04.01.2013 13:12
Bewerten
 (0)

MÄRKTE EUROPA/Anleger gehen vor US-Arbeitsmarktbericht in Deckung

   Von MICHAEL DENZIN

   FRANKFURT--Zurückhaltung und leichte Kurseinbußen kennzeichnen am Freitagmittag das Geschehen an den europäischen Aktienmärkten. Vor dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag geht der Handel in Deckung. Etwas Druck auf die Finanzmärkte kommt zudem vom Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Gleich mehrere Mitglieder haben sich dort im Dezember dafür ausgesprochen, den Kauf von Staatsanleihen noch dieses Jahr einzustellen. Für die Aktien- und auch die Anleihemärkte wäre das keine gute Nachricht. Der Euro-Stoxx-50 verliert 0,2 Prozent auf 2.695 Punkte, der Dax gibt 0,2 Prozent auf 7.740 Zähler nach.

   Keine positiven Impulse entfaltet der gut, wenn auch knapp unter der Erwartung ausgefallene deutsche Einkaufsmanagerindex für den Servicebereich. Er stieg auf 52,0 Punkte und liegt damit wieder über der Schwelle von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Der entsprechende Index für die Eurozone fiel mit 47,8 wie erwartet aus. "Die Daten lassen hoffen, dass die Wirtschaft der Eurozone den Boden gefunden hat", so Howard Archer, Chefvolkswirt bei IHS.

   "Das Protokoll ist geldpolitisch nicht so aggressiv ausgefallen, wie das einige vermutet haben", sagt Annalisa Piazza, Analystin bei Newedge, zum Fed-Protokoll. Die Commerzbank spricht sogar von einem "bitteren Signal" für die Aktienmärkte. "Wie es scheint, bekommen einige nun Angst vor der eigenen Courage und würden die gerade erst aufgestockten Wertpapierkäufe doch lieber früher als später beendet sehen", sagt Analyst Carolin Hecht.

   Der US-Dollar scheint dagegen wieder zur Anlaufstation Nummer eins für Anleger zu werden, nachdem das "post-fiskalische-Klippen-Trauma" beseitigt worden sei. Für den Dollar spricht auch, dass die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen auf 1,90 Prozent gestiegen ist und damit ein Mehrmonatshoch. Der Euro setzt entsprechend seine Talfahrt fort und notiert bei 1,3007 Dollar. Am Rentenmarkt stehen die Kurse mit der möglicherweise versiegenden Liquiditätsquelle unter Druck. Die Rendite zehnjähriger deutscher Anleihen steigt um weitere 5 Basispunkte auf 1,53 Prozent.

   Mit Spannung warten Händler nun auf den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag. Volkswirte erwarten einen Stellenaufbau von 150.000. Die Arbeitslosenquote wird bei 7,7 Prozent gesehen. Die US-Notenbank hatte bei ihrer Sitzung im Dezember auch mitgeteilt, solange an ultraniedrigen Zinsen festhalten zu wollen, wie die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt.

   Am Aktienmarkt sorgen die guten US-Absatzzahlen für Dezember bei den deutschen Autoherstellern kaum für Impulse. Für BMW ging es im Dezember um 34,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach oben, Mercedes kam immerhin auf ein Plus von 12 Prozent. BMW-, Daimler- und VW-Papiere verlieren bis zu 0,3 Prozent.

   Die Aktien der beiden großen Kursgewinner im DAX 2012, Continental und Lanxess, geben mit Gewinnmitnahmen deutlich nach. "Nachrichten gibt es zu beiden Unternehmen nichts. Ich denke, dass im neuen Jahr der eine oder andere Investor auf ein anderes Pferd setzt, nachdem beide Titel im vergangenen Jahr so gut gelaufen sind", sagt ein Händler. Continental fallen um 1,7 Prozent und LANXESS um 2,4 Prozent.

   Nach einer Herunterstufung durch Nomura verlieren die Papiere von Merck 1,6 Prozent. Die Analysten empfehlen Gewinnmitnahmen nach der zuletzt sehr guten Entwicklung der Aktie.

