Von Kirsten Bienk
Der lange schwelende Tarifstreit zwischen der Deutschen Lufthansa und ihren Flugbegleitern dürfte beigelegt sein. Schlichter Bert Rürup hat offenbar nach wochenlangen Verhandlungen einen Kompromiss gefunden und die Kontrahenten vereint. Um 12 Uhr will der ehemalige Wirtschaftsweise in Wiesbaden Details nennen.
Die Streikgefahr ist damit aber noch nicht endgültig gebannt. Die Gewerkschaft wird sich erst noch die Rückendeckung ihrer Mitglieder holen und über den Kompromiss abstimmen lassen. Das hatte Chef Nicoley Baublies bereits vor Beginn der Schlichtung gesagt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Stewards und Stewardessen seine Empfehlung annehmen.
Der Schlichter hatte keine leichte Aufgabe. Die Tarifpartner suchen bereits seit 15 Monaten nach einem gemeinsamen Nenner. Zum einen geht es um höhere Gehälter, zum anderen um den harten Sparkurs der Airline und die Pläne, das Billigsegment rund um die Tochter Germanwings auszubauen. Dagegen wehren sich die Kabinenbeschäftigten der Lufthansa Passage vehement. Sie befürchten hohe Gehaltseinbußen oder sogar den Verlust ihrer Arbeitsplätze.
Lufthansa lässt bei diesem Thema aber nicht mit sich reden. An dieser harten Einstellung änderten auch drei Streiktage nichts, an denen es zu heftigen Flugausfällen kam. Das Management arbeitet bereits emsig an der Verlagerung von Maschinen in die Billigsparte. Nur so sieht sich die Airline in der Lage, ihre hohen Kosten zu reduzieren und auf Strecken innerhalb Deutschlands und Europas endlich wieder Gewinne einzufliegen.
Lufthansa leidet wie viele andere Airlines gegenwärtig besonders unter hohen Treibstoffkosten. Der harte Wettbewerb macht es aber unmöglich, diese Belastungen vollständig auf die Ticketpreise umzulegen und so kostendeckend zu fliegen. Als Ausweg rufen viele Fluggesellschaften umfangreiche Sparprogramme aus, die auch Stellenstreichungen beinhalten.
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November 13, 2012 03:37 ET (08:37 GMT)
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