FRANKFURT (Dow Jones)--Seit gut einem halben Jahr testet die Deutsche Lufthansa den Einsatz von Biosprit erfolgreich auf Inlandsflügen, in dieser Woche soll der Praxistest mit einem Transatlantik-Linienflug gekrönt werden. Dann aber folgt eine Zwangspause - der Markt mit biosynthetischem Kraftstoff muss erst noch erschlossen werden. Europas größte Airline will den Praxistest erst fortsetzen, wenn sie die erforderlichen Rohstoffmengen sicherstellen kann.
Das Test-Fazit ist durchweg positiv. Der Biokraftstoff habe sich zur "vollsten Zufriedenheit" der Frankfurter Fluggesellschaft als alltagstauglich erwiesen, sagt Projektleiter Joachim Buse. Er sei genauso zuverlässig wie herkömmlicher Kraftstoff, schwefel- und aromatenfrei. Dazu habe sich der Treibstoffverbrauch um mehr als ein Prozent reduziert.
Rund 1.200 Flüge hatte die Lufthansa in den vergangenen sechs Monaten zwischen Hamburg und Frankfurt absolviert, bei denen jeweils ein Triebwerk zur Hälfe mit dem Biofuel betrieben wurde. Nach ersten Berechnungen wurden dabei 1.471 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt wurden 1.556 Tonnen Biokerosingemisch verbraucht.
Allein bei dem für den 12. Januar geplanten Transatlantik-Flug von Frankfurt nach Washington sollen 38 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von sechs Linienflügen zwischen Frankfurt und Berlin.
"In einem nächsten Schritt werden wir unseren Fokus auf die Eignung, Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit und Zertifizierung von Rohstoffen legen", so Buse weiter. Früheren Angaben zufolge will Lufthansa bei der Beschaffung des Treibstoffes darauf achten, dass kein Regenwald gerodet worden ist, und setzt auf ein nachhaltiges Liefer- und Herstellungsverfahren sowie lizensierte Lieferanten.
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,
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January 09, 2012 10:49 ET (15:49 GMT)
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