06.11.2012 15:30
Bewerten
 (0)

Commerzbank darf in Berufung gehen

Londoner Bonusstreit
Die teilverstaatlichte Commerzbank darf sich weiter gegen eine Nachzahlung von Millionen-Boni für ehemalige Investmentbanker der 2008 gekauften Dresdner Bank wehren.
Ein Gericht in London gestand dem Institut am Dienstag das Recht zu, in Berufung gegen einen Richterspruch zu gehen. Anfang Mai hatte ein anderes Gericht in erster Instanz nach einem monatelangen Prozess entschieden, dass die Commerzbank an die ehemaligen Banker der Investmentsparte Dresdner Kleinwort insgesamt rund 50 Millionen Euro ausschütten muss.

    Vor der Übernahme durch die Commerzbank hatte der damalige Dresdner-Kleinwort-Chef Stefan Jentzsch seinen Investmentbankern im August 2008 einen Bonus-Pool von 400 Millionen Euro versprochen, um Abwanderungen zu verhindern. Die Juristen streiten, ob diese mündliche Aussage rechtlich bindend war. In erster Instanz kam ein Londoner Richter zu dem Schluss, dass die Kläger - 104 ehemalige Dresdner-Kleinwort-Beschäftigte - ein Anrecht auf Auszahlung haben.

   "Wir nehmen die Zulassung der Berufung als ermutigendes Zeichen und werden unsere Position im anstehenden Verfahren nachdrücklich vorbringen", sagte eine Sprecherin der Bank. "Die Bank ist weiterhin davon überzeugt, dass keine vertraglich bindende Zusage vorlag, dass die mitgeteilten Bonusbeträge vorläufig waren und dass es wegen der herben Verluste von 6,5 Milliarden Euro der Dresdner Kleinwort im Geschäftsjahr 2008 richtig und verantwortungsvoll war, die Boni zu kürzen." Nach früheren Angaben der Klägerseite geht es je Mitarbeiter um Beträge zwischen 15.000 und 2 Millionen Euro.

   Mut machen der Commerzbank andere Urteile. So habe das Bundesarbeitsgericht im Oktober 2011 letztinstanzlich die Auffassung der Bank im selben Sachverhalt bestätigt und Klagen von Mitarbeitern der Dresdner Kleinwort, deren Arbeitsverträge unter deutsches Recht fielen, abgewiesen. Auch in Italien seien Klagen auf Grundlage desselben Sachverhalts von den Gerichten abgelehnt worden. Das Londoner Gericht empfahl der Bank nun, durch ein Meditationsverfahren einen Vergleich mit den früheren Mitarbeitern zu finden. Über das weitere Vorgehen der Bank hielt sich die Sprecherin bedeckt.

   Die Commerzbank hatte nach der Dresdner-Übernahme selbst mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro Staatshilfen vor dem Zusammenbruch gerettet werden müssen. Gut ein Viertel des Instituts gehören dem Steuerzahler./enl/zb/fbr

FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX)

Bildquellen: Julia Schwager/Commerzbank AG
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant1
  • Alle1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
22.10.2014Commerzbank OutperformMacquarie Research
22.10.2014Commerzbank NeutralBNP PARIBAS
21.10.2014Commerzbank NeutralJP Morgan Chase & Co.
20.10.2014Commerzbank HoldWarburg Research
16.10.2014Commerzbank overweightHSBC
22.10.2014Commerzbank OutperformMacquarie Research
16.10.2014Commerzbank overweightHSBC
30.09.2014Commerzbank OutperformMacquarie Research
02.09.2014Commerzbank overweightHSBC
28.08.2014Commerzbank buyequinet AG
22.10.2014Commerzbank NeutralBNP PARIBAS
21.10.2014Commerzbank NeutralJP Morgan Chase & Co.
20.10.2014Commerzbank HoldWarburg Research
30.09.2014Commerzbank HaltenIndependent Research GmbH
26.09.2014Commerzbank HaltenIndependent Research GmbH
07.10.2014Commerzbank VerkaufenBankhaus Lampe KG
29.09.2014Commerzbank SellWarburg Research
23.09.2014Commerzbank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
22.09.2014Commerzbank UnderperformBNP PARIBAS
12.09.2014Commerzbank UnderweightBarclays Capital
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt unter 9.000 Punkten -- 25 Banken sollen Stresstest nicht bestanden haben -- US-Börsen leicht im Plus -- Ford, BASF, Amazon, Microsoft im Fokus

Apple will Beats-Musik-App in iTunes aufgehen lassen. Deutsche Bank leidet unter Rückstellungen. S&P hebt Bonitätsnote von Zypern an. Ryanair-Chef unterschreibt für fünf weitere Jahre. FMC besorgt sich 900 Millionen US-Dollar am Bondmarkt. Chiquita lässt Fyffes-Fusion platzen. Cameron: Werden Milliarden-Rechnung aus Brüssel nicht bezahlen.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

So platzieren sich die Deutschen

Die öffentliche Verschwendung

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Verkehrsminister Dobrindt erwägt scheinbar, die Pkw-Maut vorerst nur auf Autobahnen einzuführen. Was halten Sie von diesem Rückzieher?