MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN <MAN.ETR> hat am Freitag seine neue Unternehmenszentrale in München offiziell eröffnet. Das Gebäude war in den vergangenen drei Jahren umgebaut und modernisiert worden. Die Eröffnung fällt in ein "sehr schwieriges Jahr" für das Traditionsunternehmen, wie MAN-Chef Hakan Samuelsson einräumte. Vor allem im Kerngeschäft mit Lastwagen waren die Aufträge in der Wirtschaftskrise massiv eingebrochen. "Wir haben einige Herausforderungen vor uns, wir müssen uns konzentrieren auf unsere Stärken", erklärte Samuelsson. Der Nutzfahrzeug-Absatz von MAN liege bei knapp der Hälfte des Vorjahresniveaus. Neben den Problemen im operativen Geschäft war der Konzern kürzlich auch noch von einer Schmiergeld-Affäre erschüttert worden.
Die Staatsanwaltschaft München geht davon aus, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von MAN-Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Die Ermittler haben weit über 100 Beschuldigte im Visier. "Das ist etwas, das mich hart getroffen hat. Das ist unakzeptabel", sagte Samuelsson. Es gehe jetzt darum, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen und die angemessenen Konsequenzen aus der Affäre zu ziehen, deshalb habe MAN den Ermittlern die volle Kooperation angeboten. "Ich bin überzeugt davon, dass sich ein korrektes Verhalten auszahlt, auch kommerziell."
Die neue MAN-Zentrale am angestammten Sitz in München-Schwabing bietet den rund 200 Mitarbeitern moderne Arbeitsplätze. Zahlreiche Glaswände sollen in den hellen Großraumbüros für Transparenz sorgen. Während der Umbau- und Modernisierungszeit waren die Beschäftigten vorübergehend in ein Münchner Büro-Hochhaus umgesiedelt. Das Gebäude hatte ein Bauträger nach den Entwürfen des Architekten Axel Altenberend errichtet, MAN least es. Eine Investitionssumme wurde nicht genannt./cs/DP/stw