08.08.2012 17:30
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Deutsche Post: Lachender Logistiker

Deutsche Post: Logistikkonzern im Aufwind
Logistikkonzern im Aufwind
Der Bonner Konzern bleibt dank des guten Asien- und Deutschland-Geschäfts von den Folgen der Eurokrise verschont. Konzernchef Frank Appel hat soeben die Gewinnprognose erhöht.
€uro am Sonntag

von Klaus Schachinger, €uro am Sonntag

Wer hätte das gedacht? Da meldet US-Wettbewerber FedEx einen leichten Gewinnrückgang und prüft ein umfangreiches Sparprogramm. Der weltgrößte Paketdienst UPS schraubt wegen unsicherer globaler Konjunktur im Juli seine Gewinnprognose nach unten. Doch bei der Deutschen Post läuft das Geschäft weiter glänzend.

Bei 13,7 Milliarden Euro Umsatz verdiente der Logistikkonzern im zweiten Quartal 543 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen. Analysten hatten im Schnitt nur 386 Millionen erwartet.
Gegen den Branchentrend hat Konzernchef Frank Appel die Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht. Beim operativen Gewinn stellt die Deutsche Post für 2012 jetzt 2,6 bis 2,7 Milliarden Euro statt bisher 2,5 bis 2,6 Milliarden in Aussicht. Im Vorjahr hatten die Bonner 2,4 Milliarden Euro verdient.

Weil es in Asien gut läuft, sieht das ­Management die Wirtschaftskrise ge­lassen. Die Deutsche Post habe als global agierendes Unternehmen den Vorteil, „Schwächephasen in einem Teil der Welt durch Teilhabe am Wachstum in einem anderen Teil der Welt ausgleichen zu können“, so Finanzchef Larry Rosen für den ehemaligen Staatskonzern.

Asien-Strategie zahlt sich aus
Für den Konzern macht sich jetzt bezahlt, dass das Netz der Pakettochter DHL in Asien dichter geknüpft ist als das der Wettbewerber. In China hatte die Deutsche Post für 175 Millionen Dollar ein neues Nordasien-Drehkreuz eröffnet. Aus dem chinesischen Binnenmarkt hat sie sich allerdings zurückgezogen.

Über das Drehkreuz und sein enges Zustellnetz in der Region will der deutsche Logistikkonzern auch vom innerasiatischen Handel profitieren. Der Wachstumstrend auf dem Kontinent sei „vollkommen intakt“, meldet Rosen.

Der Erfolg der Deutschen dürfte potenziellen Großkunden nicht entgangen sein. Da sich große Unternehmen nicht nur auf einen Partner verlassen, dürfte es den Bonnern nach Einschätzung der US-Bank Goldman Sachs in Asien jetzt auch gelingen, sich FedEx- und UPS-Kunden zu angeln.

Von den Folgen der konjunkturellen Abkühlung bleibt die Deutsche Post aber auch in Asien nicht vollständig verschont. Zunehmend mehr Kunden stellen dort von teurer Luftfracht auf den günstigeren Seetransport um.

Paketdienst treibt Gewinnwachstum
Für die Aktionäre entscheidend ist, dass mit dem Ausbau des Logistikgeschäfts die Abhängigkeit vom klassischen Briefzustelldienst weiter verringert wird. Die angekündigte Gewinnsteigerung geht auf das Konto der Logistik- und Expressdienste. Im Inland profitiert das Geschäft von der wachsenden Popularität des Einkaufs via Internet.

Viele der bei Amazon und anderen Onlinehändlern bestellten Pakete werden durch die Post ausgeliefert. Im jüngsten Quartal hat das inländische Paketvo­lumen um gut zwölf Prozent zugelegt. Aber auch das Briefgeschäft, das durch E-Mail und Webkommunikationsdienste wie Facebook tendenziell an Bedeutung verliert, wird 2012 bis zu 1,1 Milliarden Euro operativen Gewinn abliefern.

Dass die Post trotz der konjunkturellen Unsicherheiten die Ziele bis 2015 bestätigte — der Gewinn soll auf 3,35 bis 3,55 Milliarden Euro steigen —, ist eine weitere positive Überraschung. Die Aktie bleibt auch wegen der aktuell gut fünf Prozent Dividendenrendite ein Kauf.

Bildquellen: Deutsche Post DHL
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