   Die Kooperation von Sky Deutschland und Deutscher Telekom stützt den Kurs von Sky. Mit der Nachricht sei Bewegung in die Aktie gekommen, sagt ein Händler: "Man sieht Käufer, während das Geschäft bei fast allen anderen Titeln tot ist". Angesichts der enorm hohen Fixkosten von Sky sei jede Verbreiterung der Nutzerbasis positiv. Sky steigen um 2,5 Prozent.

   Weiter aufwärts geht es im Solarsektor. Solarworld- und SMA-Solar-Aktien gewinnen 10 bzw. 4,7 Prozent, nachdem sie bereits am Donnerstag um 14,9 bzw 12,1 Prozent zugelegt hatten. Neben technisch günstigen Faktoren weisen Beobachter zur Erklärung daraufhin, dass der viel beachtete Großinvestor Warren Buffett jüngst mit einem Milliardenbetrag in ein Solarprojekt in Kalifornien eingestiegen ist.

INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.692,99 -0,30% Stoxx-50 2.638,01 -0,09% DAX 7.737,41 -0,25% FTSE 6.044,49 -0,05% CAC 3.703,90 -0,46% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 142,88 -36

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.36 Uhr Do, 17.50 Uhr EUR/USD 1,3004 -0,10% 1,3018 1,3110 EUR/JPY 114,7959 0,32% 114,4312 113,9515 EUR/CHF 1,2091 0,04% 1,2086 1,2088 USD/JPY 88,2705 0,40% 87,9150 86,9180 GBP/USD 1,6020 -0,24% 1,6059 1,6150 Kontakt zum Autor: micheal.denzin@dowjones.com

   DJG/mod/gos

   (END) Dow Jones Newswires

   January 04, 2013 06:41 ET (11:41 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 41 AM EST 01-04-13

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu BMW AG

  • Relevant2
  • Alle2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu BMW AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
05.03.2015BMW overweightMorgan Stanley
05.03.2015BMW buyWarburg Research
25.02.2015BMW UnderperformCredit Suisse Group
25.02.2015BMW HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
16.02.2015BMW overweightJP Morgan Chase & Co.
05.03.2015BMW overweightMorgan Stanley
05.03.2015BMW buyWarburg Research
16.02.2015BMW overweightJP Morgan Chase & Co.
11.02.2015BMW overweightMorgan Stanley
04.02.2015BMW overweightMorgan Stanley
25.02.2015BMW HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.02.2015BMW NeutralHSBC
03.02.2015BMW NeutralMerrill Lynch & Co., Inc.
03.02.2015BMW HoldKepler Cheuvreux
20.01.2015BMW NeutralUBS AG
25.02.2015BMW UnderperformCredit Suisse Group
10.02.2015BMW VerkaufenIndependent Research GmbH
27.01.2015BMW UnderperformBNP PARIBAS
27.01.2015BMW SellGoldman Sachs Group Inc.
14.01.2015BMW UnderperformBNP PARIBAS
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BMW AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr BMW AG Analysen

Heute im Fokus

DAX freundlich -- Pleitegeier kreist über Athen - Akute Finanzprobleme -- Deutschland: Produktion legt zu -- SAP will mehr als 2000 Stellen streichen -- Commerzbank im Fokus

Hopp will Impfstoffhersteller Curevac nach Gates-Einstieg an Börse bringen. Athen zahlt offenbar fristgemäß Schuldenrate an IWF. Griechischer Zentralbankchef: Keine Gefahr für Geldeinlagen. Daimler verbucht auch im Februar kräftiges Absatzplus. Jungheinrich schließt 2014 mit Rekordergebnissen ab.

Themen in diesem Artikel

Raten Sie mal wer auf Platz 1 ist

Wer besitzt wieviel Vermögen?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Zertifikats? Welcher der fünf folgenden Risikoklassen (RK) würden Sie sich persönlich zuordnen?