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27.10.2008 09:20

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Lufthansa drängt Piloten zur Teilzeit - Airline will weniger Nachwuchs ausbilden (EuramS)


München. Die Finanz- und Konjunkturkrise macht der Deutschen Lufthansa immer stärker zu schaffen. Die bisherigen Indikatoren machten "in jedem Fall eine rasche Reduzierung der bisher geplanten Expansion unumgänglich", berichtet €uro am Sonntag in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf ein Schreiben der Leitung des Flugbetriebs an die Piloten (E-Tag: 26.10.2008). Die Lufthansa appelliert darin an ihre Piloten, die "jetzt zunehmend möglichen Teilzeitangebote aktiv wahrzunehmen, um nach einer wirklich anstrengenden und belastenden Phase vielleicht ein wenig zu verschnaufen".

Neue Piloten müssten sich auf längere Wartezeiten einstellen. Nach gegenwärtigem Planungsstand werde man im kommenden Jahr nur in der Lage sein, etwa 60 neu ausgebildete Piloten auf die Linie zu übernehmen. Die Flugschule werde für das kommende Jahr statt 300 lediglich 240 Piloten ausbilden, zitiert die Wirtschaftszeitung aus dem Schreiben.

"Ehrlicherweise müssen wir aber auch all unseren NFFs (Nachwuchsflugzeugführer; Anmerkung d. Red.) heute sagen, dass schon das Beibehalten von 240 Schulungen in 2009 aller Voraussicht nach zu einem Aufbau der Warteliste führen wird", heißt es. Man prüfe zudem die Variante, neue Piloten in Teilzeit einzustellen, um die anstehende Warteliste möglichst klein zu halten. Ein Konzernsprecher bestätigte gegenüber €uro am Sonntag, dass man angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten konservativer plane. Die Personalplanung für das kommende Jahr sei aber noch nicht abgeschlossen.

Auch wenn aktuell keine Finanzierungsvorhaben der Lufthansa bedroht seien, spüre man die Auswirkungen der Finanzkrise. Bei den Vorausbuchungen von Geschäftsreisenden registriere man einen "deutlichen Rückgang". Etwa 13 Prozent dieser für die Ertragskraft des Konzerns besonders wichtigen Kundengruppe sind laut offiziellen Angaben der Finanz- und Versicherungsbranche zuzuordnen. Die Lufthansa geht offenbar von einer weiteren Verschlechterung der Rahmenbedingungen aus: "Leider ist auch damit zu rechnen, dass die aktuellen Unsicherheiten in vielen Wirtschaftszweigen und vor allem auch bei den Privatreisenden bisher noch gar nicht angekommen sind", zitiert die Wirtschaftszeitung aus dem Schreiben an die Piloten.

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