut sein. Andererseits sei die Lage in Griechenland sehr besorgniserregend. Griechenland ist aus seiner Sicht eine entscheidende Wendemarke. Wenn sich eine gute und nachvollziehbare Lösung für das Land finden ließe, würde dies ganz Europa helfen.
Auch für Lettland wäre es eine wichtige Unterstützung. Denn das Land möchte rund eine Milliarde Euro an den Finanzmärkten aufnehmen, um so den Finanzbedarf in den kommenden Jahren zu decken.
Helfen würde den Letten auch ein besseres Rating, um die Refinanzierungskosten zu reduzieren. Die großen Ratingagenturen warten nach Vilks Eindruck allerdings auf Fortschritte bei Griechenland, bevor sie zu einer Heraufstufung Lettlands bereit seien. Standard & Poor's bewertet die Balten derzeit mit BB+, Fitch mit BBB-.
-Von Charles Duxbury, Dow Jones Newswires;
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February 01, 2012 07:00 ET (12:00 GMT)
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