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31.01.2012 06:04

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Lufthansa Cargo setzt auf Wachstumshunger in Asien - 2011 zweitbestes Jahr

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    SEOUL/FRANKFURT (dpa-AFX) - Während die Wirtschaft in Europa schwächelt, setzt die Frachtfluggesellschaft Lufthansa (Deutsche Lufthansa) Cargo weiter auf den Wachstumshunger in Asien. "Fast die Hälfte unseres Geschäfts beruht auf Asien", sagte der Chef der Lufthansa-Tochter, Karl Ulrich Garnadt, vor Journalisten in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Von 44 Prozent im vergangenen Jahr werde der Anteil der Transporte aus und in diese Region bei Lufthansa Cargo in Kürze auf über 50 Prozent steigen. "Asien - vor allem China - bleibt der Wachstumstreiber"; sagte Garnadt. Dennoch gab sich der Manager für 2012 vorsichtig: Flugangebot und Frachtvolumen des Unternehmens dürften lediglich stabil bleiben.

 

    Dabei hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr trotz Nachtflugverbot und zuletzt schrumpfender Frachtmengen punkten können. "Wir erwarten für 2011 den zweithöchsten Gewinn unserer Geschichte", sagte Garnadt. Die offiziellen Zahlen will der Mutterkonzern erst im März veröffentlichen. Ein Jahr zuvor hatte Lufthansa Cargo dank eines brummenden Geschäfts mit einem operativen Ergebnis von 310 Millionen Euro einen Rekord aufgestellt. Für das laufende Jahr rechnet Garnadt mit einer Stagnation: "Wir erwarten eine Erholung im dritten Quartal, vielleicht schon im März." Aufs Jahr gesehen werde das Wachstum allerdings bei Null bleiben.

 

    Unterdessen geht der verschärfte Sparkurs der Lufthansa an der Frachtsparte nicht spurlos vorüber. Der Konzern wolle seinen Profit mit dem angekündigten Gewinnsteigerungsprogramm um 1,5 Milliarden Euro im Jahr verbessern, bestätigte Garnadt zuvor inoffiziell durchgesickerte Informationen. Bei einer Versammlung der Führungskräfte am 6. Februar sollen die Details intern verkündet werden. Auch Garnadt will die Kosten seiner Sparte unter die Lupe nehmen. "Wir werden uns im Wesentlichen anschauen, ob wir bestimmte Dinge, die wir im Moment in der Cargo machen, stattdessen gemeinsam mit dem Konzern wahrnehmen", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Dies betreffe etwa den Einkauf.

 

    Dabei macht dem Unternehmen das Nachtflugverbot am Heimatflughafen in Frankfurt ebenso zu schaffen wie die hohen Treibstoffpreise. "Der Ölpreis bleibt ein großer Unsicherheitsfaktor", sagte Garnadt. Bei Fluggesellschaften ist der Sprit einer der größten Kostenblöcke. Das Nachtflugverbot, über dessen endgültige Ausgestaltung das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig frühestens Ende März entscheiden wird, erschwert dem Unternehmen den Transport zeitkritischer Lieferungen etwa über Nacht in die USA.

 

    Solche Expressdiensttransporte sind für den Frachtflieger ähnlich lukrativ wie Spezialtransporte von Medikamenten oder Tieren. Das kurzfristig verfügte Nachtflugverbot ab Ende Oktober hat Lufthansa Cargo laut Garnadt bis zum Jahresende 20 Millionen Euro gekostet. Auch bei besserer Planung rechnet er noch mit einer Ergebnisbeeinträchtigung von 40 Millionen Euro pro Jahr. Für den Sommer hat Lufthansa Cargo in Frankfurt keine Nachtflüge vorgesehen. Sollte das Gericht Flugverkehr in der Nacht wieder zulassen, könnte das Unternehmen die Flüge im Juni oder Juli allerdings wieder aufnehmen. Die im Herbst aus der Not heraus eingeführten Frachtflüge vom Flughafen Köln/Bonn in die USA will Garnadt nicht weiterführen: Ab dem Sommerflugplan werde das Flugangebot wieder komplett von Frankfurt ausgehen.

 

    Trotz der Einschränkungen hält der Manager an Deutschlands größtem Flughafen als zentralem Standort fest. "Für uns gibt es zu Frankfurt keine Alternative." Die Frachter müssten an einem Standort mit den Passagierfliegern des Mutterkonzerns zusammentreffen, in deren Bäuchen rund die Hälfte der Fracht zu 160 Zielen in aller Welt befördert wird. Die reinen Frachtmaschinen steuern nur 70 Ziele an. Rund 70 Prozent der in Frankfurt abgewickelten Sendungen und 60 Prozent der Tonnage würden als sogenannte Transitfracht umgeladen, sagte Garnadt.

 

    Durch das Nachtflugverbot sieht Garnadt langfristig jedoch die Existenz der Frachterflotte in Gefahr. "Unsere Frachter vom Typ MD-11 sind ja nicht so alt. Sie werden noch einige Jahre fliegen", sagte er zu dpa-AFX. "Bis zum Jahr 2025 wollen wir die Flotte ersetzen und zusätzliche Flugzeuge bestellen." Neue Frachter lohnten sich allerdings nur, wenn sich mit ihnen mehr Geld verdienen lasse, als wenn die Fracht in den Gepäckräumen der Passagierflieger befördert werde.

 

    Offen ist, ob Lufthansa Cargo mit den bereits bestellten fünf Frachtern vom Typ Boeing 777F ihre Flotte ausbaut oder mit ihnen alte Flieger ersetzt. "Das entscheiden wir 2013, wenn wir Klarheit über die künftige Nachtflugregelung haben", sagte Garnadt. Derzeit ist das Unternehmen mit 18 MD-11-Frachtern unterwegs, die im Schnitt 13,7 Jahre alt sind. Hinzu kommen acht Flugzeuge von AeroLogic, dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Post DHL. Die China-Beteiligung Jade mit sechs Boeing-Jumbos hat ihren Betrieb derzeit wegen Finanzproblemen eingestellt. Die Lufthansa verhandelt weiter über die  Zukunft des Gemeinschaftsunternehmens mit  Shenzhen Airlines./stw/he

  

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