Von Benjamin Krieger
Abwarten dürfte das Motto an den Aktienbörsen lauten angesichts vieler Unwägbarkeiten. Dax und Euro-Stoxx-50 dürften wenig verändert starten. Am Donnerstag tagt die Europäische Zentralbank, die Haushaltsfrage in den USA ist weiter offen und Ende Februar wird in Italien gewählt. Für Ex-Premierminister Silvio Berlusconi dürfte es ein leichtes sein, sich in den kommenden Wochen erneut in die Schlagzeilen zu bringen. Wie fragil die Börsen derzeit auf politische Nachrichten reagieren, zeigten die heftigen Kursverluste zum Wochenstart.
Spannend ist die Entwicklung am Devisenmarkt. Der Yen wird von japanischen Politikern weiter schwach geredet, flankiert von Maßnahmen der Bank of Japan. Japans Währung hat zum US-Dollar seit Mitte November um fast 20 Prozent abgewertet. Zum Euro ist der Yen sogar um 25 Prozent gefallen. Der japanische Aktienmarkt ist der große Profiteur des schwachen Yen. Der hohe Anteil exportabhängiger Unternehmen im Nikkei-Index hat diesen auf den höchsten Stand seit 34 Monaten katapultiert.
Der Euro hat nicht nur zum Yen, sondern auch zum Dollar kräftig aufgewertet. Auch wenn der französische Präsident Hollande die Euro-Länder angesichts der Euro-Stärke zu einer aktiven Währungspolitik aufgefordert hat, dürfte die Europäische Zentralbank am Donnerstag nicht an der Zinsschraube drehen. Alle 50 von Dow Jones befragten Volkswirte erwarten einen unveränderten Leitzins von 0,75 Prozent.
In den USA gehen die politischen Ränkespiele um den Haushalt weiter, ein Ergebnis zeichnet sich nicht ab. Ab März drohen umfangreiche Ausgabenkürzungen, die die Konjunktur abwürgen können. Präsident Barack Obama forderte die Abgeordneten im Kongress dazu auf, kurzfristig die Steuern wenigstens leicht zu erhöhen, um den drohenden großen Knall zu verhindern. Die Republikaner aber sind strikt gegen jegliche Steuererhöhungen.
Bei Volvo ist der operative Gewinn im vierten Quartal um 84 Prozent eingebrochen. Die Schweden sprechen zudem von einem schwierigen Start ins neue Jahr. Das dürfte die Aktie belasten und könnte auch auf die Papiere der Lkw-Hersteller MAN und Daimler drücken.
In Stuttgart tagt zudem der Aufsichtsrat von Daimler. Es dürfte vor allem darum gehen, wie lange Dieter Zetsche noch das Steuer des Konzerns in der Hand hält. Zuletzt kursierten Spekulationen, statt fünf Jahre werde Zetsche nur noch drei Jahre lang das Unternehmen führen.
Arcelor-Mittal hat im vierten Quartal einen Gewinneinbruch von 23 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Analysten hatten jedoch mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Die Aktie des weltweit größten Stahlherstellers tritt seit Sommer 2012 mehr oder weniger auf der Stelle.
Am Mittag veröffentlicht mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline ein weiterer Blue-Chip Quartalszahlen.
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DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 17.50 Uhr
EUR/USD 1,3567 -0,1% 1,3582 1,3575
EUR/JPY 127,3710 +0,1% 127,2941 126,8834
EUR/CHF 1,2332 -0,0% 1,2335 1,2330
USD/JPY 93,8705 +0,2% 93,7150 93,4310
GBP/USD 1,5646 -0,1% 1,5662 1,5646
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February 06, 2013 01:59 ET (06:59 GMT)
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